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OECD erhöht Wachstumsprognose für "Konjunkturlokomotive Deutschland"

(dapd) Nach den großen Forschungsinstituten und der Bundesregierung hat jetzt auch die OECD ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich angehoben.

Die Industrieländer-Organisation erwartet nun ebenfalls, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,5 Prozent zunimmt. Bisher war sie von 2 Prozent Wachstum ausgegangen. Wie aus dem am Donnerstag vorgestellten OECD-Wirtschaftsausblick weiter hervorgeht, werden für 2011 jetzt 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum angenommen statt wie bisher 2,1 Prozent. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll demnach sein Vorkrisenniveau bereits im dritten Quartal des kommenden Jahres wieder erreichen.

"Im Moment ist Deutschland eine Konjunkturlokomotive", sagte OECD-Volkswirt Felix Hüfner. So steige das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2010 real mehr als doppelt so stark wie das des Euroraums, dessen Schnitt bei 1,7 Prozent liege. Im Folgejahr schnurre diese Kluft wieder auf 0,8 Prozentpunkte zusammen, da das "exorbitante" Wachstum des Welthandels sich zulasten des Exports wieder normalisieren werde. Das Gesamtwachstum in ihren 33 Mitgliedsländern schätzt die OECD auf 2,3 Prozent für 2011 und 2,8 Prozent im Folgejahr.

"Die neue Flexibilität des deutschen Arbeitsmarktes hat einen wichtigen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Laut OECD-Schätzungen dürfte die nach internationalen Standards berechnete Erwerbslosenquote binnen zwei Jahren von aktuell 6,9 Prozent auf 6,2 Prozent sinken und damit den privaten Konsum deutlich ankurbeln. Bei den Löhnen wird demnach mit einer Steigerung um 2 Prozent für 2010 beziehungsweise 2,8 Prozent und 2,1 Prozent für die beiden Folgejahre gerechnet.

Auch die Deutsche Bundesbank rechnet mit einem zunehmenden Beitrag der Binnennachfrage zum Wachstum. "Die Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft scheint gegenwärtig recht gefestigt und dürfte auch vom allmählichen Auslaufen der fiskalpolitischen Stimuli nicht wesentlich beeinträchtigt werden", heißt es im Monatsbericht für November. Damit stabilisiere Deutschland den Euroraum, während die Peripherieländer das Ergebnis insgesamt belasteten.

Brüderle sieht den Fachkräftemangel in Deutschland durch den OECD-Bericht belegt. In diesem heißt es: "Angesichts der Bevölkerungsalterung und des im OECD-Vergleich niedrigen Anteils an Hochschulabsolventen sollten Reformen des Bildungssystems und einer Erhöhung der Zuwanderung qualifizierter Kräfte Priorität eingeräumt werden." Brüderle bekräftigte, dass der Aufschwung nicht durch einen Mangel an Fachkräften gefährdet werden dürfe und mehr qualifizierte Zuwanderer benötigt würden.

Zudem forderte der Minister Strukturreformen, um einen nachhaltigen Aufschwung zu garantieren. Dadurch entstünden Spielräume, "um unsere entschlossene Konsolidierungspolitik mit steuerlicher Entlastung zu verbinden". Davor warnen die OECD-Ökonomen jedoch ausdrücklich: Zwar befinde sich Deutschland mit dem beschlossenen Konsolidierungspaket durchaus "auf dem richtigen Weg". Jedoch könnten Steuersenkungen diese positive Tendenz wieder gefährden.

(dapd Marc Kalpidis)


 


 

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