Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Lifestyle Reisen
Weitere Artikel
Studie zum Tourismusjahr 2008

Reiseziel Deutschland ist Gewinner der Sommersaison

Die Deutschen haben im vergangenen Tourismusjahr 2008 – also im Zeitraum von November 2007 bis Oktober 2008 – insgesamt 126,3 Millionen Urlaubsreisen mit mindestens einer Übernachtung unternommen. Das sind etwa 300.000 Reisen mehr als im Vorjahr.

Trips zu besonderen Anlässen oder Events, wie beispielsweise zur Fußball-EM, haben mit 10,3 Prozent Zuwachs deutlich gewonnen. Insgesamt endete das zurückliegende Tourismusjahr für die Branche zufrieden stellend. Bis kurz vor Weihnachten 2008 war auf dem Reisemarkt keine Konsumzurückhaltung zu spüren. Für das Jahr 2009 planen die Deutschen derzeit allerdings weniger Reisen.

Gewinner in der Sommersaison 2008:
Verkehrsmittel Bahn und Reiseziel Deutschland

Insgesamt wurden allein in der Sommersaison (Mai bis Oktober) 82,8 Millionen
Reisen, das entspricht etwa zwei Dritteln aller angetretenen Urlaube,
realisiert. Damit liegt der Sommer 2008 auf dem gleichen Niveau wie der
Sommer des Vorjahres. Gewinner ist dabei die Bahn. Insgesamt wurden
zusätzlich 335.000 Reisen mit mindestens einer Übernachtung über die
Schiene angetreten, das entspricht einem Zuwachs von 5,2 Prozent im Vergleich
zur Sommersaison 2007. Dies zeigt einen weiteren Trend: Deutschland
steht wie auch in den vergangenen Jahren als Reiseland weiter hoch
im Kurs. Im Sommer 2008 wurden insgesamt 42,9 Millionen Urlaube in der
eigenen Heimat verbracht; das entspricht einem Plus von 1,9 Prozentpunkten.
Ein Ende dieses Trends ist auch für 2009 nicht zu erwarten. Schon jetzt
sind 2,5 Prozent mehr Inlandsreisen geplant.

Bei Reisen mit mehr als zehn Übernachtungen zeigt sich diese Entwicklung
sogar noch deutlicher. Für das kommende Frühjahr planen die Deutschen
bereits 7 Prozent mehr längere Inlandsreisen. Eine Rezession könnte diesen
Trend hin zum Urlaub in der Heimat sogar noch verstärken. In wirtschaftlich
eher schlechten Zeiten dürften mehr Deutsche als bisher Ferien zwischen
Alpen und Nordsee machen – dies gilt sowohl für die Kurztrips als auch für
längere Reisen. Die Zahl der Auslandsreisen könnte dagegen sinken.

Einen Zuwachs von 16,2 Prozent verzeichneten 2008 auch die privaten Unterkünfte. Dies sind 9,9 Prozent mehr als 2007. Hotels, vor allem in den
Kategorien ein bis drei Sterne, mussten hingegen Verluste hinnehmen.

Beim Auslandsurlaub im vergangenen Sommer gewannen vor allem Reiseziele
im Dollarraum. Die Verbraucher nutzten den günstigen Wechselkurs
und unternahmen 2,5 Prozent mehr Reisen in weit entfernte Regionen. Die
Mittelmeerregionen mussten insgesamt etwa 2 Prozent Verluste verkraften.
Verlierer waren hier die Anbieter von Flugreisen. Nur Ägypten konnte die
Sommersaison mit einem Plus von fünf Prozentpunkten abschließen.

Familien mit Kindern verreisen weniger

Eine Ursache für die Verluste bei den Mittelmeerzielen ist die Zurückhaltung
der Familien mit Kindern. Diese Kundengruppe hat im Sommer 2008 im
Vergleich zum Vorjahr zu rund 2 Prozent auf Reisen in diese Region verzichtet.
Auch bei den Planungen für 2009 zeigen sich Familien mit Kindern eher
zurückhaltend. Mit -6,4 Prozent liegt der Planungsstand für das kommende
Jahr in diesem Bereich deutlich unter dem Vorjahresniveau. Allerdings lässt
sich noch nicht absehen, ob Familien tatsächlich in diesem Maß auf ihren
Urlaub verzichten oder nur vorübergehend verunsichert sind. Entscheidend
wird sicherlich sein, wie sich die Kaufkraft der Konsumenten, beeinflusst
durch Steuersenkungen, Tarifabschlüsse oder die Inflation, weiter entwickelt.

Auffallend stark ist zudem der Rückgang bei den klassischen Städtereisen
sowie den kurzen Flugreisen mit ein bis drei Übernachtungen. Beide Bereiche
lagen im Jahr 2008 mit einem Minus von 7,4 beziehungsweise 9,4 Prozent
unter dem Niveau von 2007. Die Diskussionen um den Klimaschutz und
die gestiegenen Treibstoffpreise machten sich hier bemerkbar und werden
wohl auch 2009 noch eine Rolle spielen. Ein Blick auf den aktuellen Planungsstand bestätigt dies. Bisher sind 5 Prozent weniger Flugreisen geplant
als im Vorjahr. In absoluten Zahlen wollen die Deutschen beispielsweise
derzeit rund 1 Million Flugreisen an das Mittelmeer unternehmen. Damit
liegt dieser Teil der Branche sogar 9 Prozent unter Vorjahresniveau.

Ausblick für das Jahr 2009

Während das Tourismusjahr 2008 auf gleichem Niveau wie 2007 und damit
für die Branche zufrieden stellend endete, lassen erste Indikatoren Einbußen
im kommenden Jahr befürchten. Dies zeigt sich vor allem an den Planungsständen. So wurden bislang 4,4 Prozent weniger Urlaubsreisen für die
noch laufende Winter- und 2,3 Prozent weniger Reisen für die kommende
Sommersaison geplant.

Dagegen liegt die Vorausbucherquote auf dem Niveau von 2007. Jede vierte
geplante Reise war demnach zum 1. November 2008 verbindlich gebucht.
Bei den Haupturlaubsreisen der Sommersaison, also von Mai 2009 bis Oktober
2009, liegt die Quote bei 15 Prozent; das sind zwei Prozent mehr als im
Vorjahr. Schlechter dagegen sehen die Zahlen für die Winterurlaubsreisen
aus. Hier liegt die Quote zum aktuellen Stand bei 42 Prozent. Das sind drei
Prozentpunkte unter den Vorjahreszahlen.

Zur Studie:
Vier Mal pro Jahr erhebt die GfK Panel Services Daten zu Urlaubsreisen in insgesamt 180.000 Befragungen. Dafür werden 20.000 repräsentativ ausgewählte deutsche Haushalte regelmäßig befragt.

(Redaktion)


 


 

Tourismus
Reiseziel
Deutschland
Gewinner
Sommersaison

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Tourismus" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: