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Logistik-Indikator

Kräftige Aufwärtssignale für die Logistikkonjunktur

Der Aufschwung in der deutschen Logistikwirtschaft setzt sich zum Jahresende fort. Der BVL/DIW Logistik-Indikator stieg im vierten Quartal um 20 Punkte und damit noch kräftiger als im Vorquartal, als er um gut 14 Zähler zulegen konnte.

Der jetzt erreichte Indexstand von 102,4 Punkten signalisiert bereits wieder eine Normalisierung nach dem drastischen Einbruch zum Jahreswechsel 2008/2009. Allerdings tragen hierfür vor allem die optimistischen Zukunftsaussichten bei: Dies zeigt sich daran, dass die Expertenbeurteilung der aktuellen Lage und der Zukunftserwartungen weit auseinandergeht.

So ist die Schere zwischen Erwartungs- und Lageindikator mit einer Spanne von gut 37 Indexpunkten immer noch weit geöffnet. Für die Gesamtbeurteilung gilt deshalb: Die erwartete Verbesserung der Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten bezieht sich auf eine Lageeinschätzung, die immer noch 16 Prozent unter dem Normalniveau liegt. „Der Weg aus der Talsohle ist mühsam, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach wie vor schwierig sind“, sagte Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik.

Logistiker erwarten keine nennenswerten Impulse durch Steuersenkungen

Von den seitens der neuen Bundesregierung in Aussicht gestellten steuerlichen Entlastungen für Unternehmen gehen nach ganz überwiegender Ansicht der Befragten keine nennenswerten konjunkturellen Impulse aus. 68 Prozent der Logistikdienstleister und sogar 79 Prozent der befragten Industrie- und Handelsunternehmen äußerten sich skeptisch. „Die Logistikwirtschaft leidet unter mangelnder Nachfrage. Eine Stärkung der Nachsteuerrendite der Unternehmen ist demzufolge kaum geeignet, dem Konjunktureinbruch entgegen zu wirken“, sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths.

Logistikanbieter erholen sich kräftig

Dominiert wird die Entwicklung des Gesamtindikators durch die sehr kräftige Erholung auf der Anbieterseite (Logistikdienstleister), deren Teilindikator um 31,5 Punkte anzog. Wesentlich gedämpfter verläuft die Dynamik indes bei den Anwendern in Industrie und Handel (Klimaverbesserung um gut 8,3 Punkte). Bei beiden Gruppen war jeweils die bessere Einschätzung der aktuellen Lage die wesentliche Triebkraft. Erstmals seit mehr als einem Jahr zeigt sich das Logistikklima der Anbieter (107,7 Indexpunkte) wieder freundlicher als das der Anwender (97,2 Indexpunkte).

Auf der Anbieterseite hat der Umschwung bei den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland maßgeblich zur drastischen Verbesserung der Lageeinschätzung (Anstieg um 40 Indexpunkte) beigetragen. Auch die Kapazitätsunterauslastung konnte deutlich verringert werden. Für die kommenden zwölf Monate wird ganz überwiegend mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung gerechnet. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen nähern sich die Logistikdienstleister nunmehr enger an die von den Anwendern in Industrie und Handel zukünftig erwarteten Logistikbedarfe an. In der Folge wird kein wesentlicher weiterer Personalabbau geplant und die Sachkapazitäten dürften sogar wieder leicht ausgebaut werden.

Bei den Befragten auf der Nachfrageseite fallen die Indexbewegungen wesentlich milder aus. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass auch der Absturz in den Vorquartalen gedämpfter verlief: die Hauptanpassungslast schwankender Logistikbedarfe wurde vor allem auf die Logistikanbieter abgewälzt, während die eigenen Kapazitäten auch in den Krisenquartalen insgesamt befriedigend ausgelastet werden konnten. Die verbesserte Lageeinschätzung ist bei nahezu stagnierendem Logistikbedarf auf die leicht verbesserte Kapazitätsauslastung und die zwar immer noch hohe aber nunmehr etwas verringerte Kapazitätsverfügbarkeit im Markt zurückzuführen. Der Erwartungsindikator für die Anwenderseite bleibt nahezu unverändert (Anstieg um 1,3 Indexpunkte). Auch in den einzelnen Erwartungskomponenten zeigt sich wenig Bewegung. Daher drohen bei Industrie- und Handelsunternehmen bei stagnierenden Sachkapazitäten weiterhin Einschnitte beim Personalbestand.

(DIW)


 


 

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