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Kaffee und Haushaltsartikel

Melitta-Chef rügt Manager-Gehälter

An die Spitze des Kaffee- und Haushaltsartikelkonzerns Melitta aus Minden könnten bald zum ersten Mal in der 100-jährigen Geschichte familienfremde Manager rücken. «Wir werden in Zukunft neben Mitgliedern der Familien auch Familienfremde in die Unternehmensleitung aufnehmen», sagte Thomas Bentz, einer der Geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, dem in Düsseldorf erscheinenden «Handelsblatt».

Melitta bleibe zwar ein familiengesteuertes Unternehmen, versicherte Bentz weiter. Die «operative Führung kann aber durchaus in der Hand externer Manager liegen.» Hintergrund ist offenbar, dass kein aktuell kein Mitglied der Familie Bentz zur Übernahme der operativen Führung bereitsteht. Thomas Bentz ist gerade 64 Jahre alt geworden, sein Bruder Stephan ist 58.

Thomas Bentz schließt eine Öffnung der Melitta-Gruppe für den Kapitalmarkt aus. «Wir waren schon immer froh, dass wir eine langfristige Strategie verfolgen können und den Börsenturbulenzen nicht ausgesetzt sind. Das gilt sicherlich erst recht in diesen Zeiten. Für die Börse wären wir ohnehin nicht geeignet.» Auch Finanzinvestoren würden regelmäßig in Minden anklopfen, aber «höflich zurückgewiesen.»

Deutliche Kritik übte Bentz an Gehältern mancher Vorstandskollegen in börsennotierten Firmen. «Die Schere zwischen hoch bezahlten Vorständen und einfachen Arbeitnehmern halte ich durchaus für ein Problem. Es werden Maßstäbe für Gewinnbeteiligungen entwickelt, die mit dem tatsächlichen Wirken der Top-Führungskräfte nichts mehr zu tun haben. Wenn diese Manager dann noch Misserfolg hatten und dennoch fürstlich und teils mit Fantasiebeträgen abgefunden werden, ist das nicht mehr nachvollziehbar», sagte Bentz.

(Redaktion)


 

 

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