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Konjunkturbarometer im Minus

IHK-Lippe legt Frühjahrskonjunkturumfrage vor

ie lippische Wirtschaft hat sich der konjunkturellen Abwärtsspirale nicht entziehen können. Die aktuelle Konjunktur wird zum vierten Mal infolge schlechter als in der jeweiligen Vorumfrage beurteilt. Der IHK-Konjunkturklimaindikator sank von 81,8 Punkten zur Jahreswende auf 65,9 Punkte im April 2009 ab. Knapp vier von zehn Unternehmen (Jahreswende ein Viertel) beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als "schlecht", demgegenüber verleiht ein Sechstel (Jahreswende: knapp ein Viertel) der Konjunktur gute Noten. Sechs von zehn Unternehmen blicken skeptisch in die Zukunft, ein Siebtel ist optimistisch.

Das ist das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage in den Monaten April und Mai 2009. An der Befragung beteiligten sich 230 Unternehmen aus der Industrie, Handel und Dienstleistung mit rund 19.500 Beschäftigten.

Die Auftragsbestände sind bei der Mehrheit der befragten Unternehmen gesunken und die Kapazitätsauslastung hat nachgelassen. "Einige Unternehmen mussten im ersten Quartal eine Halbierung ihrer Umsätze verkraften", stellt Axel Martens, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) fest. Angesichts dieser Entwicklung erwarten die lippischen Unternehmen keine Trendwende in 2009. Impulse aus dem in der Vergangenheit sehr starken Auslandsgeschäft sind ebenfalls nicht zu erkennen.

Bei einigen Unternehmen scheint jedoch der Sinkflug gestoppt. Die Auftragsbestände stabilisieren sich auf niedrigem Niveau. Vereinzelt zeichnet sich sogar eine leichte Auftragsbelebung ab. Diese ersten Anzeichen lassen die Hoffnung aufkommen, dass die lippische Wirtschaft 2010 langsam auf den Wachstumspfad zurückfinden könnte. Produktinnovationen, Prozessoptimierung sowie das Ausscheiden von Mitbewerbern bieten den lippischen Unternehmen Chancen, verlorene Umsätze zurück zu gewinnen. Kunden besinnen sich außerdem auf Qualität und Service. Die heimischen Unternehmen konzentrieren sich auf das Kerngeschäft und nutzen die Krise, um ihre Effizienz zu steigern.

Risiken werden im Hinblick auf Forderungsausfälle und eine schlechte Zahlungsmoral gesehen. Ebenfalls werden Befürchtungen geäußert, dass zum Jahresende die Arbeitslosigkeit steigen könnte. Außerdem wird sich nach einem guten Geschäftsverlauf in 2008 die Ertragslage für 2009 angesichts der prognostizierten Umsatzrückgänge verschlechtern, auch wenn die rückläufige Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise für eine gewisse Entlastung sorgt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat jedes dritte Unternehmen seine Investitionsausgaben erhöht, das waren weit mehr als erwartet. In 2009 planen ein Siebtel der antwortenden Unternehmen ihre Investitionsbudgets weiter aufzustocken. Mehr als die Hälfte setzt jedoch den Rotstift an. Ersatzbeschaffungen stehen dabei zunehmend im Mittelpunkt. Hoffnungsfroh stimmt, dass das Interesse an Investitionen zur Durchführung von Produktinnovationen nicht nachgelassen hat. Rationalisierung und Kapazitätsausweitungen verlieren als Investitionsmotiv demgegenüber an Bedeutung.

2008 haben ein Drittel der lippischen Unternehmen zusätzliches Personal eingestellt, der Anteil derjenigen, die Mitarbeiter abgebaut haben, war halb so groß. Dieses Jahr plant jedes zehnte Unternehmen den Personalbestand auszuweiten. Der Anteil derjenigen, die die Zahl der Beschäftigten reduzieren will, ist demgegenüber jedoch knapp fünfmal so groß.

Die Versorgung der lippischen Wirtschaft mit Krediten ist insgesamt sichergestellt. Einige Unternehmen berichten jedoch auch von Schwierigkeiten vorliegende Aufträge abzuarbeiten, da die notwendige Liquidität seitens der Kreditinstitute nicht zur Verfügung gestellt wird. Die Umfrage zeigt aber auch, dass im Großen und Ganzen die Kreditversorgung gewährleistet ist. Der Anteil derjenigen, bei denen sich die Kreditkonditionen verschlechtert haben, liegt unverändert zu den vorherigen Umfragen bei rund einem Siebtel. Probleme bereiten bei diesen Unternehmen die für sie ungünstige Zinsentwicklung und die verschlechterte Beurteilung der Sicherheiten.

(Redaktion)


 


 

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