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Interview

9 Fragen an... Hermann Hecker, Bürgermeister der Stadt Höxter

OWL.Business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Hermann Hecker, Bürgermeister der Kreisstadt Höxter, hält es für falsch, den Blick täglich auf die Finanzkrise zu richten und ist zuversichtlich, dass sich der „Konjunkturhimmel“ bald wieder aufhellen wird.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Höxter in 2008?

Hermann Hecker: Die Kreisstadt Höxter hat eine Vielzahl leistungsstarker Unternehmen, die sich im Jahre 2008 erfreulicherweise auch entsprechend weiterentwickelt haben. Darüber hinaus erfreut sich auch unser jüngstes Gewerbegebiet, der Wirtschaftspark Höxter, dank seiner hervorragenden Standortvoraussetzungen immer stärkerer Nachfrage.

business-on.de: Wie wird sich der Arbeitsmarkt in der Region entwickeln?

Hermann Hecker: Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt vor dem Hintergrund der konjunkturellen Krise seriös schwer zu beantworten. Allerdings stimmt mich die Tatsache optimistisch, dass die heimischen Unternehmen auch mit Blick auf ihre Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber bei schwächerer Auftragslage eher auf die Kurzarbeit setzen als ihre Mitarbeiter zu entlassen.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen den Standort Höxter und OWL besonders aus?

Hermann Hecker: Eine herausragende Stärke des Standortes und auch der Region ist die Mentalität der Menschen und damit der Beschäftigten, ihre Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft. Sie ist mit ursächlich für die Standortverbundenheit und die hohe Produktivität der heimischen Unternehmen.

business-on.de: Wie schätzen Sie die Perspektiven für 2009 ein? Wie wirkt sich die Finanzkrise aus?

Hermann Hecker: Auch diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt noch schwierig zu beantworten. Allerdings halte ich es bei der nach wie vor gegebenen wirtschaftlichen Stärke unseres Landes und der Innovationskraft seiner Unternehmen für falsch, den Blick ausschließlich und täglich auf die Wirtschafts- und Finanzkrise zu richten. Statt dessen erscheint es mir angebrachter zu sein, vor dem Hintergrund der angesprochenen wirtschaftlichen Stärke unseres Landes und seiner Unternehmen sowie der ergriffenen konjunkturellen Unterstützungsmaßnahmen die Zuversicht aufzubringen, dass auch diese Krise überwunden wird und dass sich der „Konjunkturhimmel“ schon bald wieder aufhellen wird.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Höxter/OWL bringen?

Hermann Hecker: Die Risiken ergeben sich zwangsläufig aus der schon angesprochenen Wirtschafts- und Finanzkrise. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass die Chancen überwiegen werden, wenn man im Vertrauen auf die eigenen Stärken alles unternimmt, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Zum dem bin ich davon überzeugt, dass das von der Bundesregierung angestoßene Konjunkturpaket II viele Impulse bringen wird. Die Kreisstadt Höxter erhält hieraus ca. 3,3 Mio Euro.

business-on.de: Wie sieht es mit der Steuer - und Abgabenlast in Höxter aus? Wie stellen Sie sicher, dass der Standort für Unternehmer attraktiv bleibt?

Hermann Hecker: Die kommunalen Steuern in Höxter liegen im Rahmen der Durchschnittshebesätze in NRW 2008 bzw. zum Teil auch deutlich darunter. Zudem stehen Steuererhöhungen für 2009 nicht an. Auch hat die Kreisstadt Höxter ihr Gewerbeflächenangebot stark ausgebaut und steht den heimischen Unternehmen mit ihrer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung jederzeit gern zur Seite. Und dass die Lebens- und Wohnbedingungen, also die weichen Standortfaktoren , in Höxter besonders attraktiv sind, ist ein weiterer Grund für die Standortverbundenheit der heimischen Unternehmen.

business-on.de: Wie sieht es generell mit der Unternehmerfreundlichkeit in der Region aus? Welche Maßnahmen, beispielsweise im Bereich Wirtschaftsförderung, sind für das kommende Jahr geplant?

Hermann Hecker: Die Kreisstadt Höxter ist bereits im Jahre 2006 dem Bündnis für wirtschaftsnahe Verwaltung in der Modellregion für Bürokratieabbau OWL beigetreten. In Anlehnung an die vom Bündnis für wirtschaftsnahe Verwaltung vorgegebenen Kriterien werden wir unsere Ausrichtung als verlässlicher und kompetenter Partner der heimischen Wirtschaft im Sinne eines Serviceversprechens weiter verstärken. Unser Wirtschaftsförderer wurde als Lotse für die Wirtschaft damit beauftragt, alle für Unternehmen relevanten Fragen in unserem Hause zu betreuen. Zudem wird es interne Schulungen geben, die alle Mitarbeiter noch stärker als bisher für ein wirtschaftsfreundliches Handeln sensibelisieren. Zudem werden wir auch unsere intensiven Vermarktungsbemühungen für unser neues großflächiges Gewerbegebiet, den Wirtschaftspark Höxter, fortführen.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die im kommenden Jahr einen maßgeblichen Einfluss auf die Region OWL haben werden?

Hermann Hecker: Einen maßgeblichen Einfluss wird im nächsten Jahr, aber auch in den Folgejahren, sicherlich der demografische Wandel nehmen. Vorrangig sind bedarfs- und familiengerechte Maßnahmen und Angebote zur Stärkung der Bevölkerungsentwicklung und des Fachkräftebestandes anzugehen. Allerdings sollten m.E. bei diesem für viele Bereiche unseres Lebens bedeutsamen Thema nicht immer nur die negativen Folgen und Risiken in der Betrachtung Berücksichtigung finden. Nicht ganz aus den Augen verlieren sollte man, dass durch eine immer älter werdene Bevölkerung sich durchaus auch Impulse beispielsweise für Konsum und Tourismus ergeben können.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Hermann Hecker: Halten wir es mit dem neuen US-Präsidenten Barack Obama. Sein Wahlspruch lautete: „Yes, we can!“ Wir schaffen das!

(Redaktion)


 


 

Hermann Hecker
Bürgermeister
Kreisstadt Höxter

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