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10 Fragen für 2010

Philip Harting, Vorstand Connectivity & Networks, HARTING Technologiegruppe

Philip Harting setzt im Jahr 2010 auf Stärkung der Innovationskraft, um so zukunftsfähig bleiben zu können.

1.) Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage in Ihrer Branche?

Philip Harting: Ich möchte die Lage als vorsichtigen Optimismus bezeichnen. Die Talsohle ist erreicht, aber es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis wir das Niveau von 2008 erreicht haben. Wichtig ist jetzt, weiter in neue Technologien und Lösungen zu investieren, um nicht nur am Markt bestehen zu können, sondern diesen auch mit zu prägen und so langfristig erfolgreich zu sein.

2.) Wie deutlich haben Sie 2009 die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gespürt?

Philip Harting: Die HARTING Technologiegruppe hat im Geschäftsjahr 2008/2009 (1.10.2008 bis 30.9.2009) einen weltweiten Umsatz von 325 Mio. Euro erwirtschaftet. Damit lagen wir etwa 15 % unter dem Vorjahrsniveau – und deutlich besser, als die Prognosen es erwarten ließen. Dafür haben eine gute Auftragslage in Segmenten wie den Erneuerbaren Energien und der Bahn- Infrastruktur und sehr gute Umsätze in Asien gesorgt.

3.) Wird dieses Jahr weiterhin ein Jahr der Krise oder eines des Aufschwungs sein?

Philip Harting: Das lässt sich heute noch nicht eindeutig sagen. Jetzt schon von Aufschwung zu sprechen, halte ich für verfrüht. Es ist wichtig, nicht ausschließlich auf konjunkturelle Verbesserungen zu hoffen. Deshalb sind Strukturanpassungen unumgänglich. Trotzdem können – und müssen – wir in diesem Jahr die Weichen für den Aufschwung stellen. Das bedeutet: Stärkung unserer Innovationskraft, denn nur so können wir zukunftsfähig bleiben.

4.) Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche in diesem Jahr maßgeblich bestimmen werden?

Philip Harting: Wichtige Trends sehe ich im Steckverbinderbereich in der Integration von Funktionen und in der Miniaturisierung. Neue Fertigungsverfahren und Materialen werden außerdem die zukünftige Entwicklung bestimmen. Für HARTING als Lösungsanbieter ist die immer kundenspezifischere Produktentwicklung ein weiterer Trend. Deshalb ist es wichtig, möglichst nah am Kunden zu sein und schon in der Entwicklungsphase intensiv mit ihm zusammen zu arbeiten.

5.) Welche Chancen und Risiken wird das Jahr 2010 für Sie bringen?

Philip Harting: Eine große Chance sehe ich in den Innovationen, die wir auf den Markt bringen werden. Auf der Hannover Messe 2010 werden wir entscheidende Neuheiten vorstellen, mit denen wir dem Markt wieder einen Schritt voraus sein werden. Risiken birgt natürlich dennoch die immer noch unsichere wirtschaftliche Lage. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass manche Entwicklungen nicht vorhersehbar sind. Deswegen ist es wichtig, die Situation weiterhin ganz genau zu beobachten und frühzeitig zu reagieren.

6.) Welche Zielsetzungen haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?

Philip Harting: Natürlich wollen wir als Technologiegruppe wieder an die hervorragenden Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2007/2008 anknüpfen und auch weiterhin mit unseren Innovationen überzeugen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden, unabhängig von der aktuellen Lage, mit einem beständigen Strom an Innovationen als zuverlässiger Partner zur Seite zu stehen. Wir entwickeln Schlüssel-technologien, die es unseren Kunden ermöglichen, effizient zu arbeiten und ihre Prozesse weiter zu optimieren – damit auch sie für die Zukunft gerüstet sind.

7.) Sind Sie mit dem Standort Ostwestfalen-Lippe und dessen Image zufrieden? Welche Faktoren schätzen Sie besonders? Oder haben Sie diesbezüglich Verbesserungsvorschläge?

Philip Harting: Ostwestfalen-Lippe hat sich als Hochtechnologiestandort etabliert. Darauf bin ich als Teil eines Familienunternehmens, dessen Gründer sich schon 1950 am Standort Espelkamp angesiedelt haben, sehr stolz. Für meine Familie und mich ist Ostwestfalen-Lippe nicht nur ein Unternehmensstandort, sondern vielmehr eine Heimat, in der wir gerne zu Hause sind. Deshalb versuchen wir auch, die positive Entwicklung, sei es in wirtschaftlicher, kultureller oder sozialer Hinsicht, mit zu gestalten und mit zu prägen.

8.) Was war für Sie das Highlight 2009? Welches Thema hat Sie im vergangenen Jahr neben der Wirtschaftskrise am meisten beschäftigt – sowohl positiv als auch negativ?

Philip Harting: Im Jahr 2009 hat die HARTING Technologiegruppe gleich mehrere Highlights in Form von Auszeichnungen und Preisen erlebt. Mit unserer Technologie „ Fast Track Switching“ sind wir für den Hermes Award der Hannover Messe nominiert worden. „Fast Track Switching“ bekam auch international Anerkennung und wurde von der französischen Fachzeitschrift „mesures“ als besondere Innovation in der Kategorie Automatisierung ausgezeichnet. Und nicht nur unsere Produkte konnten überzeugen: Unsere deutsche Vertriebsgesellschaft HARTING Deutschland erhielt im vergangenen Jahr bei der Verleihung des „Ludwig-Erhard-Preises“ eine Auszeichnung und gehörte zu den zwei besten Unternehmen in ihrer Kategorie. Der Preis ehrt die Unternehmen, die sich durch nachhaltige Spitzenleistungen, Kundenorientierung und Wettbewerbsfähigkeit auszeichnen. Das sind große Erfolge, die auch für die künftige Entwicklung wichtig sind.

9.) Wer hatte Ihrer Meinung nach 2009 den schwierigsten Job?

Philip Harting: 2009 war wohl für alle ein schwieriges Jahr war. Den schwierigsten Job kann man da kaum heraus greifen. Jeder hatte – und hat – auf seine Weise mit der Situation zu kämpfen. Wichtig ist es jetzt, die Probleme zu bewältigen. Wir bei HARTING konnten und können auf die große Solidarität unserer Mitarbeitenden zählen. Das ist in solchen Zeiten wichtig und macht uns stolz.

10.) Haben Sie für das Jahr 2010 ein bestimmtes Motto?

Philip Harting: Innovativ und beweglich bleiben! Denn nur wer die Entwicklung genau beobachtet, flexibel reagiert und weiter in die Zukunft investiert, kann diese auch gestalten.

(Redaktion)


 


 

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