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IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) sieht für ihre Mitgliedsbetriebe immer größere Probleme, offene Ausbildungsstellen qualifiziert zu besetzen:

„Viele Unternehmen machen sich immer größere Sorgen, geeignete Fachkräfte für die Zukunft qualifizieren zu können. Die Zahl der Bewerbungen auf offene Ausbildungsstellen vor allem im gewerblich-technischen Bereich und im Gastgewerbe geht deutlich zurück. Betroffen sind vor allem kleinere Unternehmen, die sich kein professionelles Ausbildungsmarketing leisten können“, sagt IHK-Geschäftsführer Swen Binner.

Die zum Ausbildungsbeginn am 1. August von den Agenturen für Arbeit für Ostwestfalen gemeldeten 1.800 unbesetzten Ausbildungsstellen, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bestätigten die IHK-Analyse, so Binner. „Schon im vergangenen Jahr konnten etwa 120 Ausbildungsstellen in Ostwestfalen trotz unserer intensiven Nachvermittlungsaktion nicht besetzt werden. Bis zum Jahresende 2011 müssen wir mit mindestens 200 offenen Ausbildungsstellen rechnen – das ist eine besorgniserregende Entwicklung.“ Dabei rechnet die IHK mit rund sieben Prozent neu eingetragenen Ausbildungsverträgen auf gut 6.000 zum Ausbildungsstart am 1. August. Insgesamt bestehe laut IHK stärkerer Handlungsbedarf, um Schülerinnen und Schüler für eine duale Ausbildung zu interessieren. Dazu gehörten bessere Informationen über geringer nachgefragte Ausbildungsberufe vor allem im gewerblich-technischen Bereich und eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen allgemein bildenden Schulen und Unternehmen.

Auch mit der Bezirksregierung und den Berufskollegs sei die IHK im Gespräch. „Wir sehen einen geringeren Bedarf an den so genannten vollzeitschulischen Assistenten-Bildungsgängen, die eine Konkurrenz zur dualen Ausbildung darstellen können – vor allem wegen der frühen Anmeldezeitpunkte im Februar eines Jahres. Die Berufskollegs bringen sich allerdings hervorragend in die duale Ausbildung ein, da sie den Betrieben beispielsweise optimierte Ausbildungszeitmodelle und praxisnahen Unterricht anbieten. Im Rahmen der dualen Ausbildung sehen wir, unterstützt durch viele Arbeitskreise von Berufsschullehrern und betrieblichen Ausbildern, eine reibungslose Zusammenarbeit, die den Ausbildungsmarkt stabilisiert“, so Binner.

Zukünftig seien alle Partner des Ausbildungskonsenses – Agenturen für Arbeit, Berufskollegs, Gewerkschaften und IHK – gefordert, um mehr Schulabgänger für die duale Ausbildung zu gewinnen. „In vielen Bereichen können nicht mehr die Maßstäbe an die Qualität der Bewerber angelegt werden wie noch vor einigen Jahren bei einer größeren Auswahl. In diesem Spannungsfeld sehen wir viele Unternehmen: Schon jetzt bietet jeder zweite Betrieb Nachhilfeunterricht an, der eigentlich nicht zum Ausbildungsplan in den Betrieben gehört“, so der IHK-Geschäftsführer.

(Redaktion)


 


 

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