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Reichtum in Deutschland

Geschenktes Vermögen auf mehr als das Dreifache gestiegen seit 2009

Seit Inkrafttreten des Erbschaftsteuerreformgesetzes im Jahr 2009 ist das hierzulande geschenkte Vermögen von 12,9 Milliarden Euro auf 39,9 Milliarden Euro im Jahr 2013 (plus 208,4 Prozent) gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Laut den Statistikern erhöhte sich die Summe des geschenkten Vermögens auf mehr als das Dreifache. Im Vergleich dazu stand ein moderater Zuwachs beim geerbten Vermögen (plus 41,9 Prozent). Die Zahlen ergeben sich laut Statistischem Bundesamt aus einer Gegenüberstellung der erstmaligen Festsetzungen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik 2009 und 2013.

Die Anzahl an festgesetzten Schenkungen nahm zwischen 2009 und 2013 stark ab (minus 21,1 Prozent). Den Grund hierfür sehen die Statistiker in den rückläufigen Schenkungen kleinerer und mittlerer Vermögen, insbesondere von Grundvermögen, die wegen des sich ändernden Bewertungsrechtes vorgezogen und im Jahr 2009 noch nach altem Recht besteuert worden waren. Im Jahr 2013 erfolgten die Festsetzungen fast ausschließlich nach neuem Recht (95,3 Prozent).

Die höheren persönlichen Freibeträge führten dazu, dass kleinere Vermögensübertragungen unterhalb der Freibetragsgrenze blieben und eine Steuerfestsetzung entfiel. Dadurch nahm der Anteil der Schenkungen in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro auf fast 49 Prozent zu. Das geschenkte Vermögen stieg in diesen Fällen von 1,5 Milliarden Euro auf 19,5 Milliarden Euro und damit um mehr als das Zehnfache.

Rund 20 Milliarden Euro Betriebsvermögen geschenkt

Das Betriebsvermögen war – außer im Jahr 2010 – die jeweils größte geschenkte Vermögensart. Aufgrund der günstigen Verschonungsregeln (Steuerbefreiungen nach Paragraph 13a Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG)) erhöhten sich die Schenkungen von Betriebsvermögen auf 20,1 Milliarden Euro brutto (plus 287,8 Prozent). Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung im Dezember 2014 die Regelung des Paragraphen 13a ErbStG teilweise für verfassungswidrig erklärt.

Trotz des starken Zuwachses an geschenktem Vermögen schrumpften die steuerpflichtigen Schenkungen (minus 13,7 Prozent) und die tatsächlich festgesetzte Steuer (minus 21,4 Prozent), so das Bundesamt. Diese Entwicklung sei auf neue Regelungen des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts zurückzuführen – unter anderem auf die Erhöhung der persönlichen Freibeträge und auf die Steuerbefreiungen nach Paragraph 13a ErbStG. Der Anteil der festgesetzten Schenkungsteuer am geschenkten Vermögen ging demnach von fast 11 Prozent im Jahr 2009 auf rund 3 Prozent im Jahr 2013 zurück. Der Rückgang an festgesetzter Steuer wurde nicht durch die Erhöhungen der Steuersätze bei Schenkungen an Eltern, entferntere Verwandte oder sonstige Beschenkte (Steuerklassen II und III) aufgefangen.

(Redaktion)


 


 

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