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IHK-Umfrage Frühjahr 2013

Konjunktur in Ostwestfalen läuft robust

Die Konjunktur in Ostwestfalen zeigt sich nach wie vor von der Krise in weiten Teilen Europas wenig beeindruckt. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer Frühjahrskonjunkturumfrage, an der sich 1.911 Unternehmen mit 147.250 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten.

„Die Konjunktur in Ostwestfalen läuft nicht rasant, aber doch sehr robust“, betonte IHK-Präsident Ortwin Goldbeck bei der Vorstellung der Ergebnisse. Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, hat für die gesamte Wirtschaft in Ostwestfalen einen Schritt zur Seite gemacht und beträgt nach 114 Punkten im vorigen Herbst nunmehr 113 Punkte. „Für die ostwestfälische Industrie ist der Wert in diesem Zeitraum von 112 auf 118 Punkte gestiegen“, berichtete der IHK-Präsident. 31 Prozent der Industriebetriebe bezeichneten ihre gegenwärtige Geschäftslage als „gut“, 58 Prozent als „befriedigend“ - ähnlich wie im Herbst 2012.

Die Erwartungen seien demgegenüber sogar noch gestiegen: Mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage rechneten aktuell 27 Prozent (Herbst: 13 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung erwarten, sei mit 11 Prozent gleich geblieben. Ihre Ertragslage bewerteten 23 Prozent der Befragten mit „gut“ und 18 Prozent als schlecht (Herbst: 14 Prozent). Goldbeck: „Tariferhöhungen und die Energie- und Rohstoffpreise drücken auf die Margen der Unternehmen. Sicherlich wirkt sich hier auch aus, dass niedrigere Preise, die einige Zulieferer während der Krise gewähren mussten, seitdem noch nicht wieder entsprechend erhöht werden konnten. Gerade große Unternehmen aus dem Automobilbereich oder dem Handel verhandeln zudem hart mit ihren Lieferanten, was sich durchaus auf die Margen vieler Betriebe auswirkt.“ Ähnlich wie die Erwartungen zur Geschäftslage seien aber auch die Ertragserwartungen leicht gestiegen: 30 Prozent (Herbst: 16 Prozent) rechneten in den nächsten 12 Monaten mit einer Verbesserung ihrer Ertragslage, eine Verschlechterung prognostizierten 23 Prozent.

Für die nähere Zukunft rechne Ostwestfalens Industrie ebenfalls mit Zuwächsen beim Umsatz: 56 Prozent der Unternehmen gehen von weiterhin steigenden Gesamtumsätzen aus, 13 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang. „Dennoch sind die Unternehmen vorsichtig, denn die Risiken von den Energie- und Rohstoffpreisen bis hin zu den Auswirkungen der Schuldenkrise sind nicht gebannt“, so der IHK-Präsident. Spürbar sei dies an den Investitions- und Beschäftigungsplänen für die kommenden 12 Monate: 29 Prozent der Industriebetriebe wollen ihre Inlandsinvestitionen steigern (Herbst: 33 Prozent), 19 Prozent planen weniger Investitionen ein (Herbst: 11 Prozent). Beschäftigung aufbauen wollen 24 Prozent der Industrieunternehmen, einen Abbau planen 16 Prozent.

Das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung stellten nach wie vor die Energie- und Rohstoffpreise dar: 62 Prozent nennen dies in der IHK-Umfrage. Nach Angaben von IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff lag der Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes 2012 in Ostwestfalen 3,2 Prozent über dem Vorjahresergebnis (NRW: -2,3 Prozent) und betrug 40 Milliarden Euro. Dabei legten sowohl der Inlandsumsatz (+2,1 Prozent) als auch der Auslandsumsatz (+5,3 Prozent) zu (NRW: Inland -2,5 Prozent, Ausland -2 Prozent). Die Beschäftigtenzahl in der ostwestfälischen Industrie ist um 2,7 Prozent auf 147.626 gestiegen (NRW: +1,6 Prozent).

(Redaktion)


 


 

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