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Gesundheits-Apps

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Mit Apps werden Handys zu echten Multifunktionsgeräten. Oft genügt ein kleines Stück Software – die so genannte App – um ein Handy zur mobilen Fahrplanauskunft, zur Taschenlampe oder zum Babyphone zu machen.


Gerade in den Bereichen Gesundheit und Fitness ist die Zahl der Apps rasant gewachsen. Laut Hightech-Verband BITKOM hat sich Zahl der Apps im Gesundheitsbereich seit 2010 fast verdreifacht und liegt derzeit bei etwa 15.000. Die Anwendungen reichen von der Blutdruckmessung über Seh- oder Hörtests bis zur Überprüfung von Muttermalen. Insbesondere für chronisch Kranke können Apps nützlich sein und so manchen Kontrollbesuch beim Arzt ersparen. Wer beispielsweise an Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder chronischen Schmerzen leidet, muss regelmäßig Vitalwerte wie Blutdruck, Puls oder Blutzucker protokollieren und sich streng an einen ärztlichen Therapieplan halten. Dabei kann das Smartphone helfen: Spezielle Apps erinnern den Patienten, wann welches Medikament in welcher Dosis einzunehmen ist. Die Werte werden direkt in die Applikation eingegeben, dort gespeichert und graphisch dargestellt. Jedes Messergebnis kann kommentiert werden. Das hilft, Schwankungen zu begründen und entsprechend gegenzusteuern.

Mit etwas Zubehör können Smartphones sogar medizinische Geräte im Alltag der Patienten ersetzen. Diabetiker etwa sind darauf angewiesen, mehrmals täglich ihren Blutzuckerspiegel zu überprüfen. Dafür müssen sie stets ein entsprechendes Messgerät mitführen. Das Smartphone kann hier, mit Hilfe eines Adapters von der Größe eines Feuerzeugs, als Ersatz dienen: Gemessen wird mit einem Teststreifen, genau wie bei den größeren Geräten. Die dazugehörige App notiert die gemessenen Werte automatisch und veranschaulicht sie.

Hilfreich sind auch Blutdruck- und Pulsmessgeräte, die mit dem Smartphone kompatibel sind. Hier werden mittels einer Manschette am Arm Puls und Blutdruck ermittelt und automatisch auf das Smartphone übertragen. Auf gleiche Art ist es möglich, ein Thermometer-Modul anzuschließen und die Körpertemperatur zu messen und zu dokumentieren. Die von einer App aufgezeichneten Daten können gespeichert, per Diagramm dargestellt und bequem per E-Mail an den Arzt weitergeleitet werden.

Bei einer Überprüfung durch die Stiftung Warentest hat sich gezeigt, dass die per Smartphone ermittelten Werte in den untersuchten Fällen genauso zuverlässig waren wie die klassischer Geräte. Bei der Nutzung des Smartphones gilt es aber einige Punkte zu beachten:

• Apps ersetzen nicht die Untersuchung beim Arzt, sie können aber die Zahl der Arztbesuche verringern.
• Apps, die medizinische Befunde ermöglichen wie Pulsmessung via Smartphone, sind Medizinprodukte. Solche Produkte müssen nach EU-Richtlinien geprüft sein und mit der sogenannten CE-Kennzeichnung versehen werden.
• Auch Gesundheitsbereich gibt es bessere und weniger gute Apps. Gütesiegel öffentlicher Einrichtungen oder der Bundesärztekammer fehlen bisher. Verbraucher sollten nicht jede beliebige App herunterzuladen, sondern in Ermangelung behördlicher Gütesiegel gewisse Qualitätsindikatoren beachten: Wurde die App beispielsweise von oder in Kooperation mit Pharmakonzernen oder bekannten Herstellern von Medizintechnik entwickelt? Gibt es Testberichte oder Empfehlungen renommierter wissenschaftlicher Einrichtungen? Auch ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann weiterhelfen. Wie bei sonstigen Apps auch, geben die Feedbacks von anderen Nutzern der App zumeist gute Anhaltspunkte, wie leistungsfähig und zuverlässig die konkrete Anwendung ist.

Nach Berechnungen des BITKOM gibt es weltweit rund 520.000 verschiedene Apps. Der Markt für mobile Anwendungen erlebt derzeit einen regelrechten Boom: Der Umsatz mit Apps betrug 2010 in Deutschland rund 357 Millionen Euro. Das sind 80 Prozent mehr als noch ein Jahr davor. Die Aussichten für den noch jungen Markt sind dabei sehr gut, denn auch die Anzahl der kompatiblen Geräte wächst: Während 2010 noch 7,4 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft wurden, rechnet der BITKOM für 2011 mit 10,1 Millionen.

(Bitkom)


 


 

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