Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
Zukunftstechnologie

Maschinenbau setzt weiter auf Photovoltaik

Der weltweite Ausbaustopp der Produktionskapazitäten für Solarmodule belastet die Solarmaschinenbauer stark. Dennoch will kein Unternehmen aus der Photovoltaik aussteigen, denn schon mittelfristig soll der Solarmarkt wieder anspringen. Bis dahin stärken die Equipment-Anbieter andere Standbeine.

Es klingt nach harten Zeiten: Für 83 Prozent der Photovoltaik-Zulieferer in Deutschland hat sich die Auftragslage gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Deshalb rechnen die Unternehmen 2012 mit einem durchschnitt-lichen Umsatz-rückgang von mehr als 20 Prozent. Das wiederum wirkt sich negativ auf die Beschäftigung aus. Fast zwei Drittel der Firmen nutzen Kurzarbeit.

Die aktuelle Geschäftsklimaumfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) lässt keinen Zweifel: Der Solarmaschinenbau ist in nur wenigen Monaten von einem Auftragsboom in eine Absatzkrise gerutscht. „Die Investitionsbereitschaft der Zellen- und Modulhersteller hat spürbar nachgelassen", erklärt Eric Maiser, Geschäftsführer der Plattform Photovoltaik-Produktionsmittel im VDMA. Einerseits haben die Hersteller deutliche Produktionsüberkapazitäten aufgebaut und Analysten schätzen, dass 2012 weltweit rund 30 Gigawatt (GW) an Photovoltaik-Leistung installiert werden – bei einer globalen Produktionskapazität von 50 Gigawatt. Andererseits ist die Entwicklung in wichtigen PV-Installationsmärkten unsicher. Viele Länder mit Einspeisevergütung für Solarstrom haben ihre Fördertarife teilweise drastisch gesenkt, weil die Installationen außer Kontrolle gerieten. Für den weltgrößten Solarmarkt Italien zum Beispiel erwarten Experten dieses Jahr nur noch zwei Gigawatt Zubau – das entspräche einem Marktrückgang gegenüber 2011 um drei Viertel.

Der chinesische Markt bricht weg

Hinzu kommt, dass sich in China, dem Hauptabsatzmarkt europäischer Zulieferer, allmählich ein eigener starker Solarmaschinenbau etabliert. Daher können die Europäer dort nicht mehr so leicht zum Zuge kommen wie bisher. „Die technologische Abhängigkeit von ausländischen Unternehmen soll in China auf ein Minimum reduziert werden“, erklärt der Unternehmensberater und Chinaexperte Frank Haugwitz. Im Rahmen des laufenden 12. Fünfjahresplans (2011 bis 2015) der chinesischen Staatsregierung stehe die Photovoltaik ganz oben auf der politischen Agenda. „Daher werden erhebliche Finanzmittel für die Solarenergie, vor allem für den Anlagenbau und neue Zellentypen, zur Verfügung gestellt", so Haugwitz.

Trotz der gegenwärtigen Probleme bleiben die Maschinenbauer optimistisch. Solarkrise hin oder her – in zwei bis drei Jahren werde der PV-Markt wieder anziehen, glaubt Jürgen Weiss, Marketingchef des deutschen Spezialmaschinenbauers Gerold. „Die Preise für Solarmodule fallen rasant, so dass sich die Photovoltaik in vielen Teilen der Welt der Wettbewerbsfähigkeit nähert", sagt Weiss. Das Wachstum werde nur nicht mehr vorwiegend in Europa stattfinden, das aufgrund der Förderkürzungen an Bedeutung verliere, sondern in neuen Märkten in Asien und in den USA.


 


 

Photovoltaik
Solarmaschinenbau
Produktionskapazität
Eric Maiser
Solarmarkt
VDMA
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
China
Frank Haugwitz
Jürgen Weiss
Christopf Kübler
Jenoptik
Bottero
Centrotherm
Meyer Burger

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Photovoltaik" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: