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MBA-Studium und Kinder?

Frauen in Führungspositionen großer Unternehmen sind noch immer eine Seltenheit. Nur jede 25. berufstätige Frau schafft es in eine Führungsposition. Bei den Männern dagegen arbeitet jeder zehnte in der obersten Führungsebene. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), bei der 16.000 Firmen in Deutschland befragt wurden.

Dabei erweist sich für Frauen wie auch Männer ein MBA durchaus als Karrieremotor. Dennoch schreiben sich im In- und Ausland bei den MBA-Programmen der Hochschulen erheblich weniger weibliche als männliche Studenten ein. Das zeigt ein Ranking des britischen Marktforschungsinstituts The Economist Intelligence Unit. Weltweit lag im vergangenen Jahr der Frauenanteil an den internationalen Business-Schools im Schnitt bei 29 Prozent. Auf eine Frauen-Quote von 36 Prozent bringt es die Open University Business School im betreuten Fernstudium.

Hier studierten im Studienjahr 2008/2009 knapp 2000 Frauen für ihr MBA-Diplom gegenüber 3500 männlichen Kommilitonen. „Einer der Gründe, weshalb weniger Frauen als Männer einen MBA absolvieren, liegt in ihrer Karriere- und Lebensplanung“, sagt Tristan Sage, Studienberater der Open University Business School in München. Denn auch an der britischen Hochschule liegt das Durchschnittsalter aller MBA-Teilnehmer bei etwa 35 bis 38 Jahren. Das ist die Zeit, in der viele Frauen in ihrem Job eine gefestigte Position erreicht haben. Viele denken dann zwar über einen Karrieresprung mit Hilfe einer Managementweiterbildung nach, wollen aber nicht ihren Job für ein Vollzeitprogramm aufgeben. Andere haben bereits Familie mit Kindern oder denken über die Familienplanung nach.

„Ein MBA-Studium im betreuten Fernunterricht ist als Frau und Mutter trotz Mehrfachbelastung aber gut möglich“, meint Diplom-Informatikerin und OU-Tutorin Petra Mendes aus Hamburg. Die heute als selbstständig tätige Musikkauffrau (damals Assistentin der Geschäftleitung in der Industrie) hat 1996 ihren MBA an der Open University angefangen und 1999 erfolgreich beendet. Sie ist Mutter von fünf Kindern der „Jahrgänge 1982 bis 1990". Das alles gehe aber nur mit einer akkuraten Zeitplanung und einer gehörigen Portion Selbstdisziplin. „Hinterher geworfen wird einem der MBA nicht", sagt Mendes. Aber das Studium sei zu schaffen - sogar mit Kindern und Beruf.

Die Vorteile beim MBA-Studium an der Open University liegen auf der Hand. „Es ist kein Umzug – gar ins Ausland - nötig, studiert wird von zu Hause aus, und man kann sich die Zeit für das Lernen flexibel einteilen“, meint Georgia Shaw aus München. Die selbstständige Unternehmensberaterin bekam ihr erstes Kind ein halbes Jahr, nachdem sie mit dem MBA angefangen hatte. Das zweite Kind kam drei Wochen vor der finalen Prüfung. Da die MBA-Inhalte modular aufgebaut sind, besteht bei der Open University die Möglichkeit, im Studium zu pausieren oder weniger Module zu belegen, falls das Studium mit der Familie oder aus anderen Gründen ansonsten nicht zu vereinbaren wäre. Innerhalb von zehn Jahren muss das Studium aber beendet werden. Im Schnitt absolvieren jedoch an der britischen Hochschule die meisten Frauen und Männer ihren MBA in gut 2 1/2 bis 3 Jahren. „Aber keiner zwingt einen, das Studium in dieser Zeitspanne zu absolvieren“, sagt Tristan Sage. Die Pflicht-Präsenzphasen belaufen sich im ganzen MBA-Studium auf drei bis vier „Residential Schools“ in England, die zwischen drei und vier Tagen dauern. An den örtlichen Tutorials, in denen die Lerneinheiten mit dem Dozenten und den anderen MBA-Studenten alle sechs bis acht Wochen diskutiert werden, nehmen fast alle Studierenden gerne teil. „Aber diese sind nicht verpflichtend“, sagt Sage. Ein flexibler Studienplan, wenige feste Präsenzzeiten und praxisorientiertes Lernen bieten größtmöglichen Raum für das flexible Lernen.

Wenn es hart auf hart kommt, dann kommt der Prüfer der Open University gar ins Haus. Nachdem die beiden OU-Studierenden Patricia Paic Erenstein (40), ERP-Software-Administratorin bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE) und ihr Mann Robert Erenstein geheiratet hatten, kündigte sich bald ein Baby an. Ein „kleines“ Problem war lediglich, dass die Geburt des freudig erwarteten Babys in die Prüfungsendphase ihrer MBAs fallen sollte. Das ließ sich schlecht ändern. Einen Tag vor der Geburt der Tochter Lorena schaffte Patricia Paic Erenstein erfolgreich ihre letzte MBA-Prüfung. Der britische Examinator kam sogar ins Haus. Die schriftliche Prüfung fand zu Hause im Wohnzimmer in Wien statt. Am nächsten Morgen war der Vater mit seiner Prüfung dran. Danach ging es ins Krankenhaus, wo abends die Tochter das Licht der Welt erblickte. „Die Open University war sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Ich glaube nicht, dass eine andere Universität so viel Rücksicht auf uns und unser Baby genommen hätte“, sagt der Niederländer Robert Erenstein.

Sein persönlicher Rat an alle künftigen Eltern, die einen MBA machen wollen: Wenn irgendwie möglich, sollte man versuchen, seinen MBA vor der Geburt der Kinder zu machen. Ganztags arbeiten mit einem Neugeborenen und noch für das Studium lernen, das sei nicht einfach und bedeute viel Stress. Da müsse man gänzlich auf Freizeit und soziale Kontakte verzichten, was oft auch für die Partnerschaft nicht förderlich sei. Einfacher sei es, wenn die Kinder schon etwas älter sind oder beide Partner eine Elternzeit nehmen. So kann ein Fernstudium durchaus auch mit einer Babypause vereinbart werden.

(openpr / EHRENSACHE Consulting)


 


 

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