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KPMG-Studie: In Unternehmensbilanzen lauern große Abschreibungsrisiken

Vielen Unternehmen droht aufgrund hoher Goodwill-Positionen und immaterieller Vermögenswerte in der Bilanz als Folge von Firmenübernahmen in der Vergangenheit möglicherweise eine erhebliche Ergebnisbelastung.

Vor allem in Branchen, bei denen ein bedeutender Anteil des Kaufpreises üblicherweise auf immaterielle Vermögenswerte entfällt, ist mit erheblichen planmäßigen Abschreibungen zu rechnen. Dieser liegt am höchsten in der Konsumgüter- (57 Prozent) und in der pharmazeutischen Industrie (45,1 Prozent) sowie in der Medienindustrie (43,5 Prozent). Der relative Anteil des bilanzierten Geschäftswertes (Goodwill) beträgt in vielen Branchen im Verhältnis zu den Kosten des Unternehmenszusammenschlusses mehr als 50 Prozent. Den höchsten Goodwill-Anteil verzeichnen Internet & E-Commerce-Unternehmen (70,4 Prozent), die Bau- und die Softwarebranche (68,4 bzw. 62,5 Prozent). Dahinter folgen Transport & Logistik (58,8 Prozent) und Telekomanbieter (56 Prozent). Dieser relativ hohe Anteil steigert in den betroffenen Unternehmen besonders in Zeiten des konjunkturellen Abschwungs oft das Risiko für außerplanmäßige Abschreibungen auf den Geschäftswert. Zu diesem Ergebnis kommt eine KPMG-Studie, für die 342 Transaktionen vergangener Jahre in 14 verschiedenen Branchen unter die Lupe genommen wurden.

Christian Klingbeil, Partner im Bereich Corporate Finance von KPMG: „Unsere Analyse deutet darauf hin, dass in den vergangenen Jahren bei Firmenübernahmen offenbar häufig ambitionierte Synergieerwartungen existierten oder hohe Aufschläge gezahlt wurden. Gleichzeitig liegt die Vermutung nahe, dass eine Verteilung des Kaufpreises zugunsten des Geschäftswertes vorgenommen wurde, um die planmäßigen Abschreibungseffekte aus immateriellen Vermögenswerten gering zu halten. Die hieraus resultierenden hohen Goodwills werden jetzt in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs einem echten Härtetest unterzogen und können zu erheblichem Abschreibungsbedarf führen.“

Mit dieser Analyse will KPMG es Entscheidern erleichtern, die zentralen branchenspezifischen immateriellen Werttreiber und prägenden Parameter schnell zu identifizieren. Dem verantwortlichen Management liefert die Analyse im Zusammenhang mit Transaktionsentscheidungen wertvolle Hinweise, um entsprechende zukünftige Ergebniseffekte aus Abschreibungspotenzial besser einschätzen zu können.“ Christian Klingbeil: „Die Analyse macht transparent, welche spezifischen immateriellen Werttreiber in der jeweiligen Branche identifizierbar und maßgeblich sind und welche Rolle sie in Relation zum Kaufpreis spielen. Bereits im Vorfeld einer Transaktion sollte auch die genaue Analyse der einzelnen Komponenten des Geschäftswertes im Blickpunkt stehen. Hierbei sind insbesondere branchenspezifische Kenntnisse erforderlich, um nicht nur die zu erwartenden Synergien planen zu können, sondern auch die langfristigen Wachstumserwartungen.“

(Redaktion)


 


 

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