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Start der energetischen Sanierung Volkshochschule Detmold

Klima- und Denkmalschutz verbinden – unter diesem Anspruch steht die Sanierung des Volkshochschulgebäudes in der Krummen Straße. „Wir hoffen, dass wir die Heizkosten um 40 Prozent reduzieren können“, erklärte der technische Beigeordnete der Stadt Detmold, Thomas Lammering, jetzt bei einer Baustellenbegehung.

Die Modernisierung des historischen Fachwerkhauses sei vorbildhaft für eine energetische Sanierung im Bestand.

Um die Betriebskosten zu senken, wird das Dach des Fachwerkhauses aus dem 16. Jahrhundert neu gedämmt und gedeckt. Die Hauptfassade wird von innen mit Lehm gedämmt, so dass weiterhin von der Krummen Straße aus die reich verzierte Giebelseite zu sehen ist. Die beiden Traufenseiten werden von außen gedämmt und mit einer Metallverkleidung versehen.

Energieeffizienz und Denkmalschutz in Einklang zu bringen, ist bundesweit ein Thema, weshalb auch das Modellvorhaben in Detmold zu 95 Prozent vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Von besonderer Wichtigkeit ist es aber insbesondere auch für Detmold, weiß Catrin Will von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt: „In Detmold stehen 697 Gebäude unter Denkmalschutz. Wie diese historische Bausubstanz erhalten und gleichzeitig energetisch modernisiert werden kann, wird uns in Zukunft verstärkt beschäftigen.“

Ziel des Modellvorhabens ist, zum einen den Energieverlust am VHS-Gebäude über Fassaden, Fenster und Dach zu verringern und zum anderen dies wissenschaftlich auszuwerten. Die Sanierung in der Krummen Straße wird daher begleitet von der Hochschule OWL und vom Frauenhofer Institut für Bauphysik. Schon 2012 wurde im Rahmen des Modellprojektes das Handbuch „Denkmal in die Zukunft“ veröffentlicht. In diesem zeigen praxiserfahrene Experten, dass sich die Energiebilanz denkmalgeschützter Gebäude nachhaltig und denkmalgerecht dem Neubaustandard annähern lässt. Während der Baumaßnahme in der Krummen Straße werden außerdem regelmäßige Baustellenführungen und ein Vortragsprogramm mit namhaften Referenten angeboten. „Mit dieser ‚begreifbaren Baustelle’ werden eindrucksvolle Einblicke in den Sanierungsablauf gegeben und Möglichkeiten der energieeffizienten Denkmalsanierung vermittelt“, erklärte Sabine Gabriel-Stahl, Klimaschutzmanagerin der Stadt Detmold. Die Bauphase selbst soll bereits im Herbst abgeschlossen sein.

Während dieser Zeit ist das Anmeldebüro der VHS weiterhin erreichbar, die Veranstaltungen finden in der Alten Schule am Wall statt. „In dieser Zeit sind gute Nerven gefragt. Ich bedanke mich bei meinen Mitarbeiterinnen, dass trotz Baustelle das Programmheft fertiggestellt wurde. Vieles ist nur mit Humor zu nehmen“, so die Leiterin der VHS Detmold-Lemgo, Dr. Birgit Meyer-Ehlert. Die Auswertung des Modellvorhabens wird voraussichtlich bis Ende 2015 andauern, die Ergebnisse werden anschließend im Internet präsentiert werden. Finanziell gefördert wird das Vorhaben, das mit rund 600.000 Euro veranschlagt ist, durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit Fördermitteln aus dem „Sondervermögen Energie- und Klimafonds: Nationale Klimaschutzinitiative“ im Rahmen des Modellvorhabens „Gebäudebestand (Energieeffizienz, Denkmalschutz)“.

(Redaktion)


 


 

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