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Interview

9 Fragen an... Prof. Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe

OWL.Business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Prof. Dr. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe, sieht „Brot anstatt rot“ und will daran arbeiten, die Männeremanzipation aus dem Modernisierungsstau zu befreien.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche im Jahr 2008?

Ulrike Detmers: Auf 1,96 Milliarden Euro ist im Jahr 2008 dem Marktforschungsinstitut Nielsen zufolge der Umsatz in LEH und Drogeriemärkten allein mit Brotprodukten hochgeschnellt, nach 1,8 Milliarden Euro 2007. In unserer Branche wird Brot und nicht rot gesehen.

business-on.de: Spüren Sie bereits die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise?

Ulrike Detmers: In Notzeiten wird mehr Brot gegessen. Wir Bäcker profitieren davon, wenn im Geldbeutel eher Ebbe herrscht.

business-on.de: Wie schätzen Sie Ihre Perspektiven für 2009 ein? Wie wird sich Ihre Auftragslage/Ihr Umsatz im kommenden Jahr entwickeln?

Ulrike Detmers: Nach jahrelangem Wachstum peilen wir für 2009 an, den Umsatz von 111 Mio. Euro zu halten. Unser Umsatz im Ausland veranlasst uns zu dieser vorsichtigen Annahme. Der Umsatzanteil, den wir mit unseren Auslandskunden erzielen, beträgt rund 18 Prozent. Wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit in den USA, Großbritannien und einigen Ländern der EU könnten unsere Umsätze dort Federn lassen.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen? Werden Sie expandieren?

Ulrike Detmers: Vollkornbrote und internationale Brotspezialitäten stehen bei den Handelskunden und den Endverbrauchern hoch im Kurs. Auf die Frage nach der Rolle, die Vollkornprodukte für den Handelskunden spielen, antworteten 75 %, dass die Bedeutung für das Brotregal groß sei. Das positive Image, das echte Vollkornbrote und Brotspezialitäten nachweislich haben, gibt Anlass zur Hoffnung auf gute Zeiten.

business-on.de: Wo würden Sie gern einmal einen Tag arbeiten, wenn Sie die Möglichkeit hätten und warum?

Ulrike Detmers: Beim Deutschen Kinderschutzbund.

business-on.de: Sind Sie zufrieden mit dem Standort Ostwestfalen-Lippe und welche Faktoren schätzen Sie besonders? Planen Sie, künftig weiter in Ostwestfalen-Lippe zu investieren?

Ulrike Detmers: „In OWL daheim, in der Welt zu Haus.“ In OWL haben wir es mit aufrichtigen und verlässlichen Partnern zu tun. Die Übersiedlung der zentralen Geschäftsleitung in die neue Unternehmenszentrale in Gütersloh beweist, dass hier der Kopf arbeitet und das Herz schlägt.

business-on.de: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste hier noch mehr getan werden? Was müsste seitens der Politik in diesem Bereich getan werden?

Ulrike Detmers: Der Verknappung talentierter Köpfe und der starken Anziehungskraft von Großstadtregionen begegnen die Akteure, die für die Attraktivität von OWL in der Verantwortung stehen, mit gutem Engagement zugunsten der Unternehmerschaft. Die Internationalisierung der Studenten an den Hochschulen der Region sollte weiter unterstützt werden. So wird’s in OWL niemals bieder.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche 2009 maßgeblich bestimmen werden?

Ulrike Detmers: Gesundheit, Wellness, Convenience und Männeremanzipation.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Ulrike Detmers: Ich will daran arbeiten, die Männeremanzipation aus dem Modernisierungsstau zu befreien.

(Redaktion)


 


 

9 Fragen an
Prof. Dr. Ulrike Detmers
Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemac

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1 Kommentar

von Konrad
19.09.09 14:23 Uhr
worin liegt denn nun die besondere Leistung

Sehr geehrte Frau Prof.Dr. Detmers,
leider ging aus Ihrem kurzen Statement im GMX-Video über die Preisverleihung an Angelika Gifford nicht hervor, worin eigentlich die Preiswürdigkeit ihrer Leistung liegen soll.
Für einen großen Software-Monopolisten wie Microsoft, der abgesehen von Linux in weiten Bereichen keine wirkliche Konkurrenz hat, im Management erfolgreich tätig zu sein, bedarf wohl weder besonders ausgeprägter Fähigkeiten im Marketing noch sonstige den Durchschnitt übersteigende Anstrengungen.
Ihrem Statement konnte leider außer Allgemeinplätzen keine Informationen darüber entnommen werden, worin die besonderen Leistungen eigentlich liegen.
Besondere Leistungen sind doch eher in innovativen Firmen angesiedelt, die ihre Produkte gegen die etablierten Anbieter durchsetzen konnten. Von Microsoft sind dagegen derzeitig eher Negativnachrichten zu vernehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Konrad Lindauer

 

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