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Haverkamp Interior Design

Innenarchitekt Manfred Haverkamp: „Wir schaffen Räume, die begeistern“

Ziel und Leidenschaft von Manfred Haverkamp (55) und seinem Team sind hochwertige Raumerlebnisse. Ob die Empfangshalle für Bertelsmann, Messestände und Showrooms für SieMatic, eine Privatklinik in Hamburg, ein Gourmet Store & Restaurant in Berlin, private Villen und Musterapartments in Shenzhen, China: Das individuelle Raumpotenzial in Verbindung mit den Visionen und Bedürfnissen der Bauherren ist die Grundlage jeder kreativen und konzeptionellen Arbeit. Seit Jahrzehnten setzt der international arbeitende Innenarchitekt Raumkonzepte mit hoher Qualität um. Seine Herangehensweise: Raum ganzheitlich denken.

business-on.de: Seit 1983 entwickeln Sie ganzheitliche Raumkonzepte für Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen in Deutschland und international. Was zeichnet Ihr Interior Design aus?

Manfred Haverkamp: Ich bin mit Leib und Seele Innenarchitekt. Mich faszinieren der Raum und seine Potenziale. Meine Aufgabe ist es, diese Potentiale in enger Zusammenarbeit mit den Bauherren sicht- und erlebbar zu machen. Die Bedeutung von Raum wird oft unterschätzt – sowohl für das private Wohlbefinden als auch für den ganzheitlichen Auftritt von Marke in Verkaufsräumen und Firmenrepräsentanzen. Dabei ist Raum ein ganz wesentlicher Faktor, der Persönlichkeit wie Marke unterstreicht und im besten Sinne einbettet. Um das zu erreichen, reicht es aber nicht aus, sich einzelne Teile eines Raumes anzusehen – den Fußboden etwa oder die Farbgebung. Raum muss immer ganzheitlich gedacht werden, um das Beste aus ihm zu machen. Viele zufriedene Bauherren bestätigen, dass wir mit diesem Ansatz den richtigen Weg gehen.

business-on.de: Erläutern Sie uns das bitte näher.

Manfred Haverkamp: So individuell jedes Projekt ist, es gibt im Kern immer drei wichtige Aspekte, die miteinander in Einklang gebracht werden müssen: Der vorgegebene Raum, die Zielgruppe und die geplante Nutzung des Raumes. Diese drei Aspekte schauen wir uns im Team sehr genau an. Denn je gewissenhafter wir diese Grundlagen ermitteln, desto zufriedenstellender wird später das Ergebnis sein.

business-on.de: Wie nähern Sie sich einem neuen Projekt an, wie ist Ihre Arbeitsweise?

Manfred Haverkamp: Bei Räumen für den Verkauf fragen wir beispielsweise: Welche Zielgruppen werden angesprochen? Wie sieht deren Lebenswelt aus? Was macht die zu verkaufenden Produkte aus? Welche Markenwerte sollen unterstrichen werden? Aber auch: Wie ist der funktionale Ablauf im Geschäft? usw.. Bei der Analyse des vorgegebenen Raumes eruieren wir, was räumlich möglich ist und machen uns ein genaues Bild von Proportionen, der Qualität der Bausubstanz, der Tageslichtsituation und Vielem mehr. An dieser Stelle gilt es auch das verfügbare Budget in die Überlegungen einzubeziehen. Und erst nach dieser Basisarbeit beginnt die eigentliche Entwurfsphase. Hier steht zunächst die Form im Mittelpunkt: räumliche Proportionen, Wege, Zuordnungen. Sobald diese „hardfacts“ stimmen wird im nächsten Schritt die Wirkung von Licht und Beleuchtung geplant. Parallel entwickeln wir die Raumkonzepte bezüglich ihrer Materialität und Farbe weiter. Der Bauherr ist in diesem Prozess natürlich immer wieder involviert – als Dienstleister stehe ich mit meinen Kunden in engem Kontakt.

business-on.de: Worauf legen Sie im konzeptionellen und kreativen Prozess besonderen Wert?

Manfred Haverkamp: Zielgenauigkeit und hohe Individualität sind wichtige Aspekte. So sind beispielsweise die Materialien und die Detailverarbeitung, die ich je nach Projekt auswähle, sehr spezifisch. Da gibt es 1.001 Möglichkeiten – moderne Verarbeitungstechniken und Materialien ermöglichen höchst individuelle Zusammenstellungen. Es ist die Kombination aus Funktionalität, klarer Proportion und erlesenen Details, die einen Raum besonders macht. Großen Wert lege ich auch auf unser gut funktionierendes Netzwerk, unter anderem aus den Bereichen Werbung, Grafik- und Produktdesign und Trendforschung. Im engen Austausch mit Werbern und Grafik Designern haben wir zum Beispiel gerade ein Raumkonzept für ein Restaurant entwickelt, das den Bauherren auch aufgrund des Blicks über den Tellerrand der Innenarchitektur begeistert hat.

business-on.de: Was unterscheidet Projekte mit professioneller Nutzung von einer privaten Nutzung?

Manfred Haverkamp: Allein die technischen Anforderungen sind in der Regel bei einer professionellen Nutzung ganz anders als bei privater Nutzung. Brandschutz, Akustik, Fluchtwege – hier sind vielfältige Vorschriften zu berücksichtigen. Und dann fließen bei der professionellen Nutzung stark die Marke und das Selbstverständnis des Unternehmens mit in das Konzept ein. Wir haben beispielsweise wesentliche Bereiche der Hauptverwaltung von Bertelsmann umgestaltet. Unser Auftrag lautete: Beseitigung von Brandlasten und gestalterische Modernisierung im laufenden Betrieb bei klar definiertem Budget. Wunsch des Auftraggebers war weiterhin, einige der existierenden Bauelemente zu erhalten und dennoch die Gesamtwirkung des Raumes so zu modernisieren, dass ein ausdrucksstark-aktuelles, zum Konzern passendes, harmonisch wirkendes Raumbild entsteht. Die Reaktionen auf unsere Arbeit sind sehr positiv.

business-on.de: Wie sieht das bei privaten Projekten aus?

Manfred Haverkamp: Bei privaten Projekten hingegen wird man menschlich sehr viel intensiver zum Vertrauten des Bauherren. Der zu gestaltende Raum für den privaten Auftraggeber erfordert sehr persönlichkeitsbezogene Innenarchitektur. Die individuellen Bedürfnisse, Vorlieben und Gewohnheiten sind höchst unterschiedlich. Diese gilt es in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherren in Raumplanungen zu übersetzten, die nicht nur funktionieren, sondern auch emotional begeistern. Und mit denen sich der Nutzer auch noch nach Jahren identifizieren kann.

business-on.de: Seit 2000 arbeiten Sie und Ihr Team für die Markenpräsentation der international renommierten Küchenmarke SieMatic und zeichnen unter anderem für das Design zahlreicher internationaler Showrooms, Fotoaktionen und Messepräsentationen verantwortlich.

Manfred Haverkamp: Gerade bei den internationalen Showrooms ist es natürlich wichtig, dass die Marke SieMatic im Raum erlebbar ist und gleichzeitig gegebenenfalls unterschiedliche kulturelle Hintergründe berücksichtigt werden. Die Innenarchitektur solcher Verkaufsräume ist in erster Linie ein Medium der Kommunikation der Marke. Aber auch die Händler, die ja in dem Raum agieren, müssen sich dort wohlfühlen. Bei diesen Projekten ist die enge Kommunikation aller Beteiligten wichtig – und Teil unseres Anspruchs an gute Innenarchitektur. Nur wenn alles zusammen passt, kann der Raum gelingen. Der Anspruch ist klar: Ein Showroom muss begeistern und durch kraftvolle Ausstrahlung alle Sinne ansprechen.

business-on.de: Seit 2006 haben Sie ein Büro in China in Shanghai. Wie kam es dazu?

Manfred Haverkamp: Vor etwa zehn Jahren haben wir einige sehr erfolgreiche Showrooms in Moskau und St. Petersburg geplant. Die deutsche Möbelindustrie hat diese positiv wahrgenommen, und so kamen wir zu weiteren internationalen Aufgaben. Die ersten Projekte in China haben wir noch von Bielefeld aus abgewickelt, uns 2006 dann aber für ein Rep.-Office in Shanghai entschieden. Die Projekte in China sind in aller Regel wesentlich größer als die in Deutschland. Da ist permanente professionelle Betreuung vor Ort absolut notwendig.

business-on.de: An welchen Projekten arbeiten Sie in China aktuell?

Manfred Haverkamp: Zurzeit im Bau ist ein Hotel mit 250 Zimmern in Shenzhen – es soll Ende 2012 eröffnet werden. Ebenfalls in Shenzhen entsteht gerade ein von uns entworfenes Hochhaus für einen chinesischen Elektronikhersteller. Noch in der Wettbewerbsphase befindet sich ein städtebauliches Konzept an der Küste Südchinas. Dort haben wir in Kooperation mit dem Büro Crayen und Bergedieck aus Bielefeld auf einem wunderschönen, hügeligen, zum Strand auslaufenden zwei Millionen Quadratmeter großen Grundstück ein Resort mit Hotels, Wohnhäusern, Parks, und Geschäften geplant. In Shanghai entstehen verschiedene Musterwohnungen in einem großen Wohnprojekt, in Guangzhou entwickeln wir das Konzept für ein „European Design Center“. Für Möbelhersteller entwerfen wir in Zusammenarbeit mit meiner Frau Irmy Wilms-Haverkamp und Claudia Köhler vom Designbüro Köhler+Wilms eine neue Kollektion.

(Petra Koslowski)


 


 

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