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Konjunkturumfrage

Konjunktur in der Region ist deutlich gesunken

Die wirtschaftliche Lage im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK) hat sich zu Jahresbeginn weiter abgekühlt. Die bereits im Sommer 2007 aufgetretene US-Finanzkrise hat sich in den letzten Wochen zu einem Flächenbrand ausgebreitet und hinterlässt auch in der hiesigen Region ihre Spuren.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der sich aus den Beurteilungen der Unternehmen bezüglich ihrer gegenwärtigen Geschäftslage und ihren Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung zusammensetzt, erreicht seinen Tiefststand mit +73,9 Punkten. Er liegt damit annähernd so niedrig wie zuletzt im Herbst 2002 (+70 Punkte). Auch vor sieben Jahren hat sich die Konjunktur wieder von dem Tief nach dem Einbruch der New Economy erholt. Entgegen allen Weltuntergangsszenarien ist zu erwarten, dass sich auch diesmal die Wirtschaft erholen wird.

Im aktuellen Stimmungsbarometer spiegelt sich die gesamtwirtschaftliche Eintrübung auf hohem Niveau wieder. Zum zweiten Mal in Folge liegt der Wert unter der 100er Grenze. Die zurückhaltende Wirtschaftsentwicklung der letzten Monate schlägt sich auf die Einschätzungen der Unternehmen nieder. So gehen deutlich mehr Betriebe von einer ungünstigen Geschäftsentwicklung für das Jahr 2009 aus, als von einer günstigeren. Zum fünften Mal in Folge beurteilen die Befragten ihre Lage schlechter als in der Vorumfrage, ein deutliches Zeichen für eine starke Abkühlung, aber keine chronische Konjunkturschwäche.

Sowohl die Einschätzung der Geschäftslage als auch die Beurteilung der zukünftigen Erwartungen haben sich verschlechtert. 29,9 Prozent der befragten Unternehmen schätzen ihre derzeitige Geschäftslage zu Jahresbeginn schlecht ein, nur 22 Prozent sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. Noch stärker sehen sich die Betriebe zu einer spürbaren Korrektur ihrer Zukunftserwartungen nach unten gezwungen. Die Hälfte der Befragten schätzt ihre zukünftige Geschäftslage schlecht ein. Dagegen sind es nur acht Prozent, die gute Geschäfte erwarten. Der Saldo verschlechtert sich von der Herbstumfrage im vergangenen Jahr mit -12,9 Punkten auf -40,9 Punkte zu Jahresbeginn 2009. In diesem Stimmungsbild spiegeln sich die ohnehin erwartete Konjunkturabkühlung sowie ein hohes Maß an zusätzlicher Verunsicherung wieder.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Investitionsplänen der Betriebe. Die Investitionsdynamik lässt erneut nach. Lediglich 18,5 Prozent setzen ihre Investitionsvorhaben um, mehr als die doppelte Anzahl an Betrieben (39,1 Prozent) wird die Investitionen zurückfahren. Die Wirtschaft kann sich nicht von den Folgen der Krise freimachen: Die Kursschwankungen und Unsicherheiten an den Börsen werden den einen oder anderen Konsumenten anregen, wieder mehr zu sparen.

Das Transportgewerbe profitiert von den günstigen Energiepreisen

Ein Lichtblick für die Unternehmen ist die gesunkene Inflationsrate sowie die niedrigen Energiekosten. Insbesondere das Transportgewerbe profitiert von den günstigen Energiepreisen.

Das Exportwachstum schaltet einen Gang zurück. 47,8 Prozent der Unternehmer berichten von rückläufigem Exportvolumen, nur 13 Prozent verzeichnen einen Exportanstieg. Der Saldo fällt spürbar von +8 Punkten auf -34,8 Punkte. Wichtige Absatzmärkte für die Betriebe aus der Region stagnieren, insbesondere in Westeuropa. Auch die Dynamik aufstrebender Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie Asien erleidet Dämpfer. Trotzdem bleibt der Aufholprozess in diesen Ländern bestehen. Das Gesamtbild schlägt sich in der hiesigen Exportwirtschaft nieder. Dennoch handelt es sich nur um eine vorübergehende Eintrübung. Die Betriebe haben eine gute Marktpositionierung und verfügen auch weiterhin über eine starke Wettbewerbsfähigkeit.  


 


 

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