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Non-Profit-Organisationen

Projekterfolge sinnvoll messen

Gemeinnütziges Engagement ist eine Herzensangelegenheit. Wirtschaftliche Überlegungen spielen traditionell eine eher untergeordnete Rolle. Eine zunehmende Zahl von Non-Profit- Organisationen (NPO) setzt heute auf Controlling-Instrumente. Sie reagieren damit auf zunehmend knappe Budgets und der Forderung nach mehr Transparenz. Viele NPO sehen in der Verbindung von inhaltlichen Aufgaben und kaufmännischen Prinzipien eine große Chance. Ihr Ziel ist es, verborgene Potenziale zu nutzen und das Leitbild konsequent nach modernen Anforderungen auszurichten.

Ideelle Werte und kaufmännisches Denken stehen nur scheinbar im Widerspruch. Die Erfolge sind ganz unterschiedlicher Natur und nicht immer auf Anhieb sichtbar. Moderne Controlling-Methoden helfen dabei, auch verborgene Zielgrößen zu erkennen, zu gewichten und miteinander in Relation zu setzen. Tatsächlich haben Faktoren, wie beispielsweise Zahl und Häufigkeit von Beschwerden, eine große Aussagekraft über den Projektverlauf. Aber nicht alle Einflussgrößen sind quantitativ, vieles muss erst messbar gemacht werden.

"Nicht jedes Resultat ist eine Zahl", betont Horst Jobelius, Leiter des Arbeitskreises Sozialwirtschaft beim BVBC, der über langjährige Erfahrung in der Führung von sozialen Einrichtungen verfügt. "Viele wichtige Erfolgsfaktoren bleiben oft unberücksichtigt." Häufig handelt es sich um organisationsspezifische Größen, die sich im Rahmen eines moderierten Prozesses identifiziert lassen. Ziel ist, auch diese Faktoren mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten zu erfassen und mit Kennzahlen in Bezug zu setzen. Richtig angewandt, bietet das sogenannte Sozial-Controlling Non-Profit-Organisationen enorme Möglichkeiten. Die im Team festgelegten Messgrößen machen auch verborgene Erfolge sichtbar und setzen für zukünftige Projekte neue Energien frei.

So lassen sich auch ideelle Werte messen:

Nicht nur konkrete Zahlen lassen sich erfassen und vergleichen. Dank moderner Controlling-Verfahren sind auch soziale Zielsetzungen zu messen. Voraussetzung hierfür ist ein moderierter Prozess, der maßgebliche Werte identifiziert, gewichtet und bewertet. Die BVBC-Berater empfehlen folgendes Vorgehen.

1. Klare Ziele: Viele Visionen bieten Interpretationsspielraum. Werden konkrete Handlungsschritte in einer sinnvollen Abfolge definiert, lassen sich viele Ziele effizienter umsetzen. Eine eindeutige und gemeinsam definierte Mission fördert ein optimales Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte.

2. Treffende Messgrößen: Erfolg lässt sich nicht immer automatisch an gängigen Zahlengrößen ablesen. Auch eher "weiche" Faktoren sind wichtige Indikatoren für einen erfolgreichen Projektverlauf. Wer sensibel vorgeht, kann im Team individuelle Messgrößen finden und als maßgebliche Standards festschreiben.

3. Funktionierende Prozesse: Neue Standards kollidieren häufig mit eingespielten Abläufen. Nur mit einer Veränderungsbereitschaft auf allen Ebenen lassen sich neue Prozessabläufe etablieren. Ist dies gewährleistet, lassen sich "mit frischem Wind" ungeahnte Potentiale für gemeinsame Ziele nutzen.

4. Sinnvolles Pilotprojekt: Aller Anfang fällt schwer. Deshalb sollten Veränderungen nach Möglichkeit schrittweise umgesetzt und im laufenden Betrieb erprobt werden. Mit einem Pilotprojekt lassen sich viele Fragen und Zweifel ausräumen. Mögliche Fehlerquellen sind leicht zu beheben und zeigen weitere Optimierungspotenziale auf.

(Redaktion)


 


 

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