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  • 07.04.2008, 17:12 Uhr
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  • Berlin
Finanzsektor

Private Banken halten Eingreifen des Staates nicht für notwendig

Der private Bankensektor in Deutschland sieht sich trotz der jüngsten Finanzmarktkrise in einer robusten Verfassung und hält eine staatliche Hilfsaktion wie in den USA in Deutschland nicht für nötig. «Von dem erheblichen Schadensfall IKB einmal abgesehen, haben sich die privaten Banken auch im internationalen Vergleich als robust und widerstandsfähig erwiesen», sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller, am Montag in Berlin.

Die Situation hierzulande sei nicht mit dem US-Bankenmarkt vergleichbar, der ungleich schwerer betroffen sei, sagte Müller. Der Abschwung am US-Hypothekenmarkt halte unvermindert an. «Die bereits in vollem Gange befindliche konzertierte Aktion von Staat, Notenbank und Marktteilnehmern in den USA hat durchaus ihre Berechtigung», sagte Müller. In Deutschland bestehe diese Notwendigkeit aber nicht. Dort, wo der Staat aktiv geworden sei, habe er dies als Eigentümer von Banken getan. «Die privaten Banken in Deutschland rufen jedenfalls nicht nach dem Eingreifen des Staates», sagte der BdB-Präsident. Allerdings müsse die Situation «weiterhin als äußerst angespannt bezeichnet werden, und die Krise wird uns wohl noch eine ganze Zeit beschäftigen», sagte Müller.

2008 werde daher für die Banken «ein nicht nur schwieriges, sondern sehr anspruchsvolles Jahr». Die deutschen Banken planten aber keinen umfassenden Abbau von Personal, machte Müller klar. «Wenn überhaupt Personal abgebaut wird, kann das nur punktuell sein», sagte er. «Ein klarer Personalabbau ist bisher nicht angesagt worden.»

Der BdB-Präsident unterstrich, bei der Rettung der angeschlagenen IKB Deutsche Industriebank AG hätten sich die privaten Banken ihrer Verantwortung angemessen gestellt. Die Subprime-Krise habe aber die Schwächen des deutschen Bankensystems aufgezeigt und das teilweise Fehlen tragfähiger Geschäftsmodelle verdeutlicht. In der Politik werde inzwischen «allerorten» über eine Neuordnung im Bereich der Landesbanken diskutiert. «Wir begrüßen, dass diese unumgängliche Diskussion endlich geführt wird», sagte Müller. Reformbedarf bestehe aber über den Bereich der Landesbanken hinaus für das gesamte deutsche Bankensystem, in dem mehr Kooperation und mehr Durchlässigkeit zwischen den Gruppen nötig sei.

(Redaktion)


 


 

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