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Miele & Cie. KG

100 Jahre Miele-Werk Bielefeld

1916 entschieden sich die Gründer des Familienunternehmens Miele, Carl Miele und Reinhard Zinkann, in Güterslohs Nachbarstadt Bielefeld ein erstes Zweigwerk zu errichten. Mit den ersten Produkten aus dem neuen Werk wurde die Fertigung in Gütersloh unterstützt. Ab 1924 prägte die Fahrradproduktion den Standort, gefolgt von Staubsaugern (1927). 1929 wurde dort der erste elektrische Geschirrspüler Europas hergestellt. Nach 100 Jahren blickt Miele in Bielefeld auf eine bewegte und äußerst erfolgreiche Geschichte zurück.

Mit heute rund 1.800 Mitarbeitern und einer Gesamtfläche von zirka 134.000 Quadratmetern ist es das zweitgrößte Werk der Miele Gruppe und ruht auf drei Standbeinen: Haushaltsgeschirrspüler, Staubsauger und die Sparte Miele Professional.

In den ersten Jahren war Miele in Bielefeld mit der Herstellung von Milchzentrifugen und Elektromotoren betraut. Aber bereits 1924 verließen die ersten Fahrräder die Werkhallen und erwarben sich aufgrund der hohen Qualität sehr schnell einen legendären Ruf. „Du kommst sehr schnell und leicht zum Ziele, fährst Du ein Fahrrad Marke Miele“ lautete in dieser Zeit ein Werbespruch. Die Bandbreite umfasste Lastenräder, Touren- und Jugendräder, Sport- und Rennräder. Eine ähnliche Entwicklung nahmen die Motorfahrräder und später die Motorräder – viele schwärmen noch immer von der „98er“ Miele.

Als die Zweirad-Produktion 1960 zugunsten der Haushaltsgeschirrspüler aufgegeben wurde, hatte Miele rund 1,2 Millionen Fahrräder und fast eine halbe Million motorisierter Fahrräder und Motorräder produziert. Miele-Zweiräder genießen in Oldtimerkreisen nach wie vor ein erstklassiges Renommee. Mehr als 55 Jahre nach der Produktion des letzten Zweirades, sieht man vielerorts noch Miele-Veteranen, die heute einen hohen Sammlerwert haben.

Das Unternehmen setzte auf Haushaltsgeräte

Der Reinigung im Haushalt hatte sich Miele recht früh verschrieben. Die Waschmaschine sorgte seit 1901 für saubere Wäsche, und aus Bielefeld kam 1927 der Staubsauger zur Hausreinigung. Schnell wurde der erste Kesselstaubsauger weiterentwickelt und erhielt bald Gesellschaft durch Bodenstaubsauger auf Rollen oder Kufen und später durch den Handstaubsauger. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Entwicklung schwungvoll vorangetrieben, und die Bielefelder Geräte zeichnen sich heute durch starke Saugleistung und effektive Filtersysteme aus. Jährlich werden über 1,5 Millionen Staubsauger von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bielefeld produziert.

Für Sauberkeit sorgte auch ein weiteres Produkt aus dem Werk Bielefeld: Der Geschirrspüler. Er wurde 1929 als erste elektrisch betriebene Haushalts-Geschirrspülmaschine Europas eingeführt. Eine Entscheidung, mit der die Gründer „unternehmerische Weitsicht“ zeigten, ist Dr. Markus Miele, Geschäftsführender Gesellschafter und Urenkel der Gründers Carl Miele, überzeugt. Dies Gerät fand anfangs seinen Einsatzzweck in größeren Haushalten, aber auch in kleineren Restaurants und Cafés. Ein Meilenstein für die Entwicklung des Werkes war der erste vollautomatische Geschirrspüler, der 1960 vorgestellt wurde. 82 Stück verließen im ersten Jahr die Werkshallen in Bielefeld, doch die Entwicklung nahm schnell zu. Aktuell beläuft sich die jährliche Produktion auf mehr als 500.000 Stück. Insgesamt wurden von 1960 bis heute etwa 16 Millionen Miele-Geschirrspüler hergestellt.

Spülgeräte für gewerbliche Spezialanwendungen

Die Erfahrungen, die im Werk Bielefeld mit der Entwicklung und Herstellung von Haushaltsgeschirrspülern gemacht wurden, konnten bereits in den 1960er Jahren für gewerbliche Spülgeräte genutzt werden. Neben den beiden Hausgeräte-Linien Spülen und Staubsaugen ist Bielefeld heute auch ein Standort für den Bereich Professional. Hier entstehen – von der Planung über die Entwicklung bis hin zur Fertigung – gewerbliche Spülmaschinen, die in der Gastronomie eingesetzt werden. Ergänzt wird das Angebot noch durch Reinigungs- und Desinfektionsautomaten für den Medizinbereich (Arztpraxen, Krankenhäuser) und Geräte, die in Forschungs- und Industrielaboren eingesetzt werden. Gerade der hochspezialisierte Medizinbereich stellt immer wieder neue Anforderungen an die Maschinentechnik, da hier insbesondere zielgruppenspezifische Lösungen gefragt sind.

Erweiterungen aufgrund neuer Produkte und steigender Stückzahlen

Das Werk Bielefeld ist ein über viele Jahrzehnte gewachsenes Werk. Mit steigenden Stückzahlen und neuen Produktsegmenten wurde das ursprüngliche Firmengebäude über die Jahrzehnte um neue Produktionshallen ergänzt. Damit einher gingen kontinuierliche Investitionen in neue Fertigungsanlagen.

Ein Investitionsschwerpunkt der letzten Jahre war der Neubau eines Innovationszentrums für die professionellen Reinigungssysteme. Hier sind die Bereiche Forschung, Entwicklung und Fertigung zusammengeführt. Damit ist dem Werk ein ganz wesentlicher Schritt zu einem eigenständigen Produkt- und Geschäftsfeld gelungen. Die eigene Spülraumfertigung im Segment Professional, die vor drei Jahren hinzukam und sich ausschließlich an den Anforderungen des Einsatzes der Spülgeräte im Gewerbe ausrichtet, unterstreicht diese Eigenständigkeit deutlich.

(Redaktion)


 


 

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