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Bildung für die Zukunft

"Fit in die Ausbildung" - ein Berufsstarterprogramm der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Ute Horstkötter-Starke, Geschäftsführerin der IHK-Akademie Ostwestfalen, über das Projekt "Fit in die Ausbildung", das Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schulzeit in den Beruf erleichtern soll.

1. Was verbirgt sich hinter der Berufsinitiative „Fit in die Ausbildung“?
Ute Horstkötter-Starke:
Fit in die Ausbildung ist ein Berufsstarterprogramm der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, das jungen Menschen den Weg in den Beruf ebnen will.

2. Wie und durch wen kam es zu dieser Projektidee?
Ute Horstkötter-Starke: Als regionale Unternehmen vor einigen Jahren in einer Umfrage der IHK Ostwestfalen massiv eine mangelnde Ausbildungsreife junger Menschen zum Ausdruck brachten, entstand die Idee zu dieser Initiative. Die Vollversammlung der IHK Ostwestfalen unter dem Vorsitz von Präsident Ortwin Goldbeck verabschiedete dann in 2007 ein Programm mit dem Ziel, junge Menschen stärker auf die betrieblichen Belange zu sensibilisieren und entschied, dieses Vorhaben maßgeblich finanziell zu fördern. „Fit in die Ausbildung“ war geboren.

3. Wann wurde die Berufsinitiative ins Leben gerufen?
Ute Horstkötter-Starke: Der Startschuss für die ersten Kurse fiel Ende des Jahres 2007. Dass die Initiative heute aktueller denn je ist, zeigen auch die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der IHK Ostwestfalen aus 2010: 76,6 % der in einer Stichprobe gefragten Unternehmen konstatierten eine mangelnde Ausbildungsreife. 2007 noch gaben dies im Vergleich „nur“ 50,4% der Unternehmen an. Inhaltlich geht es dabei übrigens an erster Stelle um mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen, gefolgt von fehlenden elementaren Rechenfertigkeiten.

4. Welches Ziel verfolgt die Berufsinitiative?
Ute Horstkötter-Starke: Fit in die Ausbildung hat zum Ziel, den Berufstart zu flankieren und zu erleichtern. Im Wesentlichen geht es darum, den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufzuzeigen, welche Kenntnisse konkret in einer betrieblichen Berufsausbildung erforderlich sind. In den Kursen werden die relevanten Themen wiederholt. Es geht dabei jedoch auch darum, dem/ der Einzelnen zu verdeutlichen, wo er oder sie – ggf. in Eigenregie – noch einmal nacharbeiten muss, um im Beruf erfolgreich sein zu können.
Die Trainerinnen und Trainer sind in aller Regel Profi-Trainer aus der freien Wirtschaft.

5. Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?
Ute Horstkötter-Starke:  Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen aller Allgemeinbildenden Schulen und Auszubildenden, die ihr erstes Ausbildungsjahr in einem Mitgliedsunternehmen der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld absolvieren.

6. Gibt es eine bestimmte Altersgrenze für die Teilnahme an dem Projekt?
Ute Horstkötter-Starke:  Im Prinzip nicht. Mit Blick auf die Zielgruppe des Programms hatte bisher jedoch äußerst selten ein(e) Teilnehmer(in) das 25. Lebensjahr vollendet.

7. Ist die Teilnahme kostenpflichtig?
Ute Horstkötter-Starke:  Jein. Den Löwenanteil der Teilnahmekosten trägt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. Die Teilnehmenden leisten lediglich einen kleinen Eigenbeitrag von einem bzw. zwei Euro pro Unterrichtstunde. Kein Kursangebot kostet die Teilnehmenden daher mehr als 24,--€ Eigenbeitrag zum Teilnahmeentgelt.

8. Internet, Fernsehen, Radio oder Zeitungen bieten Möglichkeiten, um Zielgruppen auf bestimmte Angebote aufmerksam zu machen. Wie bzw. wodurch erreichen Sie die Zielgruppe mit Ihrem Angebot?
Ute Horstkötter-Starke:  Diese Medien spielen natürlich auch in unserer Arbeit eine ganz wesentliche Rolle. Hinzu kommen regelmäßige schriftliche Informationen an Schulen und Unternehmen, in denen wir zum Beispiel die aktuellen Veranstaltungstermine vorstellen. In Schülerzeitungen, regionalen Stadtmagazinen und last, but not least im IHK-Magazin „Ostwestfälische Wirtschaft“ sind spezielle Berichterstattungen erfolgt und sogar das ZDF hat bereits über das Projekt berichtet. Das hat uns natürlich ganz besonders gefreut. Eine wichtige Funktion in der Bekanntmachung des Projektes haben auch regionale Berufsbildungsbörsen. Im Internet ist „Fit in die Ausbildung“ übrigens unter www.fitindieausbildung.de oder über die Website der IHK Ostwestfalen unter www.bielefeld.ihk.de schnell gefunden.

9. Welche Themenfelder vermitteln Sie?
Ute Horstkötter-Starke:  Es werden Kurse in Mathematik und Englisch angeboten (beides jeweils mit einem kaufmännischen und einem technischen Schwerpunkt). In „Sprache und Text“ geht es um Rechtsschreibung, Grammatik und Textaufbau, insbesondere in Briefen und E-Mails. Zur Abrundung des Programms wurde ein Kurs „Benimm ist in“ als Tagesseminar aufgelegt. Dieser Teil hat sich inzwischen zum Klassiker entwickelt: Über zwei Drittel der Teilnehmenden haben diesen Kurs gebucht.

10. Gab es schon Resonanz auf die Berufsinitiative von Teilnehmern und Ausbildungsbetrieben?
Ute Horstkötter-Starke:  Am 30. Juni 2010 werden wir unsere 200. Veranstaltung durchführen und über 2300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Veranstaltungen registrieren können. Ich denke, diese Zahlen sprechen für sich selbst. Soweit die quantitativen Aspekte: Inhaltlich wird die Initiative von Teilnehmenden, Unternehmen, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern in den Erhebungen in aller Regel mit einem sehr positiven Feedback bedacht. Das macht natürlich Freude und motiviert die Macher hinter den Kulissen.

11. Wie anerkannt ist das Angebot bzw. das IHK-Zertifikat bei Ausbildungsbetrieben?
Ute Horstkötter-Starke:  Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen zunächst eine regelmäßige Teilnahme nachweisen und einen Test erfolgreich bestehen, bevor sie ein Zertifikat erhalten. Mit diesem Dokument können sie beweisen, dass sie ihren beruflichen Erfolg nicht dem Zufall überlassen und sich über das reguläre schulische Engagement hinaus für ihre berufliche Ausbildung stark gemacht haben. Das funktioniert laut Aussage der Teilnehmenden gut. Im Übrigen sind es auch häufig Eltern, die von der Idee begeistert auf uns zu kommen.

12. Soll das Angebot noch erweitert werden?
Ute Horstkötter-Starke:  Aktuell betrachten wir das Programm als ausgewogen. Anregungen stehen wir jedoch immer offen gegenüber.

(Julia Zelonczewski)


 


 

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