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Konjunktur

Wirtschaft im Kreis Gütersloh in guter Verfassung

Zum Ende des Sommers zeigen sich die Unternehmen im Kreis Gütersloh in guter Verfassung. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) in ihrer Herbstkonjunkturumfrage, an der sich 378 Unternehmen mit 43.307 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten.

„Die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage befindet sich weiter auf einem sehr hohen Niveau. Hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen ist die Zuversicht der Wirtschaft gegenüber dem Frühjahr insgesamt stabil geblieben.“, erklärte IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele heute (22.09.2016) bei der Vorstellung der Ergebnisse. Der Konjunkturklimaindikator, der die Einschätzungen der momentanen Lage und die Zukunftserwartungen gleichermaßen berücksichtigt, ist für die gesamte Wirtschaft im Kreisgebiet gegenüber dem Frühjahr deutlich von 126 auf 138 Punkte gestiegen. Damit liegt der Wert deutlich über der 100er-Linie, die die Grenze zwischen einer insgesamt positiven oder negativen Stimmung markiert.

„In der Industrie sind die Einschätzungen zur momentanen Geschäftslage deutlich angestiegen. Die Unsicherheiten der letzten Umfragen haben sich bislang nicht negativ ausgewirkt“, betonte Miele. Demnach bezeichneten 68 Prozent der Industriebetriebe ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ (Frühjahr: 53 Prozent) und lediglich 4 Prozent als „schlecht“. Ebenfalls gestiegen seien die Erwartungen: 29 Prozent rechnen aktuell mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage (Frühjahr: 25 Prozent), von einer Verschlechterung gehen lediglich 8 Prozent aus (Frühjahr: 13 Prozent). Ein positives Signal gehe von den Investitionserwartungen aus. Aktuell wollen 47 Prozent der Betriebe ihre Investitionen steigern (Frühjahr: 45 Prozent), mit sinkenden Investitionen rechnen 9 Prozent der Unternehmen (Frühjahr: 16 Prozent). Auch die Umsatzerwartungen hätten sich gegenüber dem Frühjahr nochmals verbessert: 73 Prozent erwarten steigende Gesamtumsätze (Frühjahr: 70 Prozent) und 9 Prozent sinkende (Frühjahr: 2 Prozent). Das größte Risiko aus Sicht der Industrie sind laut Umfrage die allgemeinen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 60 Prozent der Nennungen, gefolgt von der Auslandsnachfrage mit 54 Prozent. Inzwischen zum fünften Mal in Folge sind die Risiko-Einschätzungen zu den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gestiegen. „Dieser Faktor hat neben seiner internationalen und nationalen Ausprägung auch eine regionale Dimension, die wir mit Sorge betrachten: die Gewerbeflächenentwicklung in der Region. Der aktuelle Landesentwicklungsplan birgt für unsere Region und Unternehmen erhebliche Gefahren“, warnte der IHK-Vizepräsident. „Zudem stellt die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften für viele Betriebe ein zunehmendes Problem dar“, betonte Miele.

Auch im Großhandel sei die Lage gut: so bewerten 45 Prozent (Frühjahr: 41 Prozent) der Großhändler ihre Geschäftslage mit „gut“ und nur 10 Prozent mit „schlecht“ (Frühjahr: 14 Prozent). Die Stimmung im Einzelhandel sei auf ordentlichem Niveau, aber gegenüber dem Frühjahr leicht gesunken. Die Zukunftserwartungen haben sich im Großhandel wenig verändert. Die Einzelhändler blicken ein Stück weit skeptischer in die Zukunft. Eine weitere Verbesserung der Geschäftslage erwarten nur 13 Prozent, eine Verschlechterung hingegen 16 Prozent. Dagegen ist laut IHK-Umfrage die Stimmung bei den Dienstleistern unverändert gut: 47 Prozent bewerten ihre momentane Geschäftslage als „gut“, nur 7 Prozent als „schlecht“. 32 Prozent erwarten eine verbesserte Geschäftslage, 12 Prozent eine schlechtere. Lediglich der Finanzsektor blicke skeptisch auf die kommenden zwölf Monate.

Nach Angaben von IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden bleibt der Kreis Gütersloh mit großem Abstand das industrielle Schwergewicht in Ostwestfalen: So stiegen die Gesamtumsätze des Verarbeitenden Gewerbes von Januar bis Juli 2016 im Kreis auf den Rekordumsatz von knapp 10,1 Milliarden Euro (+2,5 Prozent). Dabei erzielten die Auslandsumsätze mit 4,2 Milliarden Euro (+2,2 Prozent) ebenfalls einen bisherigen Höchststand. Auch die Industriebeschäftigung wuchs: um 5,6 Prozent auf 53.956 Beschäftigte. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei um 4,0 Prozent auf einen erneuten Rekordstand von 164.156 Beschäftigten geklettert. „Damit hat sich der Kreis im Vergleich zu Bund, Land und Ostwestfalen insgesamt sehr gut entwickelt“, resümiert von der Heiden.

(Redaktion)


 


 

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