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Milliardenverlust

Post bleibt optimistisch

(ddp-nrw). Trotz des Milliardenverlustes im vergangenen Jahr bleibt die Deutsche Post optimistisch. Das Unternehmen werde die kommenden Monate nicht nur «gut» überstehen, sondern gestärkt aus der Krise hervorgehen, teilte der DAX-Konzern am Donnerstag in Bonn mit. Bereits am Mittwochabend hatte der nach eigenen Angaben weltweit führende Logistikkonzern verkündet, dass er einen Konzernverlust nach Minderheiten in 2008 von 1,69 Milliarden Euro verzeichnet hat. Der Markt reagierte enttäuscht auf die Zahlen und verwies auf die schwache Entwicklung des DHL-US-Express-Geschäfts und der Zuliefererkette. Zudem sei die Zukunft des defizitären US-Geschäfts weiterhin unklar. Die Post-Aktie verlor bis 14.30 Uhr 7,1 Prozent auf 7,76 Euro.

Das DAX-Unternehmen mit rund 470 000 Mitarbeitern begründete den Nachsteuerverlust im vergangenen Jahr vor allem mit den hohen Restrukturierungskosten in den USA. Die Restrukturierung sei jetzt jedoch abgeschlossen, hieß es. Erst im November hatte die Post mitgeteilt, dass zum 30. Januar 2009 das inländische Luftfracht- und Bodentransportgeschäft der US-Tochter DHL Express eingestellt und zusätzlich 9500 Stellen gestrichen werden. Anfang 2008 wurden bereits 5400 Arbeitsplätze in den USA abgebaut. Jetzt müsste nur noch ein Partner für die Beförderung von Luftfracht in den USA gefunden werden. Die exklusiven Verhandlungen mit dem US-Logistikkonzern UPS seien allerdings inzwischen ergebnislos beendet worden. Analysten bezeichneten die Gespräche mit anderen Anbietern als zäh.

Bezüglich des operativen Gewinnziels für das laufende Jahr äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Frank Appel zuversichtlich. Er sei sicher, dass sich das berichtete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2009 «signifikant» verbessern werde. Vor Einmaleffekten werde sich das Ebit aber verschlechtern. Aufgrund der derzeitigen Unsicherheiten wollte die Post keine konkrete Prognose abgeben.

«Wir gehen davon aus, dass das Jahr 2009 für die gesamte Logistikbranche ein sehr hartes Jahr werden wird», sagte Appel lediglich. Der Fokus müsse jetzt «mehr denn je auf Kostensenkungen und der Schaffung von Liquidität liegen».

In Zukunft will sich das Management nach eigenen Angaben auf die operative Weiterentwicklung des Unternehmens und nicht auf Zukäufe konzentrieren. Hier gäbe es noch ausreichend Möglichkeiten. Das Unternehmen habe noch nicht in allen Bereichen die Marktanteile, die möglich seien. Um gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können, müsse die Kostenstruktur an die weiter nachlassende Nachfrage nach konzerneigenen Produkten angepasst werden.

Im vergangenen Jahr sank das Ebit von plus 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf minus 567 Millionen Euro. Vor Einmaleffekten lag das operative Ergebnis wie bereits mitgeteilt bei 2,41 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 0,8 Prozent auf 54,47 Milliarden Euro. Trotz des Verlustes im vergangenen Jahr will das Unternehmen eine Dividende von 60 Cent pro Aktie ausschütten. Für 2007 hatte die Post ihren Aktionären 90 Cent je Aktie gezahlt. 

In den Geschäftszahlen sind die Zahlen der Postbank nicht enthalten. Erst am Mittwoch hatte die Post den abgeschlossenen Verkauf ihrer früheren Tochter an die Deutsche Bank verkündet. Zu der Transaktion gehörte, dass die Post jetzt mit rund acht Prozent an dem Branchenprimus Deutsche Bank beteiligt ist.

(ddp)


 


 

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