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Wirtschaftskammern

Seit zehn Jahren "Runder Tisch der Wirtschaftskammern"

Um wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen eine Zukunftsperspektive zu geben und Arbeitsplätze zu sichern, hat sich der im Jahr 2000 eingeführte "Runde Tisch" als wirksame Hilfe zur Selbsthilfe bewährt.

Seit dem Start vor zehn Jahren hätten rund 760 kleine und mittelständische Unternehmen mit 9.800 Arbeitsplätzen die Beratungskooperation der drei Wirtschaftskammern in Ostwestfalen-Lippe genutzt, bilanzierten die ostwestfälisch-lippische Handwerkspräsidentin Lena Strothmann, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen, Ortwin Goldbeck (Bielefeld), sowie der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lippe, Axel Martens (Detmold). Das Krisenmanagement am "Runden Tisch" sei längst eine "einzige Erfolgsstory", hieß es am Mittwoch unisono in Bielefeld. Nach Angaben von Strothmann ist der "Runde Tisch" angesichts der globalen Finanzkrise wichtiger denn je. Es sei zwar verfehlt, derzeit von einer allgemeinen Kreditklemme zu sprechen. Dennoch gebe es viele Anzeichen, dass es für Unternehmen schwieriger werde, ihre Finanzierung sicherzustellen, berichtete die Handwerkspräsidentin. Die Bundesregierung habe deshalb gemeinsam mit der KfW Bankengruppe ein KfW-Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen auf den Weg gebracht, um bei der Finanzierung von Investitionen und Betriebsmittel zu helfen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Betriebe "grundsätzlich wettbewerbsfähig sind."

IHK-Präsident Goldbeck verwies auf die Bedeutung der Berater, die Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage untersuchen und einen Rettungsplan erarbeiten. Es handele sich dabei um professionelle Berater, die bei der KfW Bankengruppe gelistet sind. Den betreuten Unternehmen entstünden für die Hilfestellung keine Kosten ("abgesehen von den Fahrtkosten"). Der Einsatz eines Beraters sei auf maximal zehn Tagewerke begrenzt, erläuterte der Bielefelder IHK-Präsident. In den vergangenen zehn Jahren hätten die Paten in der Region knapp 50.000 Stunden geleistet. Der lippische IHK-Chef Martens betonte, dass knapp 70 Prozent der Beratungsfälle erfolgreich abgeschlossen wurden. Nach seiner Darstellung konnten in Ostwestfalen-Lippe mehr als 500 Unternehmen mit 6.400 Arbeits- und Ausbildungsplätzen gesichert werden. Diese Erfolgsquote könne sich sehen lassen. Martens appellierte an Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sollten, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, sobald "Frühindikatoren eine mögliche Krisensituation signalisierten". Nach einem Insolvenzantrag könne das Beratungsangebot der Kammern nicht mehr genutzt werden.

Direktor Dr. Jochen Struck von der KfW Bankengruppe stellte die Bedeutung der Kammern beim "Runden Tisch" heraus. Bei ihnen liefen "alle Fäden zusammen" und damit hätten sie entscheidenden Anteil, "wenn das Unternehmen im weiteren Verlauf den Turn Around schafft". Struck wies darauf hin, dass die KfW-Bankengruppe seit 2009 neben Beratungszuschüssen und den klassischen Finanzierungsprogrammen auch das KfW-Sonderprogramm für Investitionen und Betriebsmittel anbiete. Die KfW-Bank übernehme gegenüber den Banken bis zu 90 Prozent des Risikos. Das Geld stamme aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung.

(Redaktion)


 


 

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