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Klimaschutz

In der Krise sinkt der Wille zum Umweltschutz

Klimaschutz ist dieser Tage nicht nur in Kopenhagen ein wichtiges Thema. Doch die Gewichtung verändert sich: Wohl auch infolge der Wirtschaftskrise haben die Konsumenten offenbar andere Sorgen als den Umweltschutz. Das ergibt eine internationale Nielsen Umfrage unter rund 28.000 Internet-Usern in 54 Ländern.

Nach wie vor machen sich allerdings 65 Prozent der Deutschen Sorgen um die Umwelt. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland damit im unteren Drittel liegt. Weltweit machen sich mehr als drei Viertel (78%) der Befragten Sorgen um die Umwelt, in Europa sind es immerhin 71 Prozent. Der Grund dafür liegt vermutlich in den bereits sehr ausgeprägten Umweltschutzmaßnahmen, die zum Beispiel auch in Österreich zu einer subjektiv besseren Einschätzung und damit weniger Sorgen führen.

Die größten Sorgen machen den deutschen Konsumenten der Klimawandel (91%), gefolgt von Luft- (88%) und Wasserverschmutzung (82%). Auffallend ist, dass der Wille zum persönlichen Engagement sinkt, während der Staat vergleichsweise noch stärker in die Pflicht genommen wird.

Persönliche Bereitschaft sinkt

Während vor zwei Jahren noch 28 Prozent der deutschen Konsumenten meinten, dass die Menschen im Interesse der Umwelt nach Möglichkeit regionale Produkte wie zum Beispiel saisonales Gemüse kaufen sollten, vertreten inzwischen nur noch 17 Prozent diese Ansicht. „Die Wirtschaftskrise hat für viele Konsumenten das Thema Umweltschutz als Top-Thema verdrängt“, erklärt Ingo Stapf, Commercial Director bei The Nielsen Company in Deutschland. Beim Einsatz von Energiesparlampen oder energieeffizienten Geräten ist die Zustimmung in Deutschland um die Hälfte auf nunmehr elf Prozent gesunken. Dazu Stapf: „Die ‚staatlich verordneten’ Energiesparlampen könnten dazu geführt haben, dass sich die Konsumenten bei diesem Thema weniger in der Verantwortung sehen, sondern sich auf staatliche Regulierung verlassen.“ Aber auch bei der Isolierung von Häusern und der Reduktion persönlicher Autofahrten gibt es einen deutlichen Rückgang um jeweils fünf Prozentpunkte, wohl auch begründet durch gesunkene Energiepreise.

Ein Zeichen, dass Konsumenten weniger Verantwortung übernehmen wollen, gibt es auch bei der Einstellung zu staatlichen Maßnahmen: 2007 waren es noch 29 Prozent, die staatliche Anreize für umweltgerechtes Verhalten von Privatpersonen befürworteten. 2009 sind es nur mehr 23 Prozent.

Staat und Unternehmen weiterhin in der Pflicht

Die Einstellung zu staatlichen Maßnahmen hat sich zwar in den letzten zwei Jahren in Deutschland kaum verändert, durch den starken Rückgang beim persönlichen Engagement erhält der Staat nun aber deutlich mehr Gewicht. So sind 36 Prozent der Befragten der Meinung, es solle eine staatliche Begrenzung der CO2-Emissionen für Unternehmen geben. Immerhin 35 Prozent denken, der Staat solle Projekte zur Erforschung von Umweltschutzmaßnahmen initiieren.

„Dennoch rechnen wir damit, dass die wirtschaftliche Erholung und der Klimagipfel in Kopenhagen dazu beitragen werden, den Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen wieder auf einen prominenten Platz zu holen“, so Stapf.

(nielsen)


 


 

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