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Leistungsausschlüsse bei Sachversicherungen - worauf man achten muss, um vollen Schutz zu genießen

Es gibt Sachversicherungen, die braucht wirklich jeder: Eine private Haftpflichtversicherung zum Beispiel, eine Kfz-Haftpflicht, aber auch eine Absicherung der eigenen Immobilie in Form einer Wohngebäudever- sicherung. Aber der Schutz hat auch Tücken, denn nicht alle Risiken sind zu 100 Prozent abgedeckt, sondern für all diese Versicherungen gelten gewisse Leistungsbeschränkungen.

Beispiel Haftpflichtversicherung: Wer eine Haftpflichtversicherung abschließt, sichert damit Schäden ab, die er als Versicherter selbst verursacht. Trotzdem ist nicht jeder Schaden, den man verursacht, durch die Haftpflichtversicherung abgesichert. Die Leistungsausschlüsse einer Haftpflicht variieren zum Teil von Anbieter zu Anbieter und auch je nach Tarif, aber es gibt gewisse Grundsätze, die für fast alle Haftpflichtversicherungen gelten.

So sind vorsätzliche Schäden nicht versichert. Hat der Versicherte hingegen grob fahrlässig gehandelt, zahlt die Haftpflichtversicherung in aller Regel trotzdem. Wenn der Versicherte Schäden in seiner eigenen Mietwohnung anrichtet, handelt es sich dabei zwar um Schäden an fremdem Eigentum, jedoch besitzt er den Gegenstand tatsächlich selbst, ohne Eigentümer zu sein. Solche Schäden sind bei vielen Haftpflichtversicherungen von der Leistung ausgenommen.

Ein weiterer Problemfall: Ein Versicherter, der unter schweren psychischen Krankheiten oder anderen geistigen Beeinträchtigungen leidet, gilt nach deutschem Recht als deliktunfähig. Verursacht eine solche Person Schäden an fremdem Eigentum, zahlt die Haftpflichtversicherung in vielen Fällen nicht, weil es sich dabei um ein unkalkulierbares Risiko handelt. Ebenfalls ausgeschlossen sind Schäden innerhalb der Familie. Wenn ein Versicherter Schäden am Eigentum von Familienmitgliedern, oder von Leuten, die gleichen Haushalt leben, verursacht, beharren die meisten Haftpflichtversicherungen ebenfalls auf einem Leistungsausschluss.

Eine Hausratversicherung ist eine notwendige Ergänzung des eigenen Versicherungsportfolios, um den eigenen Hausstand vor Risiken wie Diebstahl, Blitzschlag oder anderen Schäden zu versichern. Dabei gibt es selbstverständlich auch einige Leistungsausschlüsse, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden und die folgendermaßen ausgestaltet sind. Was viele Versicherte nicht wissen: Sowohl Schäden durch Erdbeben, als auch Sengschäden werden von vielen Hausratversicherungen nicht übernommen, wenn es sich nicht umFolgeschäden handelt, die aus einem Versicherungsfall resultieren.

Auch Überspannungsschäden, die nicht infolge eines Blitzschlags
aufgetreten sind, werden oftmals nur dann erstattet, wenn man seinen
Tarif explizit damit ausstattet. Zu den Leistungsausschlüssen im
Bereich Leitungswasser gehören sowohl Schäden infolge von Plansch-
oder Reinigungswasser, als auch Kosten, die durch Überschwemmungen
wegen Witterungsniederschlägen entstehen. Darüber hinaus kommen viele
Hausratversicherungen auch nicht für Wasserschäden auf, die von
Sprinkleranlagen zur Brandlöschung verursacht werden. Auch in diesem
Bereich kann man jedoch bei einigen Versicherern Möglichkeiten
finden, einige dieser Fälle trotzdem abzusichern.

Auch in der Rechtschutzversicherung sind Leistungsausschlüsse zu
finden. Die Rechtschutzversicherung ist eine gute Absicherung für den
ganz normalen Alltag, denn es kann sehr schnell dazu kommen, dass man
in eine juristische Auseinandersetzung gerät, die unabhängig vom
Prozessausgang hohe Kosten mit sich bringt.

Aber auch im Rechtschutzbereich gibt es Leistungsausschlüsse, zum Beispiel für Vorsatztaten. Wenn der Versicherte vorsätzlich Straftaten begangen hat, übernimmt die Rechtschutzversicherung keinerlei Kosten für die rechtliche Vertretung und die Betreuung. Hierzu gehören übrigens auch grob fahrlässige Taten, was einen großen Unterschied zur Haftpflichtversicherung darstellt, die nämlich durchaus grob fahrlässig verursachte Schäden übernimmt.

Sind aufgrund bestimmter Vorkommnisse Bußgelder und Geldstrafen zu zahlen, fallen diese nicht in den Leistungsumfang der Rechtschutzversicherung. Dies basiert auf dem Prinzip, dass man den Versicherungsfall durch die Tat, die zum Bußgeld führt, selbst herbeigeführt hat. Auch die Durchsetzung der eigenen rechtlichen Interessen in Bezug auf bauliche Veränderungen an eigenen Grundstücken oder Gebäuden gehört zu den Leistungsausschlüssen vieler Rechtschutzversicherungen. Möchte man also ein eigenes Gebäude erweitern und es kommt dabei zu Kosten im rechtlichen Bereich, muss man diese Kosten im Regelfall selbst tragen.

(Redaktion)


 


 

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