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Nachhaltiger Tourismus

Von der Insel auf die KlimaInsel – Tourismusminister von La Gomera besucht Juist

Die Inselgemeinde Juist ist auf dem langen aber lohnenswerten Weg, bis 2030 die erste klimaneutrale Tourismusdestination in Deutschland zu werden. Ein Weg, der für andere touristische Destinationen Modellcharakter hat. Jetzt machte sich der Minister für Wirtschaft, Industrie und Tourismus der kanarischen Inselgemeinde La Gomera, Fernando Méndez Borges, auf den Weg nach Juist, um sich die Fortschritte vor Ort anzusehen.

Zwei Tage – den 11. und 12. November – nahmen sich Méndez Borges und der ebenfalls angereiste Fernando Pardo Ríon von der deutschen Vertretung der Insel La Gomera Zeit, um sich von Dietmar Patron, dem Bürgermeister von Juist, seinem Stellvertreter Jens Heyken, und Thomas Vodde, dem Leiter des Projektes „KlimaInsel Juist“, das Eiland zeigen zu lassen und sich über die bisher umgesetzten Maßnahmen Juist‘ auf dem Weg zur Klimaneutralität 2030 zu informieren. Während des Besuchs haben die Vertreter der Inseln zunächst eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten entdeckt. Wie Juist ist auch La Gomera stark vom Tourismus abhängig und finanziell nicht auf Rosen gebettet. Zudem beherbergen beide ein UNESCO‐Weltnaturerbe ‐ dieses ist allerdings recht unterschiedlich: Juist hat das Wattenmeer und La Gomera die Wälder des Garajonay‐Nationalparks. Die Zukunft des Weltnaturerbes ist jedoch an die Entwicklung und Umsetzung eines nachhaltigen Tourismus gekoppelt, der diese schützt.

Aus diesem Grund gibt es auf beiden Inseln starke Initiativen zur Umsetzung eines nachhaltigen und CO2‐armen Tourismus. Auch hier gibt es viele Gemeinsamkeiten,so zum Beispiel die Entwicklung regenerativer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Aber es gibt es auch Unterschiede. Juist ist eine Sandinsel und La Gomera vulkanischen Ursprungs. Sonnenenergie und Geothermie können so auf La Gomera eine wesentlich größere Rolle spielen als an der Nordsee. Juist ist eine kleine Insel und das Problem der Mobilität ist seit Jahren durch die Autofreiheit und die damit verbundene Nutzung von Pferdefuhrwerken gelöst. Auf La Gomera muss ein Mobilitätskonzept jenseits fossiler Brennstoffe noch entwickelt werden.

Auf Juist gibt es eine enge Kooperation mit einem großen Energieanbieter, der EWE, die die Insel auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt. So entwickelt die Insel gerade mit EWE ein Konzept zur Energiewende Juist. Auch von der Unterstützung der Gäste auf dem Weg zur Klimaneutralität war Méndez Borges beeindruckt. Nach einer Untersuchung der touristischen Nachhaltigkeitsinitiative Futouris gaben 77,7 Prozent der Juister Gäste an, dass sie sich selbst für die Umsetzung der Klimaneutralität verantwortlich fühlen.

Am Ende des Besuchs standen handfeste Ergebnisse: Der erste Entwurf einer Kooperationsvereinbarung wurde entwickelt und die Ideen eines gemeinsamen EU‐Projektes unter Leitung von Futouris in Deutschland und eines Umweltinstituts auf den Kanaren geboren. So soll für beide Inseln ein Masterplan Klimaneutralität mit den Schwerpunkten Energieautarkie, Sensibilisierung der Leistungsträger und einem nachhaltigen Wertemarketing entwickelt werden. Beide Inseln wollen sich darin gegenseitig unterstützen.
Weitere Einzelheiten sollen auf einem zweiten Treffen im Frühjahr auf La Gomera erörtert werden.

Dietmar Patron, Bürgermeister der Inselgemeinde Juist, freute sich über den Besuch aus La Gomera: „Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg zur Klimaneutralität vor uns haben. Umso beeindruckender finde ich, dass sich bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt Partner aus international bedeutenden touristischen Destinationen wie La Gomera für die Fortschritte der KlimaInsel interessieren.

Zufrieden zeigt sich auch Andreas Koch, 1. Vorsitzender der touristischen Brancheninitiative Futouris: „Ein wesentlicher Grund, die KlimaInsel Juist im vergangenen Jahr zum Branchenprojekt von Futouris zu wählen, war, dass wir auf einen möglichen Wissenstransfer hin zu anderen Destinationen hofften. Genau das passiert jetzt.“ Die KlimaInsel Juist, so Koch weiter, entwickle sich immer mehr zu einem Modell für die nachhaltige Entwicklung von touristischen Destinationen.

(Redaktion)


 


 

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