Weitere Artikel
Arbeitsmedizinische Vorsorge

Neue Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Die neue "Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge" (ArbMedVV) wurde am 23.12.2008 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ist bereits in Kraft getreten. Mit der neuen Verordnung werden die Anforderungen an eine arbeitsmedizinische Vorsorge, die bisher in mehreren unterschiedlichen Regelwerken festgelegt waren, gebündelt.

Verschiedene Untersuchungsanlässe wie zum Beispiel Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen bzw. biologischen Arbeitsstoffen oder Überschreitungen bestimmter Expositionsgrenzwerte für Lärm oder Vibrationen werden in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge zusammengeführt. Differenziert wird hierbei stets nach den so genannten "Angebotsuntersuchungen" und "Pflichtuntersuchungen". Während Pflichtuntersuchungen zwingend durchgeführt werden müssen und Voraussetzung für eine Beschäftigung sind, muss die arbeitsmedizinische Vorsorge im Rahmen der Angebotsuntersuchungen lediglich vom Arbeitgeber angeboten werden - die Mitarbeiter können in diesem Fall selbst entscheiden, ob Sie dieses Angebot in Anspruch nehmen.

Wichtig für Unternehmen ist, dass die neue Verordnung keine Ausweitung des Umfangs der arbeitsmedizinischen Vorsorge mit sich bringt! Vielmehr werden die bisherigen Anforderungen an die arbeitsmedizinische Vorsorge aus verschiedenen Regelwerken lediglich in nur noch einer Vorschrift gebündelt.
Darüber hinaus sieht die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge einen neuen "Ausschuss für Arbeitsmedizin" vor, dessen wesentliche Aufgabe es sein wird, Technische Regeln zu erarbeiten, mit denen die neue Verordnung konkretisiert wird.

Insbesondere von der Wirtschaft wurde der geplante Ausschuss für Arbeitsmedizin jedoch bereits im Vorfeld stark kritisiert, da das Bundesarbeitsministerium schon durch diverse Ausschüsse (z.B. den Ausschuss für Gefahrstoffe) beraten wird, die ebenfalls mit arbeitsmedizinischen Fragestellungen betraut sind. Ein weiterer Ausschuss eigens für arbeitsmedizinische Fragen könnte daher zu einem erhöhten Abstimmungsaufwand zwischen den verschiedenen Ausschüssen und damit zu ineffizienteren Arbeitsabläufen führen.

Den Text der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (11 Seiten) können Sie im Geschäftsbereich Umwelt, Energie und Raumordnung, E-mail: [email protected] als pdf-Datei anfordern.

(IHL Südlicher Oberrhein)


 


 

arbeitsmedizin
vorsorge
unternehmen
gefahrstoffe
bundesgesetzblatt

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "arbeitsmedizin" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: