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Musterklage

Verdorbene Lebensmittel: Welche Information müssen Supermärkte weitergeben?

Die Verbraucherorganisation foodwatch unterstützt die Musterklage einer Neumünsteranerin gegen Aldi Nord. Die Discounter-Kundin verlangt die Herausgabe von Labor-Analysen über verdorbene Butter. Der Präzedenzfall soll die Informationsrechte gegenüber Unternehmen klären. Das Urteil werde für den 9. Mai 2014 erwartet, teilte die Verbraucherorganisation mit.

Die Neumünsteranerin Ruth Rockenschaub hatte Ende Mai 2013 zwei Päckchen „Irische Butter“ bei Aldi Nord gekauft und beim Verzehr festgestellt, dass von den zwei Päckchen Butter ein unangenehmer, ranziger Geruch ausging. Daraufhin gab sie beide Päckchen bei der Filialleiterin zurück und reklamierte den Zustand des Lebensmittels. Sie verlangte vom Discounter Auskunft darüber, was genau mit den betroffenen Paketen nicht in Ordnung war. Erst auf mehrmaliges Nachhaken kam schließlich die Antwort von Aldi Nord: Die Reklamation sei berechtigt und man habe das Produkt aus den Filialen zurückgerufen. Darüber hinaus habe das Unternehmen „selbstverständlich umgehend zusätzliche laboranalytische Untersuchungen“ veranlasst. Bis heute weigere sich das Unternehmen jedoch, die Laborergebnisse herauszugeben. „Ich will von Aldi nicht mit Warenproben und einer Entschuldigung abgespeist werden – ich will wissen, was in der verdorbenen Butter war, die ich gekauft habe“, erklärte die 60 Jahre alte Klägerin Ruth Rockenschaub. „Wenn Aldi angeblich Laboranalysen vorliegen, warum werden diese dann verschwiegen“

Die Verbraucherorganisation sieht in der Klage nach eigenen Angaben einen Präzedenzfall: Im Lebensmittelrecht sei bislang selbst im Fall von Gesundheitsrisiken unklar, welche Informationsansprüche Verbraucher gegenüber Lebensmittelunternehmen hätten. Im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie im Verbraucherinformationsgesetz (VIG) sei nur geregelt, welche Informationen Behörden an die Verbraucher weitergeben müssen. „Die Mauertaktik von Aldi Nord ist typisch für den Umgang von Lebensmittelunternehmen mit ihren Kunden. Mit der Klage möchten wir klären, ob Verbraucher auf Basis der geltenden Rechtslage gesundheitsrelevante Informationen von den Unternehmen einfordern können“, sagte Andreas Winkler von foodwatch. „Es steht zu befürchten, dass die Gesetze hinten und vorne nicht ausreichen, um den legitimen Informationsansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden – sollte sich dies bewahrheiten, muss der Gesetzgeber nachbessern. Wir brauchen klare, direkte Auskunftsrechte auch gegenüber den Unternehmen.“

Der Fall soll am 9. Mai 2014 vor dem Amtsgericht Neumünster, Schleswig Holstein verhandelt werden (AZ 32 C /1629-13).

(Redaktion)


 


 

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