Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
  • 10.04.2008, 13:38 Uhr
  • |
  • Herford
Küchenmöbelindustrie

Küchenmöbelindustrie wächst um 5,29 Prozent

Nach den nunmehr vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten endgültigen Jahreszahlen für 2007 ist die deutsche Küchenmöbelindustrie in 2007 um 5,29 Prozent gewachsen. Damit liegt das Wachstum der Küchenmöbelindustrie geringfügig unterhalb des Wertes für die Möbelindustrie insgesamt, deren Umsatzzuwachs 5,84 Prozent betrug. Diese statistischen Durchschnittswerte geben die Lage der Branche allerdings nur unvollständig wieder. Tatsächlich haben sich Inlands- und Auslandsgeschäft völlig konträr entwickelt. Während das Auslandsgeschäft mit + 18,8 Prozent weiterhin Wachstumsmotor der Branche bleibt, war das Inlandsgeschäft mit -1,84 Prozent rückläufig, insbesondere im 2. Halbjahr. Für 2008 prognostiziert der VdDK erst im 2. Halbjahr eine Belebung des Inlandsgeschäfts. Das Auslandsgeschäft sollte sich demgegenüber weiterhin positiv entwickeln; die Zuwächse dürften allerdings auch dort aufgrund der Finanz- und Immobilienkrise in Auslandsmärkten geringer ausfallen.

Nach Angaben von Dr. Lucas Heumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK), bleibt das Inlandsgeschäft Sorgenkind der deutschen Küchenmöbelbranche. Dies gilt gleichermaßen für Industrie und Handel. Die Industrieumsätze im Inland haben sich im Jahre 2007 rückläufig entwickelt, und zwar um 1,84 Prozent. Grund ist der Einbruch des Inlandsgeschäfts insbesondere im 2. Halbjahr 2007. Die positiven Gesamtwerte der Umsatzentwicklung konnten daher nur „gerettet“ werden durch eine unverändert stark wachsende Geschäftstätigkeit im Ausland. So sind die Auslandsumsätze der deutschen Küchenmöbelindustrie im Jahre 2007 um 18,87 Prozent gewachsen. Die Exportquote beträgt durchschnittlich 35,57 Prozent und bewegt sich kontinuierlich auf die magische 40 Prozent-Marke hin.

Auslandsgeschäft mit dem russischen Markt angestiegen

Regionaler Schwerpunkt der Auslandsgeschäfte ist weiterhin Westeuropa. Nach Angaben des VdDK sind neun der zehn umsatzstärksten Auslandsmärkte der deutschen Küchenmöbelindustrie westeuropäische Staaten. Eine Abschwächung ist dabei eingetreten insbesondere in den Niederlanden und Großbritannien, die in den vergangenen Jahren wesentliche Wachstumsmotoren waren. Deutlich ansteigend mit einem Zuwachs von über 27 Prozent ist demgegenüber das Auslandsgeschäft mit dem russischen Markt, der zunehmend auch für mittelständische Hersteller im konsumigen Sektor interessant wird.

Wachstum auch in fernöstlichen Märkten

Wie der VdDK erläuterte ist darüber hinaus ein starkes Wachstum auch in fernöstliche Märkte festzustellen. Die Zuwächse in China mit +16 Prozent, Südkorea mit +11 Prozent und Japan mit + 13 Prozent liegen allerdings hauptsächlich im Objektgeschäft; wegen der Besonderheiten des Produkts Einbauküche ist demgegenüber das Kommissionsgeschäft in entferntere Regionen Asiens weiterhin unbedeutend.

Kontinuierliche Entwicklung für 2008

Für das Jahr 2008 prognostiziert der VdDK eine kontinuierliche Entwicklung. Das Inlandsgeschäft wird auch weiterhin problematisch bleiben wegen deutlicher Sättigungserscheinungen im innerdeutschen Markt, einer schwachen Bautätigkeit und einer unverändert niedrigen Konsumneigung der Verbraucher. Eine Besserung erwartet der VdDK für das Inlandsgeschäft erst im 2. Halbjahr. Hierfür – so Dr. Heumann – sprechen auch die Ergebnisse der Konsumklimastudie der GfK, des führenden europäischen Konsumforschungsinstituts. Danach hat sich gerade in den letzten Monaten die Anschaffungsneigung für langlebige Gebrauchsgüter deutlich verbessert, allerdings auf niedrigem Niveau. Erfahrungsgemäß spiegeln sich diese Indexentwicklungen bei der Anschaffungsneigung mit einer Verzögerung von annähernd sechs Monaten auf das tatsächliche Umsatzgeschäft. Daher dürften sich diese positiven Entwicklungen in der Konsumneigung erst im 2. Halbjahr auswirken.

Erwartungen für Auslandsgeschäft positiv

Für das Auslandsgeschäft erwartet der VdDK eine weiterhin positive Entwicklung, allerdings in geringerem Umfang als bisher. Für Geschäfte nach Übersee und Asien ist insbesondere die Schwäche des Dollars eine Belastung. In Großbritannien und Spanien wiederum spürt auch die deutsche Küchenmöbelindustrie an Angaben des VdDK die Folgen der Immobilienkrise.

(Redaktion)


 

 

Küchenmöbelindustrie
Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Küchenmöbelindustrie" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: