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Fahrgastrechte

Mehr Rechte für Bahnfahrer

Bahnkunden haben nun mehr Rechte: Bei Verspätungen können sie jetzt bis zu 50 Prozent des Fahrpreises zurückverlangen. Wer gar nicht ans Ziel kommt, darf ins Hotel oder Taxi - auf Kosten der Bahn.

Entschädigung bei Verspätung

Geregelt sind die Verbesserungen im neuen Fahrgastrechtegesetz, das seit dem 29. Juli in Kraft ist. Wer mehr als eine Stunde auf einen verspäteten Zug wartet, bekommt ein Viertel des Fahrpreises zurück. Bei zwei Stunden Verspätung sind es sogar 50 Prozent. Dabei zählt die Ankunftszeit am Zielort. Ausgezahlt werden allerdings nur Beträge ab einer Höhe von 4 Euro. Wird eine Übernachtung notwendig, muss die Bahngesellschaft eine kostenfreie Hotelunterkunft anbieten.

Kompletter Fahrpreis zurück

Wer länger als eine Stunde warten muss, kann auch auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen. Alternativ können Bahnkunden ihre Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt beginnen - auf Wunsch auch über eine andere Streckenführung.

Umsteigen und Taxi erlaubt

Weist die Ansage auf eine 20-minütige Verspätung hin, können Fahrgäste einen anderen Zug nutzen. Dabei dürfen sie auch mit zuschlagspflichtigen Zügen fahren, also etwa mit dem ICE, obwohl ihr ursprüngliches Ticket nicht für den ICE galt. Nicht gestattet ist das Umsteigen in reservierungspflichtige Züge, wie zum Beispiel Nachtzüge. Liegt die fahrplanmäßige Ankunft zwischen 24 und 5 Uhr, können Fahrgäste bei Verspätung oder Zugausfall mit dem Taxi fahren. Das gilt auch, wenn Reisende ihr Ziel nicht mehr vor Mitternacht erreichen können. Die Kosten fürs Taxi sind allerdings begrenzt: 80 Euro zahlt die Bahn maximal.

Beschwerden einreichen

Die meisten deutschen Bahnunternehmen haben ein gemeinsamens Beschwerdeformular. Ob direkt beim Schaffner im Zug oder an Bahnhöfen - Reisende können ihre Beschwerden bei fast jedem Anbieter einreichen – egal, wessen Zug verspätet war oder ausgefallen ist. Auch wenn kein Formular vorliegt, Bahnunternehmen sind dazu verpflichtet, Beschwerden entgegen zu nehmen und innerhalb von drei Monaten zu bearbeiten. Die fälligen Entschädigungen müssen die Bahnen auf Wunsch in bar auszahlen, überweisen oder als Gutscheine bereitstellen.

Tipp: Resignieren Sie nicht, wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen. Anlaufstellen sind die Schlichtungsstelle Mobilität beim Verkehrsclub Deutschland: Tel. 0 30/4 69 97 00 (Montag bis Freitag 9 bis 14 Uhr), die Schlichtungsstelle Nahverkehr bei der VZ NRW oder – notfalls – die Verkehrsministerien. Ab Dezember 2009 soll eine bundesweite Schlichtungsstelle vermitteln.

Fahrgastrecht

(Stiftung Warentest)


 


 

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