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Konjunktur

Skeptischer Ausblick für 2009

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübt sich allmählich ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für April ist auf den niedrigsten Stand seit Januar 2006 gesunken, wie das Ifo-Institut mitteilte. Die Bundesregierung bestätigte unterdessen erwartungsgemäß ihre Wachstumsprognose. Sie geht für das laufende Jahr weiterhin von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Für 2009 rechnet sie nur noch mit einer Zunahme der realen Wirtschaftsleistung von 1,2 Prozent.

«Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit durchaus in einer ordentlichen Verfassung», sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Es gehe «aufwärts - trotz Gegenwind». Die Wirtschaft sei dynamisch in das Jahr 2008 gestartet. «Wir sehen daher keinen Anlass, von unserer Vorausschätzung in der Jahresprojektion für das Jahr 2008 vom Januar abzuweichen», ergänzte der Minister.

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in der vergangenen Woche in ihrem Frühjahrsgutachten einen BIP-Anstieg von 1,8 Prozent im laufenden und von 1,4 Prozent im kommenden Jahr prognostiziert. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen.

Aufgrund einer geringeren Zahl von Arbeitstagen und einem daraus resultierenden Wirtschaftswachstum im Jahresdurchschnitt sei die Frühjahrsprognose der Bundesregierung vorsichtiger als die der Institute, sagte Glos. Zudem hätten die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2009 eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von unter drei Millionen Personen prognostiziert, sagte Glos. Er sehe diese Marke als «Herausforderung» für die Wirtschaftspolitik. Die Frühjahrsprognose sagt im kommenden Jahr durchschnittlich 3,2 Millionen Arbeitslose voraus.

Gleichzeitig warnte Glos: «Wer jetzt das Verteilen vor das Erwirtschaften stellt, verbaut gerade den Menschen Wege in die Zukunft, für die es nicht leicht ist, ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu nutzen». Die Reformpolitik der vergangenen Jahre müsse fortgeführt werden, betonte Glos. Die Beschäftigungsdynamik werde sich abschwächen.

Bankvolkswirte stimmten einhellig darin überein, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten an Dynamik verlieren wird. Darauf basierende Stimmungseintrübungen waren nach Angaben des Ifo-Instituts auch verantwortlich für den Rückgang des Geschäftsklimaindexes von März zu April um 2,4 auf 104,8 Punkte. Von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für April einen Indexstand von 104,3 Punkten vorhergesagt.

Das Ifo-Institut verwies angesichts der Umfrageergebnisse darauf, dass nach dem Zwischenhoch zu Jahresanfang nunmehr eine langsamere Gangart der Konjunktur zu erwarten sei. Die bremsenden Einflüsse - die konjunkturelle Abschwächung in den USA, die Finanzkrise, die Euro-Stärke und der hohe Ölpreis - hätten wieder die Oberhand gewonnen, erklärten die Wirtschaftsforscher.

(Redaktion)


 

 

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