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EZB-Chefvolkswirt warnt vor Folgen des Kaufs von Staatsanleihen

(dapd) Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, warnt vor möglichen negativen Folgen des Aufkaufprogramms der Notenbank.

"Wir müssen vermeiden, dass wir mit unseren Maßnahmen in funktionierende Märkte eingreifen. Dann nämlich könnte das Anleiheprogramm zu einer Quasi-Fiskalpolitik ausufern", sagte Stark der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Seit Mai kauft die EZB Staatsanleihen auf, um die Krise in der Eurozone zu bekämpfen.

Stark sagte, mit dem Aufkaufprogramm gewährleiste die EZB die Funktionsweise bestimmter Teile der Finanzmärkte. "Wir subventionieren mit unseren Maßnahmen nicht bestimmte Regierungen", sagte er. Um ihre Verwundbarkeit zu reduzieren, sollten die Eurostaaten sich nicht auf EZB-Stützungsmaßnahmen verlassen, sondern glaubwürdig ihren Haushalt konsolidieren. Die EZB könne ihr Programm jederzeit beenden. Auch für einzelne Banken gebe es keine Sonderbehandlung.

Stark kritisierte den Vorschlag des Internationalen Währungsfonds ( IWF ), die Rückzahlungsfristen für Griechenland zu verlängern. "Ich bin irritiert, dass der IWF so eine Option jetzt vorschlägt, obwohl er doch vor sechs Monaten ebenfalls seine Zustimmung zu dem jetzigen Programm gegeben hat", sagte er. "Wir haben vollstes Vertrauen in Griechenland." Das Sparprogramm sei gerade einmal ein halbes Jahr in Kraft und auf gutem Wege.

Stark sagte, insgesamt sehe er die Euro-Mitglieder auf dem richtigen Weg. "Es gibt allerdings keinen Anlass, Entwarnung zu geben. Die Krise ist nicht vorüber", sagte der ehemalige Bundesbanker.

(dapd )


 


 

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