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IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Ausbildungsbilanz 2011 positiv – Bewerberinteresse zu gering

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zieht eine positive Bilanz zum Ausbildungsjahr 2011: Die IHK-Mitgliedsbetriebe haben im vorigen Jahr mit 8.134 neuen Ausbildungsverträgen 6,6 Prozent mehr als 2010 (7.630 Verträge) abgeschlossen.

Einen überproportionalen Anstieg gab es in den gewerblich-technisch ausgerichteten Ausbildungsberufen mit einem Plus von 13,8 Prozent auf insgesamt 2.677 Verträge. „Auch in den kaufmännischen Ausbildungsberufen, die mit 5.457 Neuverträgen quantitativ deutlich stärker vertreten sind, verzeichneten wir mit 3,4 Prozent einen großen Anstieg“, resümiert IHK-Geschäftsführer Swen Binner. Besonders hohe Zuwächse habe man in der Metalltechnik (+ 19,2 Prozent/absolut 1.224), bei den Industriekaufleuten (+ 19 Prozent/903), in der Papier- und Druckverarbeitung (+ 18,3 Prozent/233), bei den Fachkräften für Lagerlogistik (+ 18,3 Prozent/258) sowie bei den Mediengestaltern Digital und Print (14,3 Prozent/104).

Deutlichere Rückgänge vermeldet die IHK bei den Informatikkaufleuten (- 18,8 Prozent/absolut 39) sowie bei den Berufen im Gastgewerbe mit einem Minus von 13,7 Prozent (absolut 453). Regional betrachtet gab es überproportionale Zuwächse vor allem in den industriell geprägten Kreisen Minden-Lübbecke (+ 14,4 Prozent/absolut 1.467 neue Verträge) und Herford (+ 8,2 Prozent/1.053) sowie in Bielefeld (+ 7,4 Prozent/1.777). „Der Kreis Gütersloh, der sich in den letzten Jahren am positivsten in Ostwestfalen entwickelt hat, lag auch 2011 mit einem Plus von 6,9 Prozent leicht über dem ostwestfälischen Durchschnitt (absolut 1.833 Ausbildungsverträge). Der Ausbildungsmarkt in den Kreisen Paderborn (+ 0,9 Prozent/1.506) und Höxter (- 3,1 Prozent/498) habe sich 2011 unterdurchschnittlich entwickelt.

Als Gründe für die insgesamt erfreuliche Entwicklung sieht Binner vor allem die konjunkturelle Erholung im Vorjahr, aber auch die Sorge vieler Unternehmen, dass der Fachkräftemangel die eigene Unternehmensentwicklung in den nächsten Jahren beeinträchtigen könnte. Auch die gute Abstimmung zwischen den Berufskollegs und Unternehmen trage in Ostwestfalen positiv zur Ausbildungssituation bei. Die aktuelle Entwicklung sei stark geprägt von der andauernden Problematik des Fachkräftemangels, vor allem in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. „Wir spüren weiterhin eine positive Stimmung in den Unternehmen und eine hohe Bereitschaft, weitere Ausbildungsplätze anzubieten. Allerdings sinken die Bewerberzahlen in einigen Branchen auf ein gefährliches Niveau.

Vor allem das Gastgewerbe sowie die Metall- und Kunststoffverarbeitung sind davon betroffen“, analysiert Binner. Nach seinen Worten hat die IHK allein für die Nachvermittlungsphase nach September 2011 für das letzte Ausbildungsjahr 116 offene Ausbildungsstellen und 140 freie EQ-Plätze akquiriert, allein rund 25 Prozent für das Gastgewerbe. Von den in Ostwestfalen Anfang Oktober 2011 noch unvermittelten 327 Jugendlichen mit dem Wunsch einer dualen Ausbildung seien lediglich 118 zu den Nachvermittlungsgesprächen erschienen.

Nach Binners Worten kann sich der Ausbildungsmarkt in Ostwestfalen nur positiv weiterentwickeln, wenn die unversorgten Jugendlichen mehr Interesse an der dualen Ausbildung zeigen. In diesem Zusammenhang würden vor allem die Informationen über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung weiterentwickelt. Dabei seien auch die Elternhäuser gefordert.

(Redaktion)


 


 

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