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Es gibt viel zu tun: Yes, we can

Referent Dr. Holger Bahr kündigt Wirtschaftsjunioren Krisenende in diesem Jahr an

Finanzkrise, Rezession, Massenarbeitslosigkeit und Armut sind die beherrschenden Themen in den Medien. „50 Prozent der Wirtschaft ist Psychologie“, diese – Ludwig Erhard zugeschriebene – Weisheit haben die meisten Menschen in Deutschland in den letzten Monaten wahrscheinlich häufig in irgendeinem Medium gelesen oder gehört. Vor mehr als 100 Wirtschaftsjunioren präsentierte Dr. Holger Bahr, auf Einladung der Sparkasse Paderborn, seine Erkenntnisse zur Finanzkrise aus volkswirtschaftlicher Sicht „In der Abwärtsspirale? Ludwig Erhard im Sinn behalten.“

„2008 standen wir auf der Brücke der Titanic und haben den Eisberg nicht gesehen“, beschreibt der Volkswirt die sich schon seit über einem Jahr anbahnende Gefahr. Nun ächzt die Welt unter der Finanzkrise. Immer deutlicher werden die Auswirkungen der Krise auf Unternehmen sichtbar. Täglich erscheinen neue Meldungen darüber, wie schlecht es der Wirtschaft geht: Kurzarbeit bei großen Automobilzulieferern, massive Entlassungen von Mitarbeitern aus Zeitarbeitsverträgen, Einstellungsstopps, deutliche Auftrags- und Umsatzrückgänge bis hin zu ersten Insolvenzen. Dabei blieb die Entwicklung bis zum September letzten Jahres auf den Finanzsektor beschränkt und griff erst nach dem Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers auf die Realwirtschaft über. Der immense Vertrauensverlust nach dieser Pleite, insbesondere unter den Banken selbst, führte daher in der Folge zum Erliegen der Kreditwirtschaft mit allen negativen Auswirkungen für die Unternehmen.

„Sie kennen die Geschichte mit dem Glas, das je nach Betrachtung halb leer oder halb voll sein kann. Man kann in der Tat nicht leugnen, dass die Zeiten nicht die besten sind. Rasches Handeln ist gefragt, damit sich die Wirtschaft ihre Investitionen leisten und neues Vertrauen aufgebaut werden kann“, so Bahr und brachte damit den Grundtenor beim traditionellen Aschermittwochs-Fischessen klar auf den Punkt.

Größte wirtschaftspolitische Herausforderung

Die weltweite Finanzkrise ist die größte wirtschaftspolitische Herausforderung für den Staat seit Beginn des Wirtschaftswunders in den fünfziger Jahren oder sogar darüber hinaus. Solange die Finanzmärkte nicht rund laufen, können sich andere Bereiche der Wirtschaft nicht entfalten. „Es war richtig und wichtig, ein schnelles Rettungspaket für systemrelevante angeschlagene Banken zu schnüren. Es ist auch richtig, ganze Anteile von Banken zu übernehmen, um sie vor dem Zusammenbruch mit allen katastrophalen Dominoeffekten in der Folge zu schützen. Und es ist ebenso richtig, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Vertrauen der Banken untereinander wieder herzustellen“, so der Volkswirt. Den Skeptikern, die aufgrund der großen Summen der Konjunkturpakete den Staatsbankrott befürchten, erteilte Bahr eine klare Absage: „Die Staaten haben in der Summe bis jetzt lediglich 4,6 Prozent des Welt-Bruttoinlandsproduktes aufgebracht, sodass das Volumen beherrschbar ist.“

„Wenn wir die Abwärtsspirale stoppen, eröffnen sich neue Perspektiven für die Wirtschaft, die durchaus positiv sind“, betont Bahr. In jeder Krise steckt neben der Gefahr auch eine Chance. Solange sich Produkte innovativ nach vorne entwickeln wird es Wachstum geben – auch an den Kapitalmärkten. Um dies zu erreichen, braucht jedes Land einen verantwortungsvollen Staat, der klare Rahmenbedingungen setzt, diese auch konsequent kontrolliert und ohne Ausnahme durchsetzt. Und einen Staat, der nicht nur „Ja, wir schaffen das“ sagt, sondern auch ausstrahlt.

(Redaktion)


 


 

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