Weitere Artikel
IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Jeder fünfte Ausbildungsvertrag 2010 vorzeitig gelöst

Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) wurde im Vorjahr jeder fünfte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst:

Von den 8.779 Ausbildungsverträgen zum 31. Dezember 2010 wurden insgesamt 1.742 abgebrochen. „Gut die Hälfte der Ausbildungsverträge werden im ersten Ausbildungsjahr, meistens in der viermonatigen Probezeit gelöst. Dagegen werden im dritten und vierten Ausbildungsjahr nur noch 1,5 bis 2 Prozent der Verträge aufgehoben“, erläutert IHK-Geschäftsführer Swen Binner.

Ein besonderes Problem sieht er in den Ausbildungsverträgen, die vor Beginn der Ausbildung von den Jugendlichen nicht angetreten werden. Binner: „Im vergangenen Jahr haben rund 200 Jugendliche ihre Ausbildung nicht angetreten: Das stellt für die Unternehmen in ihrer Ausbildungsplanung ein besonderes Problem dar. In vielen Fällen informieren die Jugendlichen noch nicht einmal die Unternehmen darüber, dass sie einen anderen Weg gehen“.
Die meisten Abbrüche entfallen nach seinen Worten auf das Hotel- und Gaststättengewerbe (35 Prozent), die Floristen (24 Prozent), die Holzverarbeitung und den Beruf Verkäufer (jeweils 23 Prozent). Besonders niedrige Werte verzeichnet die IHK bei den Berufen der Elektrotechnik (9,5 Prozent), den Banken (11 Prozent) sowie bei den Industriekaufleuten (12 Prozent) und in der metall-verarbeitenden Industrie (13 Prozent).

„Das Berufsbildungsgesetz räumt beiden Seiten eine bis zu viermonatige Probezeit ein, sodass nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Auszubildenden sich noch in diesem Zeitraum neu orientieren können“, bewertet der IHK-Geschäftsführer diese Zahlen nicht über. „Dennoch sehen wir es als dauerhaftes Ziel in den bildungspolitischen Diskussionen an, diese Quoten zu verringern“.
Als Beispiele nennt er eine intensivere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler etwa durch freiwillige Praktika in den ausgewählten Berufsfeldern, eine Fortsetzung der Initiativen zur besseren Zusammenarbeit von Unternehmen und allgemeinbildenden Schulen, Lehrerbetriebspraktika, um die Multiplikatoren anzusprechen, sowie die Notwendigkeit einer kritischen Begutachtung der Bewerber durch die Unternehmen.

Allerdings gibt es laut Binner aktuell wenig Hoffnung, die Zahl der Löschungen zu senken, die auch in den Jahren vor 2010 jeweils um die 20 Prozent betragen habe. „Die Unternehmen sind gezwungen, die Qualität und die Maßstäbe für die Einstellung von Auszubildenden angesichts der deutlich rückläufigen Bewerberzahlen weiter zu senken. Deshalb müssen wir das Übergangsmanagement zwischen Schule und Beruf in Ostwestfalen weiter optimieren“.

(Redaktion)


 


 

Jugendliche
Bewerber
Binner
Problem
Schüler

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ausbildung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: