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Ausschüttungspolitik

In einer Studie wurden die Ausschüttungspolitik aus Perspektive der Unternehmen und Investment Professionals analysiert.

Die Kapitalmärkte befinden sich in einer schweren Krise. Der DAX notiert unter 5.000 Punkten. In diesen Zeiten gewinnt die Dividendenrendite im Rahmen von Investitionsentscheidungen wieder an Bedeutung. Entsprechend gespannt sind Anleger, wie sich die Ausschüttungspolitik der Unternehmen entwickeln wird. Doch welche entscheidenden Einflussfaktoren wirken auf die Ausschüttungspolitik?

Dieser Frage sind die Kirchhoff Consult AG (München) und der Lehrstuhl für Rechnungswesen und Controlling an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nachgegangen.

In der am 14. Januar veröffentlichten Studie wurden die verschiedenen Determinanten der Ausschüttungspolitik erhoben sowie die Ausschüttungspolitik aus Perspektive der Unternehmen und Investment Professionals analysiert. Neben den Finanzvorständen und Leitern der Abteilung Investor Relations von DAX-, MDAX-, SDAX- sowie TecDAX-Unternehmen wurden internationale Investment Professionals befragt. Die Studie zeigt, welche Faktoren bei der Ausschüttungspolitik eine Rolle spielen und welche Bedeutung die einzelnen Determinanten jeweils für Unternehmen und Investoren haben.

Unternehmensbezogene Einflussfaktoren sind entscheidend

Das wichtigste Ergebnis der Studie ist, dass sowohl die Unternehmensseite als auch die Investment Professionals die unternehmensbezogenen Einflussfaktoren der Ausschüttungspolitik als überwiegend entscheidungsrelevant einstufen. Demgegenüber werden die makroökonomischen Determinanten als meist nicht entscheidungsrelevant eingeschätzt. Bei der branchenbezogenen Determinante ?Ausschüttungspolitik der Konkurrenten” ist die Beurteilung unterschiedlich: Während aus Perspektive der Unternehmen diese nicht entscheidungsrelevant ist, stufen sie Investment Professionals als entscheidungsrelevant ein. Aus interner Sicht sind anteilseignerorientierte Determinanten ebenfalls nicht entscheidungsrelevant. Die externe Beurteilung dieser Determinanten ist unterschiedlich und ergibt kein klares Urteil.

Unterschiedliche Bewertung der Einflussgrößen

Die höchste Relevanz messen die Investment Professionals den liquiditätsorientierten Determinanten, d. h. dem Free Cash Flow, dem Bestand der Liquiden Mittel und dem operativen Cash Flow, sowie den Investitionen in Sach- und Finanzanlagen bei. Hingegen steht für Unternehmen neben den liquiditätsorientierten Determinanten die erfolgsorientierte Determinante Konzernjahresüberschuss an erster Stelle bei den Einflussgrößen auf die Ausschüttungspolitik.

Dividende als wichtigste Ausschüttungsform

Sowohl die Unternehmen als auch die Investment Professionals beurteilen die Dividende als die wichtigste Ausschüttungsform, gefolgt vom Aktienrückkauf und der Sonderdividende. Als bedeutendste dividendenpolitische Strategien werden aus interner und externer Perspektive eine kontinuierlich wachsende Dividendenpolitik sowie stabile Ausschüttungsquoten genannt.

Aktienrückkaufprogramme gewinnen an Bedeutung

Bei Betrachtung der Zeitperspektive zeigt sich, dass der Aktienrückkauf an Bedeutung gewinnen wird. Hinsichtlich der Motive von Aktienrückkaufprogrammen ist sowohl für Unternehmen als auch für Investment Professionals die Unterbewertung des Unternehmens entscheidend . Es folgen die Motive Ausschüttung überschüssiger Liquidität, Kapitalstrukturgestaltung und positives Signalling-Instrument. Aus Unternehmenssicht wird zudem der Nutzung von eigenen Aktien als Akquisitionswährung besondere Aufmerksamkeit geschenkt, während die Investment Professionals der Verbesserung der Earnings per Share Relevanz beimessen.

Dividende dient kaum als Bemessungsgrundlage für Managementvergütung

“Die Ergebnisse der Studie zeigen ferner, dass als Bemessungsgrundlage der variablen Managementvergütungen mehrheitlich das jeweilige Periodenergebnis herangezogen wird. Die Dividende als wichtigste Ausschüttungsform findet in diesem Zusammenhang kaum Berücksichtigung”, erklärt Petra Nix, Vorstand der Kirchhoff Consult AG. “Offen bleibt somit, ob und inwieweit sich Manager nachhaltig einer investorenorientierten Ausschüttungspolitik verpflichtet fühlen, wenn gleichzeitig andere Bemessungs¬grundlagen in ihren Anreizsystemen im Vordergrund stehen.”

Unternehmen und Aktionäre mit unterschiedlichen Präferenzen

“Bei den Entscheidungen zur Ausschüttungspolitik müssen sowohl die Unternehmensinteressen als auch die Interessen der Aktionäre aufeinander abgestimmt werden. Immerhin haben deutsche Aktiengesellschaften 2008 die Rekordsumme von 43,8 Milliarden Euro ausgeschüttet. Bei den DAX-Unternehmen wurden 40 Prozent der Gewinne an die Aktionäre verteilt”, ergänzt Prof. Dr. Thomas M. Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Controlling an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. “Dass es hier zu unterschiedlichen Präferenzen kommt, liegt auf der Hand. Umso wichtiger ist es für alle Beteiligten zu wissen, welche Determinanten die Ausschüttungspolitik bestimmen. Wir sind sicher, dass die empirischen Ergebnisse der Studie zu einem besseren Verständnis zwischen Unternehmen und Investoren beitragen.”

Die vollständige Studie erhalten Sie unter www.kirchhoff.de/infothek.html

(Redaktion)


 


 

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