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Porträt

Reinhard Mohn - ein Jahrhundertunternehmer

Reinhard Mohn legte die Grundlage für die Bertelsmann AG

Das unternehmerische Gesamtwerk Reinhard Mohns gehört zu den großen Lebensleistungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Mohn legte die Grundlage dafür, dass aus einem christlichen Verlag in Gütersloh innerhalb von sechs Jahrzehnten die Bertelsmann AG, wie man sie heute kennt, entstehen konnte: Das größte Medienunternehmen Europas. Ein Global Player mit mehr als 100.000 Mitarbeitern. Die unternehmerische Heimat des führenden europäischen Unterhaltungskonzerns RTL Group, von Random House, dem größten Publikumsverlag der Welt, und von Gruner + Jahr, Europas größtem Zeitschriftenhaus. Aus dem bestehenden Druckereigeschäft wurde später der Dienstleister Arvato. Die Buchclubs, die Reinhard Mohn in seinen frühen Unternehmerjahren aufbaute, sind bis heute Kern der Direct Group Bertelsmann. Dabei vertritt die Bertelsmann AG eine Unternehmenskultur, die aus den persönlichen Überzeugungen Reinhard Mohns erwachsen ist und die bis heute fortgeschrieben wird: Partnerschaft, Unternehmergeist, Kreativität und gesellschaftliche Verantwortung sind die Kernbestandteile der heutigen „Bertelsmann Essentials“.

Das überwältigende Wachstum der Gründerjahre bescherte dem jungen Unternehmer zunächst viele schlaflose Nächte. Der rasante Aufbau des Unternehmens verschlang mehr Geld, als ihm die skeptischen Banken gewähren wollten. Mohn habe wie alle Jungunternehmer „unter Banken gelitten, wie ein Hund“, erklärten später Wegbegleiter dieser schwierigen Phase. Und so wandte sich Reinhard Mohn an die Einzigen, an die er sich wenden konnte: an die Mitarbeiter. Mohn appellierte an ihren Unternehmergeist, indem er seinen eigenen deutlich werden ließ. Sie sollten mit ihrer Arbeitskraft in den Wiederaufbau des Verlages investieren. Und dafür würden sie am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Eine Partnerschaft, die bei Bertelsmann bis heute gelebt wird.

Was aus heutiger Sicht visionär erscheint, war für den leidenschaftlichen Unternehmer ganz selbstverständlich: „Ich habe mich gefragt, was muss ich tun, damit Menschen mitmachen bei dem Wiederaufbau. Die wollten alle ein Dach über dem Kopf und wollten einen gesicherten Arbeitsplatz.“ Dass ihm sein früher Einsatz für die Arbeitnehmerbeteiligung in der Öffentlichkeit das Etikett „Der rote Mohn“ bescherte, kümmerte ihn wenig.

Partnerschaftliche Umgang mit den Mitarbeitern Teil einer unternehmerischen Kultur

Schließlich erging es Mohn wie allen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen. Er war in vielem seiner Zeit voraus: oft belächelt, dann bewundert und schließlich von vielen anerkannt und gewürdigt. Für ihn selbst war der partnerschaftliche Umgang mit den Mitarbeitern nicht Ausdruck politischer Programmatik. Sie war Teil einer unternehmerischen Kultur. Und sie war Ausdruck seiner gesellschaftlichen Verantwortung.

Der frühere Bundespräsident Johannes Rau bezeichnete Reinhard Mohns Bild vom arbeitenden Menschen einmal als „beispielgebend für die gelungene Versöhnung von Wirtschaft und Kultur“.

Wollte man jeden Erfolg, jeden Schritt der Firma Bertelsmann auf dem Weg zum Weltkonzern einzig dem genialen Strategen Reinhard Mohn zuschreiben, man würde nicht nur der Geschichte nicht gerecht. Man verpasste ihm erneut ein Etikett, das er selbst weit von sich gewiesen hätte. Und man übersähe auch einen wichtigen Teil der von Mohn geprägten Unternehmensphilosophie. Sehr früh schon übergab er Verantwortung an leitende Mitarbeiter. Drucktechnik, Buchbinderei, Vertrieb,… Mohn lagerte Verantwortung aus, machte Unternehmensbereiche sehr schnell zu selbstständigen Einheiten.

Ihre Leiter sollten dabei agieren wie eigenständige Unternehmer – Reinhard Mohn schenkte ihnen sein Vertrauen und stattete sie mit allen Freiheiten aus, die sie benötigten. Bis heute gilt: Operative Entscheidungen liegen bei Bertelsmann in den Händen derer, die das Tagesgeschäft betreiben. Getreu dem Motto: Vielfalt durch Dezentralität. So konnte der Denker und Stratege Mohn seinen Blick schon früh auf die Grundsatzfragen seines Unternehmens lenken. Mit dieser Haltung begegnete er allen Herausforderungen, die heute zur lebendigen Unternehmensgeschichte des Hauses Bertelsmann gehören.


 


 

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