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Minden

Vom Land gefördertes Integrationsprojekt angelaufen

Die Verbesserung der politischen Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in Minden ist das Ziel eines jetzt angelaufenen Projektes, das einen Förderumfang von rund 42.000 Euro hat und vom Land NRW aus dem Programm "Kommunale Integration" (KOMM IN) bezuschusst wird.

"In Minden gibt es ein beachtliches Potenzial auf Migrantenseite, das die Teilhabe am sozialen und politischen Leben gewährleisten könnte. Dieses Potential gilt es noch stärker zu aktivieren", erläutert Norbert Scherpe, Integrationsbeauftragter der Stadtverwaltung. Rund 20 Prozent der knapp 83.000 Einwohner/innen von Minden haben einen Migrationshintergund.

Timur Altiok, Abiturient des Ratsgymnasiums, interviewt Horst Idelberger, Fraktionssprecher Bündnis90/Die Grünen im Rat. In der ersten Phase des Projektes ist eine Projektbegleitungsgruppe gebildet, das IMAP-Institut (Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung) aus Leverkusen für die Projektbegleitung ausgewählt und eine Liste von 45 Interviewpartnern erstellt worden.

Interviews mit Vertretern aus Politik

Zweite Schritte waren die Erstellung von Fragebögen und die Auswahl von studentischen Hilfskräften. Diese haben Anfang September damit begonnen, Interviews mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Menschen mit Migrationshintergrund zu führen. Auch Bürgermeister Michael Buhre, der Erste Beigeordnete Peter Kienzle sowie alle Mitglieder des Ausländerbeirates gehören zu den Ausgewählten. Befragt werden ebenfalls Vorsitzende von Vereinen, die überwiegend Migranten als Mitglieder haben oder sich mit Integration beschäftigen.

An Politik und Verwaltung werden zum Beispiel Fragen zum Verhältnis zu Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund, zu Möglichkeiten einer verbesserten Kommunikation, aber auch zu Schwierigkeiten und Problemen gestellt, so Scherpe. In den Interviews mit den Migrantinnen und Migranten geht es um ihre Erfahrungen mit Politik und Verwaltung, um Vorschläge, wie Barrieren abgebaut werden können und um mögliche Mitarbeit in politischen Gremien.

Kommunikation und Zusammenarbeit verbessern

"Das Projekt soll Erkenntnisse liefern, welche Form der politischen Teilhabe nach der Kommunalwahl an sinnvollsten erscheint", fasst Norbert Scherpe zusammen. Insgesamt aber solle die Kommunikation und Zusammenarbeit der Beteiligten verbessert, Barrieren sichtbar gemacht und abgebaut werden, nennt er die wichtigsten Ziele.

Die Interviews unter Anleitung des Institutes werden von zwölf Studentinnen und Studenten geführt, die zu zwei Dritteln auch einen Migrationshintergrund haben. Nach dem Abschluss der Interview-Phase wird das Institut das Material unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse auswerten. Danach werden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen den Beteiligten durch das Fachteam in einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert. "Im November 2009 können dann mit Unterstützung des Institutes die ersten Umsetzungen der Handlungsempfehlungen erfolgen", kündigt Scherpe an.

Umsetzung der Handlungsempfehlungen

Das Projektende ist für Januar/Februar 2010 vorgesehen. Danach werde die Stadt prüfen, ob für die weitere Umsetzung der Handlungsempfehlungen ein Projektfolgeantrag für 2010 gestellt werden sollte, so Scherpe abschließend.

Für das Mindener Projekt ist eine Projektmanagerin vom Institut bestimmt worden, die unter anderem die Interviews terminlich koordiniert und festlegt, welche der zwölf Studentinnen und Studenten nach Sprachen abgestimmt welchen Interviewpartner besucht. Integrationsbeauftragter Norbert Scherpe begleitet die Arbeit des Institutes und hat die Koordinierung zwischen Institut und allen Beteiligten übernommen.

Das Projekt und der Antrag im Rahmen des KOMM IN-Programmes ist dem Hauptausschuss am 12. März 2009 vorgestellt worden. KOMM IN-Projekte werden zu 80 Prozent vom Land NRW finanziert. Anträge können nur Kommunen stellen. Die Stadt Minden muss einen Eigenanteil von 20 Prozent tragen, den sie aber auch in Form von Arbeitsleistung des beteiligten Integrationsbeauftragten einbringen kann. Von dieser Möglichkeit hat die Stadt Minden Gebrauch gemacht.

(Redaktion)


 


 

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