Weitere Artikel
Alphornklänge am Teutoburger Wald

Schweizer Nationalsymbol made in OWL: Bielefelder Eberhard Abker stellt Alphörner in Handarbeit her

Eberhard Abker besitzt vier Alphörner

Bevor er dem alpinen Instrument verfiel, spielte Eberhard Abker viele Jahre in einer Parforce-Horngruppe. „Angefangen hat alles mit dem kleinen Taschenhorn. Dann kamen die größeren Hörner“, erzählt er. Erst im letzten Jahr gab er das Jagdhorn spielen auf. „Es wurde einfach zu anstrengend für mich. Obwohl man gerade einmal fünf Grundtöne beherrschen muss, ist tägliches Üben Pflicht.“ Zwei Stunden habe er jeden Tag seine Lippen und seine Zwerchfellmuskeln trainiert, damit bei Auftritten auch wirklich jeder Ton saß. Heute widmet er sich ganz dem Alphorn. Mittlerweile besitzt er vier der langen Holztrompeten: „Alle selbst gebaut.“

24 Jahre arbeitete Eberhard Abker bei den Bielefelder Möller Werken. Dort konnte er auch seiner zweiten großen Leidenschaft nachgehen: der Jagd. „Das Unternehmen hatte ein eigenes Revier im Stadtteil Quelle. Neben meiner eigentlichen Arbeit in der Entwicklungsabteilung habe ich dort als Jagdaufseher gearbeitet.“ Seine Waffen hat er mittlerweile abgegeben. Nur die Geweihe im Wohnzimmer erinnern noch an seine aktive Zeit als Jäger. „Ich habe so viel Zeit beim Jagen verbracht. Irgendwann war es einfach genug.“

Nachdem er 1994 in den Ruhestand gegangen war, half der engagierte Rentner beim Aufbau eine Reha-Klinik für Lungenkranke in Afrika. Wenn Eberhard Abker an diese Zeit denkt, gerät er ins Schwärmen. „Die Menschen, die Landschaft und die faszinierende Tierwelt haben mich sofort gefangen genommen.“

Mitstreiter gesucht

Heute widmet sich der agile Endsiebziger unter anderem der Malerei. Jagdszenen, Blumen und afrikanische Motive zieren die Wände im Haus des Ehepaares Abker. „Das Malen macht mir großen Spaß. Aber meine liebste Beschäftigung ist und bleibt das Alphorn spielen.“

Seine Frau Ruth steht dem ungewöhnlichen musikalischen Hobby gelassen gegenüber: „Solange er nicht stundenlang ein und denselben Ton bläst, macht es mir nichts aus.“ Spielte der gebürtige Bielefelder einst regelmäßig mit zwei Bekannten zusammen, plagen den mehrfachen Großvater derzeit Besetzungsprobleme. „Leider haben meine Mitstreiter momentan keine Zeit“, erzählt Eberhard Abker betrübt. „Über interessierten Nachwuchs würde ich mich deshalb sehr freuen.“ Nur Notenlesen sollten die Aspiranten können. „Damit wir auch gemeinsam vom Blatt spielen können.“

(Redaktion)


 


 

Alphorn
Bielefeld. Eberhard Abker

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Alphorn" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: