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ITB Berlin 2012

Myanmar krempelt die Ärmel hoch - für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus

Bereits seit 1995 nimmt Myanmar jährlich an der ITB in Berlin teil. In diesem Jahr gab es aber eine Premiere. Am Mittwoch, 7. März 2012, informierte das Ministerium für Hotels und Tourismus der Republik der Union von Myanmar erstmals in einer Pressekonferenz über Ziele, Strategien und Visionen des Landes für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus der Zukunft.

Schon der Titel der Präsentation des stellvertretenden Tourismusministers von Myanmar, seiner Exzellenz U Htay Aung, zeigte den Weg: „Die Ärmel Aufkrempeln für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Myanmar“. Sieben mittelfristige tourismuspolitische Ziele und Strategien Myanmars für die kommenden Jahre hatte U Htay Aung aus der Hauptstadt Myanmars, Nay Pyi Taw, mitgebracht:

Die Ziele

1. Die Implementierung und systematische Entwicklung der Hotel- und Tourismusindustrie.
2. Die Entwicklung und Förderung nationaler und internationaler Investitionen in die Hotel- und Tourismusindustrie.
3. Die Förderung einer breiteren Teilhabe des privaten Sektors und der Bevöl-kerung Myanmars in der Hotel- und Tourismusindustrie.
4. Die Stärkung des internationalen Marketings der touristischen Destination Myanmars.
5. Die Verbesserung des Lebensstandards in ländlichen Gemeinden durch die Entwicklung von lokal verankerten touristischen Strukturen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Tourismus.
6. Die Stärkung des Beitrags des Tourismus zum wirtschaftlichen Wachstum Myanmars auf verantwortungsvolle Art und Weise.
7. Die Kooperation mit regionalen und internationalen Organisationen, Institutionen und Staaten, zum Beispiel in den Bereichen der Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte, bei Infrastrukturmaßnahmen und der Entwicklung touristischer Produkte.

Die Vision

Dabei hatte U Htay Aung eine klare Vision für die Zukunft des Tourismus in Myanmar: „Indem wir die Hotel- und Tourismusindustrie nachhaltig und ve-rantwortungsvoll weiterentwickeln, schaffen wir die Grundlage für Touristen, den einzigartigen kulturellen Reichtum und die wunderbaren und ab-wechslungsreichen Naturlandschaften Myanmars sicher und zufrieden zu entdecken.“ Wichtige und unverzichtbare Grundlage für den touristischen Entwicklungsprozess der kommenden Zeit sei es, Schaden und Zerstörung der kulturellen und natürlichen Ressourcen des Landes zu vermeiden. U Htay Aung zeigte sich zudem zuversichtlich, dass gerade der Tourismussektor zu internationaler Freundschaft und gegenseitigem Verständnis beitragen könne und die Entwicklung des Tourismus zu technischem Fortschritt in Myanmar und der Schaffung neuer Arbeitsplätze führen werde.

Strategische Ansätze

Deutlich wurde während der Pressekonferenz auch die strategische Ausrich-tung der Umsetzung der tourismuspolitischen Ziele. Der Tenor: Die Qualitätsoffensive wird gepaart sein mit der Minimierung der negativen Auswirkungen des Tourismus.
- Erstens soll in der Außendarstellung das touristische Profil Myanmars ge-schärft werden, zum Beispiel durch eine verstärkte Präsenz auf internationalen und regionalen Tourismusmessen und Ausstellungen, aber auch durch Veranstaltungen in Myanmar selbst.
- Zweitens sollen in Workshops und Seminaren sowie bei Konferenzen und anderen Veranstaltungen die Qualitätsstandards und technische Kompetenzen der Akteure im Tourismus Myanmars verbessert werden.
- Drittens stehen zukünftig Maßnahmen zur Verbesserung der Standards bezüglich Unterkunft und Transport ganz oben auf der Agenda.
- Viertens soll die Attraktivität der bereits bestehenden touristischen Destina-tionen im Land erhöht werden und diese Destinationen durch neue, bisher nur selten frequentierte ergänzt werden.
- Um Investitionen des inländischen wie internationalen privaten Sektors zu erleichtern, sollen die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen geschaf-fen werden.

Aktuelle Beispiele der Umsetzung

Dass die tourismuspolitischen Ziele, die sich die neue Regierung Myanmars nach der ihrem Amtsantritt im März 2011 setzte, keine Zukunftsmusik ist, belegen aktuelle Beispiele der Umsetzung der Strategie. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wie dem Bau und der Erweiterung des Brücken- und Straßennetzes, der Fertigstellung der Schnellstraße Yangon - Nay Pyi Taw – Mandalay und der Eröffnung des neuen Internationalen Flughafens von Nay Pyi Taw im Dezember 2011, betreffen die aktuellen Maßnahmen vor allem Erleichterungen der Einreise nach Myanmar. Ein im September neu gegründetes Komitee im Tourismusministerium prüft aktuell die Umsetzung von Maßnahmen, die das Reisen nach und in Myanmar vereinfachen sollen. So ist die Einführung eines E-Visa Systems geplant und die Eröffnung offizieller Geldwechselstellen für ausländische Gäste.

14 internationale Airlines verbinden aktuell die wichtigsten Metropolen Asiens mit Myanmar, Condor wird ab Winter 2012/2013 als erste europäische Airline einen Nonstopflug auf der Strecke Frankfurt/Main nach Yangon anbieten. In Myanmar verbinden sechs Airlines die wichtigsten Städte des Landes. Die Frequenz der Flüge und die Anzahl des eingesetzten Fluggeräts haben sich schon 2011 erhöht, eine weitere Ausweitung ist 2012 geplant.

Wie wichtig soziale und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist, zeigt das Beispiel eines international besetzten Workshops zum „Verantwortungsvollen Tourismus“, der am 21. bis 23. Februar in Nay Pyi Taw stattfand. Das gemeinsame Schlussdokument liegt auf Englisch unter http://myanmartourism.org/latestnews vor.

Abschließend betonte U Thay Aung noch einmal, dass die Tür für internationale Investitionen im Tourismus in Myanmar offen stehe und zitierte den Präsidenten der Republik der Union von Myanmar, U Thein Sein: „Die Investition und Unterstützung von einem Dollar in Myanmar durch die Internationale Gemeinschaft bedeutet einen Beitrag von einem Dollar für das Wachstum der Demokratie im Land. Deshalb rufen wir die internationale Gemeinschaft auf, Myanmar eine helfende Hand zu reichen, gepaart mit einem vertieften Verständnis für die aktuelle Situation, damit unser Land und seine Demokratie, die noch in den Kinderschuhen steckt, gestärkt wird.“

(Redaktion)


 


 

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