Weitere Artikel
Reiserecht / Kreuzfahrten

Eine Seefahrt kann auch ihre Tücken haben

Keine Masten: Motor- statt Segelschiff 

Eine Familie buchte eine Kreuzfahrt auf einem "Motorsegelschiff" in der Hoffnung, dass sich die Angaben im Reisekatalog, welcher gelegentliches Segeln "je nach Ausstattung der Schiffe und Wetterlage" versprach, erfüllen würde. Die Enttäuschung war groß als die Urlauber feststellen mussten, dass das Schiff gar keine Masten hatte, so dass selbst bei bestem Wind ein Segeln unmöglich war. Als kleinen Trost bekamen die Reisenden nach Rückkehr von den Richtern eine 15-prozentige Reiseminderung zugesprochen. Mehr Rückerstattung war nicht möglich, da ein aufmerksamer Leser aus der Beschreibung ersehen muss, dass ein reines Segelschiff nicht zu erwarten war. Da die Urlauber aber davon ausgehen durften, dass wenigstens ab und zu gesegelt werden würde, war durch die fehlenden Segel ein Reisemangel gegeben (Landgericht Hamburg, Az.: 317 S 120/00).

Ohne Koffer an Bord

Gelangt Reisegepäck erst verspätet auf das Kreuzfahrtschiff, kann der Reisepreis pro Reisetag um 30 Prozent gemindert werden. Ein Ehepaar buchte eine Mittelmeerkreuzfahrt ab Genua. Dort stellte es fest, dass die Koffer, die es am Flughafen aufgegeben hatte, nicht eingetroffen waren. Wegen dieser Beeinträchtigung minderten die Reisenden den Reisepreis für die fünf Tage bis zum Eintreffen des Gepäcks. Ein Schadensersatz für entgangenen Urlaubsgenuss konnten sie nicht geltend machen (AG München, Az.: 132 C 20772/08).

Geld zurück wegen bekannter Piratengefahr

Ein Ehepaar buchte eine dreiwöchige Kreuzfahrt über Durban in Südafrika nach Genua. Nachdem die Reisenden bereits eingeschifft waren, wurde ihnen eröffnet, dass die Route wegen möglicher Piratenattacken im Golf von Aden geändert würde. Die Anlaufstationen Sansibar mit sechsstündigem Aufenthalt und Safaga sowie Soukhna mit jeweils geplanten elfstündigen Aufenthalten entfielen. Hinzu kam ein zusätzlicher fünfstündiger Aufenthalt im Hafen von Sharm El Sheik. Das Ehepaar erstritt vor Gericht eine Reisepreisminderung um 25 Prozent, weil der Reiseverlauf wesentlich geändert worden war. Eine Routenänderung ist nur dann zulässig, wenn die Gründe dafür erst nach Vertragsabschluss eintreten. Verkauft ein Reiseunternehmen eine Reise trotz eines bereits bei Vertragsschluss bestehenden Sicherheitsrisikos, müsse es das Anfahren entweder trotzdem ermöglichen (zum Beispiel durch bewaffnete Patrouillenboote) oder akzeptieren, dass die Reisenden Minderungsrechte ausüben (AG München, Az.: 281 C 31292/09).


 


 

Kreuzfahrer
Schiff
Landausflüge
Reise
Minderung
Urlauber
Beschreibung
Passagier
Reisepreis
Hafen
Gesamtpreises
Reisebedingungen
Richter
Mitreisenden
Fahrpreis
Anspruch
Reiserücktrittsversicherung
AG München
Segel
Ehepaar
Aufenthalt
Schiffsreisen
Motors

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kreuzfahrer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: