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  • 15.06.2012, 15:02 Uhr
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WirtschaftsWoche

Bielefeld ist unter den Top 5 der nachhaltigsten Städte Deutschlands

- Bielefeld auf Platz 5 im Gesamtranking des WirtschaftSWoche Sustainable City Indikator - Platz 1 in der Kategorie Transparenz und Engagement - Rang 12 in der Kategorie Energie und Verkehr - Verbesserungspotenzial vor allem bei der Kinderbetreuung (Platz 28) und der Innovationsfähigkeit (Rang 31)

Bielefeld ist die Stadt in Deutschland mit dem fünfthöchsten Nachhaltigkeitswert für ihre Bürger. Erstmals sind die 50 größten Städte Deutschlands auf ihre Nachhaltigkeit mit einem ganzheitlichen Ansatz anhand von 56 nicht nur ökologischen, sondern auch sozial -ökonomischen Einzelkriterien für den WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator (WWSCI) wissenschaftlich untersucht worden.

Die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und deren Wirtschaftszentrum schneidet in den untersuchten zentralen Nachhaltigkeitskategorien Umwelt, Energie und Verkehr, Soziales, Humankapital, Wirtschaftskraft sowie Transparenz und Engagement unterschiedlich gut ab. Eine Platzierung unter den zehn besten Großstädten mit den höchsten Nachhaltigkeitswerten erreicht die Stadt in der Kategorie Transparenz und Engagement. Mit ihrem guten Internetauftritt, der regelmäßigen Veröffentlichung einer CO2-Bilanz, einer EEA-Zertifizierung der Europäischen Kommission, der Vergabe von Umweltpreisen und der häufigen Teilnahme an Umwelt- und Klimaschutzaktionen erzielt Bielefeld die Bestnote in dem vom Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit den Forschern des Instituts für Weltwirtschaft, von Kiel Economics und der Christian Albrechts Universität zu Kiel entwickelten und von Veolia Umweltservice unterstützten Nachhaltigkeits-Städteranking.

In den übrigen Kategorien ist das beste Abschneiden Platz 12 in der Kategorie Energie und Verkehr

Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in den privaten Haushalten ist mit 1.750 kwh unterdurchschnittlich (Durchschnitt: 1.834 kwh); auch hinsichtlich der Nutzung von Solarthermie sind die Bielefelder mit 3.009 m2 installierter Fläche pro 100.000 Einwohner besser als der Durchschnittswert aller Städte (2.802 m2). Mit dieser Performance steht Bielefeld im Teilbereich Energie auf Position 17. Im Teilbereich Verkehr erzielt die Stadt sogar Rang 14, wobei die Pkw-Dichte allerdings mit 46,1 Autos pro 100 Einwohner (Durchschnitt: 44,5) nur im Mittelfeld aller untersuchter Städte liegt.

Bielefeld punktet durch gute Flächennutzung und gutes Abfallmanagement

In der Kategorie Umwelt (Luftqualität, Flächennutzung und Abfallmanagement) rangiert die Stadt auf Platz 13. Während sie mit Blick auf die Unterstützung einer nachhaltigen Lebensqualität durch eine gute Flächennutzung und ein gutes Abfallmanagement in beiden Bereichen einen 14. Platz erreicht, fällt die Platzierung bei der Luftqualität mit Rang 16 etwas schlechter aus. Die Stadt bietet ihren Bewohnern eine Feinstaubbelastung, die an nur 18 Tagen (Durchschnittswert: 21 Tage) über dem Grenzwert liegt. Auch die Ozonbelastung liegt mit 10 Tagen deutlich seltener über dem Grenzwert als durchschnittlich in den 50 Städten (14 Tage). Die jährliche Stickstoffdioxidbelastung ist dagegen mit durchschnittlich 25,0 μg/m3 überdurchschnittlich – allerdings nur leicht (Durchschnitt: 24,0 μg/m3).

Bei den sozialen Nachhaltigkeitsfaktoren wie demografische Entwicklung, Sicherheit sowie Gesundheit, Erholungsmöglichkeiten und Gemeinwesen bietet die Stadt ihren rund 323.000 Bürgern mit einem 15. Platz ebenfalls einen vergleichsweise guten Standard. Bei der Sicherheit (Rang 10) gehört Bielefeld zu den zehn besten Städten Deutschlands: Mit jährlich nur etwa 8.500 Kriminaldelikten pro 100.000 Einwohner bleibt Bielefeld deutlich unter dem Durchschnittswert von 10.509 Straftaten. Die Aufklärungsquote von 54,9 % liegt exakt im Durchschnitt der 50 untersuchten Städte. Bei der Nachhaltigkeit der demografischen Entwicklung, der Gesundheitsversorgung, der Erholungsmöglichkeiten und dem Gemeinwesen rangiert Bielefeld im Mittelfeld des Ranking.

Verbesserungspotenzial bei Kinderbetreuung und Innovationsfähigkeit

In der Kategorie Humankapital (Beschäftigungsmöglichkeiten, Bildung und Kinderbetreuung) erzielt Bielefeld Rang 32. Die Stadt hat in der Teilkategorie Beschäftigungsmöglichkeiten mit Rang 33 ihr schlechtestes Einzelergebnis: Die Arbeitslosenquote ist mit 10,5 % zwar nur leicht überdurchschnittlich (10,0 %). Aber die Beschäftigungslosigkeit bei Jugendlichen (10,7%) liegt signifikant über dem Durchschnittswert der Großstädte (8,8 %). Auch im Bereich der Kinderbetreuung rangiert die Stadt im unteren Mittelfeld (Rang 28): Die Betreuungsquote für Kleinkinder ist mit 13,9 % niedriger als der Durchschnittswert von 19,3 % und auch bei der Betreuungsquote von Vorschulkindern bietet Bielefeld ihren Bürger mit einer Quote von 87,4 % (Durchschnittswert: 91,6 %) eine unterdurchschnittliche Versorgung. Dafür ist der Betreuungsschlüssel in Kindertageseinrichtungen mit 6,6 Kindern pro Pädagoge/-in deutlich besser als im Schnitt aller Städte.


Bielefeld steht im Ranking in der Kategorie Wirtschaftskraft (Wirtschaftsleistung, öffentliche Finanzen und Innovationsfähigkeit) auf Platz 28. Beim Teilbereich Innovationsfähigkeit rangiert die Stadt insbesondere aufgrund der geringen Zahl der Gewerbeanmeldungen pro 10.000 Einwohner von 88,9 (Durchschnittswert aller untersuchten Städte 102,5) lediglich auf Platz 31. Bei der Wirtschaftsleistung erzielt sie einen Mittelfeldplatz (Rang 24): Die Bürger erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von 31.826 Euro (Durchschnittswert: 36.951 Euro) und das verfügbare Einkommen je Einwohner beträgt 19.784 Euro (Durchschnitt: 18.498) Euro. Im Bereich öffentliche Finanzen rangiert die Stadt auf Position 26: Bielefeld ist statistisch mit 1.832 Euro je Bürger verschuldet (Durchschnittswert: 1.886 Euro) und erzielt leicht unterdurchschnittliche Steuereinnahmen in Höhe von 613 Euro pro Einwohner (Durchschnittswert: 659 Euro).

„Bielefeld verschenkt eine bessere Platzierung im Gesamtranking vor allem aufgrund der schlechten Performance in den Bereichen Humankapital und Wirtschaftskraft“, sagt Dr. Jonas Dovern von Kiel Economics. „Die Stadt könnte Verbesserungspotenzial vor allem an zwei Stellen nutzen. Zum einen könnte sie die sehr niedrige Betreuungsquote für Kleinkinder auf den Durchschnittswert der zehn größten Städte von 20,7 % erhöhen und zum anderen die Innovationsfähigkeit der Stadt durch mehr Gewerbegründungen oder -zuzüge fördern, indem sie beispielsweise den Bürokratieabbau vorantreibt oder eine noch bessere Infrastruktur bereitstellt. So könnte Bielefeld einen Platz gutmachen und Rang 4 im Gesamtranking erreichen.“

Methodik

Der WirtschaftsWoche Sustainable City Indikator zeigt, wie nachhaltig die 50 größten deutschen Städte bereits heute sind und wie sie ihre Nachhaltigkeit gezielt verbessern können. Das Nachhaltigkeitsniveau der Städte wird mit 56 Einzelindikatoren in sechs Nachhaltigkeitskategorien bewertet: Wie die Städte mit Umwelt und Energieressourcen (Energie und Verkehr) umgehen, wie nachhaltig die Wirtschaftskraft ist und wie nachhaltig Humankapital (Beschäftigungslage, Bildung und Kinderbetreuung) und Soziales (demografischen Komponenten, Sicherheit, Gesundheit und Erholung) sind. Der Indikator berücksichtigt zudem das Engagement der Städte für eine nachhaltige Entwicklung und die Transparenz bei der Darstellung der Bemühungen gegenüber den Bürgern und der Öffentlichkeit.

(Redaktion)


 


 

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