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Personaltrends 2010

Trends in der Personalarbeit 2010: Mitarbeiterbindung, Kommunikation, Fachkräftesuche

Kurzarbeit, Pleiten, Massenentlassungen: Trotz der Herausforderungen durch die Wirtschaftskrise dürfen Personalexperten im angelaufenen Jahr den übergeordneten Blick nicht verlieren.

Findige Unternehmen nutzen laut Personalmanagement-Dienstleister ADP Employer Services GmbH das aktuelle Umfeld, um sich Themen wie Fachkräftemangel und Mitarbeiterbindung zu widmen. General Director Sales ADP Friedrich Kummer skizziert für 2010 fünf Personaltrends. Denn: Unternehmen, die in der Personalarbeit schlecht aufgestellt sind, wird das
Konjunkturumfeld besonders hart treffen.

Erstens: Gezielter Einsatz verfügbarer Mitarbeiterinformationen

Weder Personalabteilungen noch Mitarbeiter sollten ihren Fokus zu
stark auf unkoordinierte Social-Media-Recherchen im Internet lenken.
"Viele Informationen aus sozialen Netzwerken befriedigen vor allem
die menschliche Neugier." erläutert Friedrich Kummer. Dennoch: Bei
strukturiertem Vorgehen lassen sich auch dort schnell detaillierte
und hochwertige Informationen finden - und so ein erstes Bild über
potenzielle Bewerber gewinnen. Somit stellen soziale Netzwerke eine
hilfreiche Vorbereitung für das Bewerbermanagement dar. Spezielle
Suchmaschinen und Lösungen helfen Unternehmen und
Personalabteilungen, wirklich relevante Fakten aus internen und
externen Datenquellen zu erfassen - und die gewonnenen Informationen
ohne Medienbrüche in der täglichen Personalarbeit zu nutzen.

Zweitens: Kommunikationsbedarf erkennen und bedienen

Studien zeigen immer wieder, dass Mitarbeiter in Krisenzeiten ein
erhöhtes Informationsbedürfnis haben. Unternehmen tun laut ADP gut
daran, ihre Mitarbeiter über Abteilungsleiter und Führungskräfte mit
Unternehmensnachrichten zu versorgen. Besonders der Mittelstand
unterschätzt, wie sehr eine monatliche Ansprache oder Email des
Geschäftsführers oder Vorstandes über neue Projekte und Erfolge die
Mitarbeiterbindung erhöht, Ängste abbaut und die Motivation
fördert.

Drittens: Fachkräftemangel in Wirtschaftsflaute beseitigen

Demographischer Wandel und Fachkräftemangel werden zur
Herausforderung. Selbst namhafte Firmen können qualifizierte
Mitarbeiter nicht mehr allein durch die Strahlkraft ihres Namens
anlocken. Gefragt sind Strategien zur Fachkräftegewinnung. Die
eigene Ausbildung des Firmennachwuchses spielt eine ebenso wichtige
Rolle wie die Positionierung des Unternehmens zu Themen wie
Nachhaltigkeit. Gerade mittelständische Unternehmen bieten oftmals
durch ihren Standort und familiäre Atmosphäre die besten
Voraussetzungen für Mitarbeiter, denen die Work-Life-Balance immer
wichtiger wird. Die Nichtgewinnung von Fachkräften liegt häufig in
einem simplen Informationsdefizit. Unternehmen sollten die
Wirtschaftsflaute nutzen, um einen soliden Stamm an Fachkräften
aufzubauen. "Die Ansprüche der Fachkräfte werden mit dem Anspringen
der Wirtschaft deutlich zunehmen. Im Augenblick ist die Rekrutierung
von Fachkräften vergleichsweise einfach", sagt Kummer.

Viertens: Mehr Aufmerksamkeit für den Menschen im Mitarbeiter

In Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern ist es für den Chef oder
den Personalverantwortlichen eigentlich ohne Weiteres möglich, bei
Hochzeiten, Jubiläen oder Geburten Aufmerksamkeit zu zollen. Jedoch:
Viele Mittelständler nutzen nicht einmal ihr Wissen um den
Geburtstagstermin. "Kleine Aufmerksamkeiten sind durch mehr Geld im
Gehalt nicht aufzuwiegen - und binden den Mitarbeiter langfristig
ans Unternehmen", sagt Friedrich Kummer, General Director Sales
ADP Employer Services GmbH. Interesse am Menschen hinter dem
Mitarbeiter verstärken nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl. Das
Wissen um Hobbys und Interessen kann ebenso bei internen
Stellenbesetzungen oder anstehenden Projekten angewandt werden -
wenn beispielsweise ein italophiler Mitarbeiter für eine
Marktrecherche in Rom mit eingesetzt wird. Kenntnisse über die
Mitarbeiter sind theoretisch vorhanden, werden praktisch jedoch
nicht genutzt. Unternehmen sollten verstärkt auf standardisierte
Prozesse setzen, mit denen sich die Informationen managen lassen.

Fünftens: Fortbildungen individueller auf Posten und Aufgaben
abstimmen

Unternehmen müssen Weiterbildungen künftig sinnvoller und
passgenauer einsetzen. Denn: Einerseits investieren Firmen aktuell
rund 27 Milliarden Euro pro Jahr in die Aus- und Fortbildung ihrer
Angestellten, was rund 1.000 Euro pro Mitarbeiter entspricht.
Andererseits gehen in Deutschland jährlich rund 4,5 Milliarden Euro
Umsatz durch fehlende Fortbildung verloren - weil es beispielsweise
an effektivem Informationsmanagement mangelt. "Es gibt eine Kluft
zwischen Bedarf und Bedarfsdeckung. Unternehmen müssen lernen, ihre
Mitarbeiter richtig zu qualifizieren", sagt Kummer. Durch den
geschickten Einsatz von Software lassen sich die
Unternehmensanforderungen und die Mitarbeiterfähigkeiten besser
erkennen - und Weiterbildungen entsprechend ausrichten.

(Redaktion)


 


 

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