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Mitarbeiterführung

Wie sinnvoll und ergiebig Personalgespräche tatsächlich sind

Einem Mitarbeitergespräch sehen viele Menschen mit sehr gemischten Gefühlen entgegen – sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter. Seit Jahren sind solche Gespräche Teil unseres Arbeitslebens. Doch sind sie als Führungsinstrument auch tauglich? Und wenn ja: in welchem Umfeld? Das hinterfragt Armin Trost in seinem Buch „Unter den Erwartungen“.

Mit seinem Buch „Unter den Erwartungen“ wird Autor Armin Trost einen Richtungsstreit unter Führungskräften und HR-Verantwortlichen entfachen: Sind Personalgespräche notwendig? Nutzen sie dem Mitarbeiter oder der Führungskraft tatsächlich? Oder verschlimmbessern die anderthalb Stunden Meeting pro Jahr gar die Arbeitsbeziehung, weil dadurch „die leistungsstarken Mitarbeiter eher demotiviert werden“?

Konventionelle Führungsmodelle auf dem Prüfstand

Trost wirft in seinem aktuellen Buch Fragen auf, die in vielen Unternehmen im Zuge der Management-Routine seit Jahren bislang übergangen werden. Nicht nur der Sinn und Zweck der Jahresgespräche steht dabei auf dem Prüfstand, sondern das gesamte Konstrukt des konventionellen Oben-nach-unten-Führungsmodells. Der Autor fordert selbstverständlich einen Dialog zwischen Managern und Mitarbeitern, stellt aber zur Disposition, in welchem Rahmen Ziele und Werte vermittelt werden. Jahresgespräche – vom Vorgesetzten einmal jährlich moderiert – sind nur eine Option und häufig nicht mal die beste!

„Unter den Erwartungen“ verdeutlicht am Beispiel der Mitarbeitergespräche, welche unterschiedlichen Führungsmodelle in hierarchischen und agilen Unternehmen effizient sind. Hierarchische Unternehmen mit „klar definierter Arbeits- und Aufgabenteilung“ entsprechen den „klassischen Ansätzen des Personalmanagements“. Hier können die Mitarbeitergespräche bei professioneller Ausgestaltung tatsächlich sinnvoll sein.

Ganz anders bei agilen Unternehmen, in denen Visitenkartentitel ihren Schrecken verloren haben und projektbezogene Kompetenzen, fachliche Fähigkeiten und das persönliche Engagement über die Stellung entscheiden. Auch hier braucht es Führung, Beurteilung und Feedback, weiß Trost. Aber garantiert nicht von nur einem Manager in einem einzigen Dialog. Das Team selber oder aber ein (externer) Coach können Mitarbeitern deutlich effizientere Leistungsrückmeldungen geben, erklärt der Autor – nicht im festen Turnus, sondern dann, wenn es angebracht und gewünscht wird.

Management-Journal-Fazit: Trost stellt die Instrumente klassischer Führungsmodelle auf den Prüfstand: Mitarbeitergespräche sind ein Auslaufmodell. Agile Unternehmen kennen effizientere Dialogformen, die Trost überzeugend bewirbt. Wichtiges Buch für Führungskräfte und Personalverantwortliche.

Das Buch: Armin Trost, „Unter den Erwartungen“, Wiley 2015, ISBN 3527508252

(Oliver Ibelshäuser / www.Management-Journal.de)


 


 

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