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NRW-Ministerium avisiert Folgeprojekt

Wir kommen nicht an Frauen vorbei – PePon-Mentoring feiert Abschluss bei Benteler

Am vergangenen Donnerstag endete die dritte Staffel von PePon – Mentoring in Unternehmen in OWL. Rund einhundert Gäste aus Wirtschaft, Politik und von Medien haben an der feierlichen Veranstaltung im Aus- und Weiterbildungszentrum der Benteler AG in Paderborn teilgenommen.

Den Erfolg des Programms unterstrich Hubertus Benteler, Vorstandsvorsitzender der Benteler AG und Vertreter eines teilnehmenden Unternehmens, in seiner Eröffnungsrede. „Wir wollen Frauen in Top-Positionen etablieren“, kündigte Benteler das erklärte Unternehmensziel an. Unter dem Motto „Personal-Potenziale nutzen“ haben erfahrene Führungsfrauen junge, karriereorientierte Frauen aus 20 Unternehmen in OWL ein Jahr unterstützt und sie auf den nächsten Karrieresprung vorbereitet. Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen hat aufgrund der positiven Ergebnisse ein PePon-Folgeprojekt für die zweite Jahreshälfte 2010 avisiert. „Wir kommen nicht an Frauen vorbei“, lautet die Botschaft von Hubertus Benteler. Der Konzern legt großen Wert auf die gezielte Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Branchenbedingt liegt der Frauenanteil im Gesamtunternehmen nur bei 14,4 Prozent der Beschäftigten. Um hochqualifizierte Frauen zu gewinnen, setzt Benteler Konzepte zur Unterstützung der „Work-Life-Balance“ um, wie Gleitzeit , Telearbeitsplätze und Jobsharing. Insbesondere die betriebseigene Kindertagesstätte „Rohrspatz“ soll Frauen die Beschäftigung bei Benteler schmackhaft machen. Gäste der PePon-Veranstaltung hatten die Gelegenheit, die vorbildliche und moderne Einrichtung zu besichtigen. Über das PePon-Programm sei eine stärkere Vernetzung von Unternehmen in OWL entstanden, freute sich Benteler und rief weitere Unternehmen zur Teilnahme auf. Westerhorstmann hofft auf mehr Gleichberechtigung Maria Westerhorstmann, Sprecherin im Ausschuss Frauenpolitik der CDU-Landtagsfraktion NRW, ließ zur Feier schriftlich übermitteln, das PePon-Projekt sei ein wichtiger Beitrag zur Überwindung der gläsernen Decke, die der Gleichberechtigung in den Führungspositionen nach wie vor im Wege sei.

NRW-Ministerium plant PePon-Mentoring fortzusetzen

„Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat eine Lücke von 61 000 Akademikerinnen und Akademikern in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen ermittelt“, berichtete anschließend Andrea Hellmich, Gruppenleiterin im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Insbesondere der Mittelstand habe Probleme bei der Gewinnung von Talenten und Fachkräften. Firmen mit einem Sitz in der Provinz buhlten gegen namhafte Unternehmen um qualifiziertes Personal. Gerade die Nähe zur vorbildlichen Paderborner Universität, die landesweit mit 26 Prozent den höchsten Stand an Professorinnen habe und vom Land NRW für ihr Gleichstellungskonzept ausgezeichnet worden sei, biete viele Synergien für die Wirtschaft. „Eine Veränderung in der Unternehmenskultur ist wichtig, um eine nachhaltige Wirkung zu erreichen“, sagte Hellmich, „das wir wollen mit dem PePon-Programm unterstützen und beabsichtigen es nach in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen.“ Aktuell mangele es in der Wirtschaft an Chancengleichheit für Frauen und deren Zugang zu Führungspositionen. Viele Unternehmen gingen dazu über, einen Frauenanteil im Management als Unternehmensziel zu definieren. Daimler strebe beispielsweise bis zum Jahr 2020 einen Frauenanteil von bis zu 20 Prozent an. Konzepte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielten dabei eine große Rolle, denn aktuell seien 81 Prozent der Führungsfrauen in der deutschen Wirtschaft kinderlos, berichtete die Ministeriumsvertreterin.

Erfahrungen aus der Praxis

Unternehmensvertreter, Mentees und Mentorinnen berichten Stefanie Josephs von Radio Hochstift führte durch die Veranstaltung und moderierte eine Gesprächsrunde mit Unternehmensvertretern, Mentees und Mentorinnen. „Offen an das Konzept herangehen“, nannte Bernd Kaufeld von der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg einen wesentlichen Aspekt aus dem Mentoring-Jahr. Im Vorfeld hatte Kaufeld mit seiner Mentee Ziele vereinbart, ihr aber im Verlauf des Programms viel Freiheit zur eigenen Entwicklung gegeben. „PePon ist ein Mosaikstein in der unternehmensweiten Personalentwicklung“, berichtet Matthias Kruse von Kraftverkehr Nagel GmbH & Co. KG, Wunstorf. Das Unternehmen hat 9 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 30 Prozent davon sind Frauen. Nadine Strauß, die Mentee des Unternehmens, hat am 1. Juli 2009 bereits die Verwaltungsleitung einer Niederlassung übernommen. Anne Spiering von der Volksbank Gütersloh eG meisterte beispielsweise erfolgreich den Weg von der Kollegin zur Vorgesetzten und bekam von ihrer Mentorin wertvolle Hinweise zum Thema Führung.
„Es sind kraftvolle Frauen“, beschrieb Annette Menzel, Mentorin von der flowmedia GmbH aus Detmold, die Mentees aus dem PePon-Programm. Sie nutze das Mentoring-Programm in der Zusammenarbeit mit der Mentee zur eigenen Reflexion, und sie betonte, die Vernetzung unter den Mentorinnen sei ein guter Weg, um andere Frauen in Führungspositionen kennen zu lernen. Die Mentorin Daniela Emonts-Gast von der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG setzt sich aktiv für „mehr Frauen in Führung“ ein und plant, auch an der nächsten PePon-Staffel teilzunehmen.

Bilanz aus dem PePon-Projektjahr

Auf die Frage hin, was entscheidend für ein erfolgreiches Mentoring-Programm sei, antwortete die Projektleiterin Barbara Tigges-Mettenmeier: „Der Kern des PePon-Programms ist das Matching der Tandems, dabei schauen wir unter anderem, ob die Unternehmensstrukturen von Mentee und Mentorin zusammenpassen.“
„Das vergangene PePon-Jahr war durch die schwierigen wirtschaft-lichen Bedingungen eine größere Herausforderung für alle Beteiligten“, vor diesem Hintergrund freut sich die Projektleiterin über die positiven Ergebnisse aus dem einjährigen Programm.

Ergebnisse aus einer Befragung der Unternehmensvertreter

Rund 90 Prozent der Befragten bewerteten die Teilnahme am Programm in Bezug auf Zielerreichung und Entwicklung der Mentee
positiv. So treten diese selbstbewusster auf und handeln selbstständiger. Sie haben sich in der neuen Führungsaufgabe gut positioniert und ihr Führungsverhalten positiv entwickelt.

Ergebnisse der Mentee-Befragung

Drei Mentees haben sich in den frisch eingenommenen Führungs-positionen erfolgreich positioniert. Fünf Mentees haben eine neue, höherwertige Position eingenommen und weitere fünf haben eine eindeutige Erweiterung ihres Verantwortungs- und Entscheidungsspielraums erreicht und somit ihre Karriereentwicklung im mittelständischen Unternehmen gefestigt. Zwei Mentees sind in diesem Jahr Mutter geworden. Sie profitieren von wertvollen Impulsen und konkreten Beratungen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Karriere aus dem Mentorinnenkreis. „Die stärksten Karriereeffekte werden bei den Mentees erst in den kommenden drei Jahren sichtbar“, kündigte Tigges-Mettenmeier die nachhaltige Wirkung des Mentorings an. „Wir freuen uns sehr über die Absicht des Ministeriums für eine vierte PePon-Staffel in der zweiten Jahreshälfte und bitten alle Anwesenden, die Idee in ihre Netzwerke zu tragen.“ Mit diesem Appell und einem Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat die Paderborner Unternehmensberaterin den Ausklang der Veranstaltung eingeleitet. Das einjährige Mentoring-Projekt „PePon – Personal-Potenziale nutzen“ hat die Karrierechancen von jungen und berufsorientierten Frauen in Ostwestfalen-Lippe (OWL) durch erfahrene Mentorinnen gefördert und bindet als einziges Programm die Unternehmen aktiv in das Mentoring-Projekt ein.

Folgende 20 Unternehmen haben am dritten PePon-Mentoring-Projekt (2009/2010) teilgenommen:

Benteler Stahl/Rohr GmbH, Schloß Neuhaus
Bertelsmann Stiftung , Gütersloh
BPW Fahrzeugtechnik GmbH & Co. KG, Paderborn
Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld
entrada Kommunikations GmbH, Paderborn
flowmedia GmbH – Agentur für Marketing, Detmold
HARTING KGaA, Espelkamp
Hettich FurnTech GmbH & Co. KG, Vlotho
inmediaONE] Direktvertriebe GmbH, Gütersloh
Jowat AG, Detmold
• Kraftverkehr Nagel GmbH & Co. KG, Wunstorf
Lynx-Consulting AG, Bielefeld
MediSeal Pharma Packaging Technology GmbH, Schloß Holte
Mettenmeier GmbH, Paderborn
Miele & Cie. KG, Gütersloh
Paul Hettich GmbH & Co. KG, Kirchlengern
Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg
Stifts-Apotheke, Filiale der Leopold-Apotheke, Dörentrup
Volksbank Gütersloh eG, Gütersloh
Windsor GmbH, Bielefeld

(Redaktion)


 


 

Hubertus Benteler
Benteler
Westerhorstmann
Maria Westerhorstmann
Andrea Hellmich
Hellmich
Stefanie Josephs
Bernd Kaufeld
Kaufeld
Matthias Kruse
Nadine Strauß
Anne Spiering
Annette Menzel
Daniela Emonts-Gast
Barbara Tigges-Mettenmeier
Tigges-Mettenmeier

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