Weitere Artikel
Schweinegrippe

Doppelte Bedrohung für Menschen mit angeborenen Immundefekten

Was im April in Mexiko seinen Anfang nahm, hat sich mittlerweile über nahezu alle Länder der Erde ausgebreitet. In Deutschland haben sich bislang mehr als 20.000 Menschen mit dem H1N1-Virus infiziert.

Und der Winter steht erst noch vor der Tür. Die tägliche Ansteckungsgefahr ist für Patienten, die an einem angeborenen Immundefekt leiden, mehr als besorgniserregend. Denn bei den Betroffenen ist ein besonders schwerer Verlauf der Schweingrippe zu erwarten. Gabriele Gründl, die Bundesvorsitzende der Deutschen Selbsthilfe angeborene Immundefekte e.V. (dsai): „Wenn schon gesunde Menschen sich derart schnell mit der Schweinegrippe infizieren, wie viel mehr sind dann Patienten mit angeborenen Immundefekten gefährdet? Wir raten allen Betroffenen und deren Angehörigen, sich gründlich bei ihrem Hausarzt über die Impfung zu informieren.“ Patienten mit angeborenen Immundefekten gehören zur Zielgruppe, die im ersten Durchgang aufgrund ihrer Erkrankung kostenfrei geimpft wird.

Dr. Ulrich Baumann, Oberarzt für Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, befürwortet die Impfung: „Die meisten Patienten mit Immundefekten werden von der Grippeimpfung profitieren, allerdings in geringerem Maße als gesunde Menschen. Dadurch sind die Betroffenen doppelt benachteiligt, da sie in der Regel durch eine Grippe stärker gefährdet sind. Wir empfehlen daher auch den Familienmitgliedern und anderen Kontakpersonen, die nicht als „Risikopatienten“ eingestuft werden, sich impfen lassen. Damit schützen sie nicht nur sich selbst, sondern auch indirekt diejenigen, die weniger geschützt sind.“

Dr. Klaus Warnatz, Oberarzt am Zentrum für Chronische Immundefizienz des Universitätsklinikums Freiburg, sieht dies sehr ähnlich: „Gerade bei Patienten mit angeborenen Immundefekten kann nicht nur die Grippe schwerer verlaufen, sondern zusätzlich auch eine bakterielle Superinfektionen mit beispielsweise Pneumokokken auftreten. Darum sollte bei möglicher Antikörperantwort präventiv geimpft werden, um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Wichtig ist zudem, dass Angehörige von Immundefekt-Patienten geimpft werden, denn diese sind mögliche Überträger der viralen Infektion.“

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsamtes wird der Impfstoff, von dem 50 Millionen Einheiten bestellt worden sind, ab 26. Oktober 2009 zur Verfügung stehen. Da die Impfmenge nur portionsweise zur Verfügung stehen wird, sollen entsprechend der Vorgaben des Roland-Koch-Instituts zunächst prioritäre Gruppen, wie beispielsweise medizinisches Personal, geimpft werden. Parallel dazu soll die Impfung chronisch kranker Patienten erfolgen, zu der auch Patienten mit angeborenen Immundefekten gehören.

(Redaktion)


 


 

Immundefekt
Patienten
Impfmenge
Menschen
Betroffenen
Schweinegrippe

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Immundefekt" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: