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Stiftungen in Deutschland

Positiver Trend bei Stiftungsgründungen hält an

Das Stiftungswachstum in Deutschland ist ungebrochen. Mit 691 neu gegründeten Stiftungen im Jahr 2014 sind sogar deutlich mehr Stiftungen hinzugekommen als im Vorjahr (2013 waren es 638). Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase suchen Stiftende verstärkt nach alternativen Stiftungsformen.

Trotz Niedrigzinsphase entscheiden sich viele Menschen dafür, eine Stiftung zu gründen und ihr Vermögen ganz oder in Teilen dort einzubringen. Zum Ende des Jahres 2014 zählt der Dachverband insgesamt 20.784 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland. Deutschland behauptet sich damit weiter als stiftungsreichstes Land in Europa. Das Wachstum des Sektors liegt bei 3,1 Prozent. Die Stiftungsdichte ist gestiegen: Auf 100.000 Bundesbürger kommen nun 26 Stiftungen. Das gab der Bundesverband Deutscher Stiftungen in seiner Jahresbilanz am 11. Februar 2015 in Berlin bekannt.

„Die hohe Zahl von 691 neu gegründeten Stiftungen im Jahr 2014 ist höchst erfreulich. Denn die Aufgaben der gut 20.000 gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland sind schon allein angesichts der Integration von Migranten, der Bildungsangebote für neue Mitbürger, der kulturellen wie politischen Teilhabe in letzter Zeit stark gewachsen“, so Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Hinzu komme die Herausforderung an die Zivilgesellschaft, die europäische liberale Werteordnung weiter zu stärken: Meinungsfreiheit, Toleranz, Religionsfreiheit und Bekenntnis zur Vielfalt kommen nicht von ungefähr. Gemeinnützige Stiftungen hätten mit ihrer Verpflichtung zum Gemeinwohl hier einen klaren Auftrag, so Göring weiter.

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STIFTUNGEN
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat mehr als 3.900 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 7.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von rund 100 Milliarden Euro.

Der Stiftungssektor 2015

Auch der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verzeichnet für das Jahr 2014 einen Zugang von mehr als 40 neuen Stiftungen und bestätigt damit den positiven Trend, den der Dachverband vorstellte. Beide Verbände schreiben der anhaltenden Niedrigzinsphase wachsenden Einfluss auf das Stiftungshandeln zu und beobachten, dass Stiftungen dieser Herausforderung mit alternativen Stiftungsformen begegnen. Neben der klassischen rechtsfähigen Stiftung seien dies insbesondere Treuhandstiftungen und Zustiftungen in Form von Stiftungsfonds. „Die Antwort auf den Niedrigzins war bei vielen großen Stiftungen eine Änderung der Anlagestrategie, vor allem hin zu Aktien und Immobilien, und damit sind sie meist sehr gut gefahren. Außerdem verstärken Stiftungen aller Größenordnungen ihre Bemühungen im Bereich Fundraising und Kooperationen. Stiftungen suchen sich also aktiv neue Wege zur Sicherung ihrer Einnahmen“, betonte Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen bei der Jahrespressekonferenz.

Anlässlich der Jahrespressekonferenz in Berlin begrüßte Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, die Initiative des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, mit dem Qualitätssiegel für gute Treuhandstiftungsverwaltung jüngst ein verlässliches Instrument für mehr Transparenz und Schutz in diesem Segment geschaffen zu haben.

STIFTERVERBAND FÜR DIE DEUTSCHE WISSENSCHAFT
Der Stifterverband bündelt seine Kompetenz in Sachen Beratung und Management von Stiftungen im DSZ – Deutsches Stiftungszentrum. Das DSZ betreut nach eigenen Angaben mehr als 630 rechtsfähige und nichtrechtsfähige Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von 2,6 Milliarden Euro. Für die Stiftungszwecke stehen den Stiftungen pro Jahr rund 120 Millionen Euro zur Verfügung.

Stiftungsgeschehen im Bundesländer-Vergleich

Den größten Zuwachs im Jahr 2014 konnte mit 159 neuen Stiftungen Nordrhein-Westfalen verzeichnen. Mit insgesamt 4.059 Stiftungen verteidigt das bevölkerungsreichste Bundesland seinen Spitzenplatz vor Bayern (3.764) und Baden-Württemberg (3.128). Die ostdeutschen Bundesländer sind, was den Bestand betrifft, in der Statistik nach wie vor deutlich abgeschlagen. Jedoch haben Länder wie Thüringen (5,4 Prozent) und Sachsen (4,5 Prozent) deutlich höhere Wachstumsraten als der Bundesdurchschnitt (3,1 Prozent). Insgesamt kommen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf 1.408 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts.

 Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Stiftungen liegen die Stadtstaaten vorn, was es um die Zahl der Stiftungen pro 100.000 Einwohner betrifft: In Hamburg kommen auf 100.000 Einwohner 77 Stiftungen, in Bremen sind es 50. Unter den Flächenländern führt Hessen mit 31 Stiftungen auf 100.000 Einwohner. Mit einer Stiftungsdichte von 91 bleibt Würzburg Spitzenreiter der Großstädte.

(Redaktion)


 


 

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