Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
Reisebuchungen rückläufig

Studie: Familien sparen beim Urlaub

Reisebuchungen für den kommenden Sommer sind in den deutschen Reisebüros rückläufig. Zurückhaltend agieren derzeit in erster Linie Familien. Die stationären Reisebüros haben im Januar 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat 9 Prozent weniger Umsatz erzielt.

Vor allem in den ersten beiden Januarwochen ist das Geschäft stark rückläufig gewesen. Die kommende Sommersaison, die mit dem Reisemonat Mai 2009 beginnt, ist am stärksten von den Buchungsrückgängen betroffen: Die Umsätze liegen derzeit 5 Prozent unter dem Vorjahr. Lediglich die Herbstferien im Oktober sind besser gebucht.

Die laufende Wintersaison, die noch bis April 2009 andauert, weist hingegen
6,7 Prozent Umsatzzuwachs auf und läuft damit erheblich besser als die
letztjährige Saison. Aktuell steht das touristische Jahr 2008/2009 dank hoher
Frühbucherzahlen zwischen Juni und August 2008 noch bei einem Umsatzplus
von rund einem Prozent.

Gewinner der Sommersaison 2009: Türkei

Die Türkei gewinnt in Deutschland immer mehr Urlauber und Marktanteil:
Mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent bis Ende Januar 2009 ist die
Türkei unter den Top 15-Ferienzielen das wachstumsstärkste Urlaubsland
der kommenden Sommersaison. Mit Ausnahme von Italien (+5 Prozent)
müssen sich die anderen Urlaubsländer Südeuropas nach derzeitigem Buchungsstand auf weniger deutsche Touristen in diesem Sommer einstellen.
Insgesamt verzeichnet die Region einen Rückgang von 3 Prozent. Sie hat
damit allerdings weniger verloren als der Markt insgesamt.

Dass mehr Deutsche angesichts der Wirtschaftskrise ihren Sommerurlaub
im eigenen Land oder angrenzenden Staaten verbringen, lässt sich an den
Buchungszahlen in den Reisebüros nicht ablesen. Deutschland entwickelt
sich mit einem Umsatzplus von 2 Prozent zwar weiterhin gut, Österreich
liegt mit minus 8 Prozent aber deutlich unter dem Vorjahr. Die Urlaubsländer
in Nord- und Osteuropa, die auch ohne Flugzeug gut zu erreichen sind
(ergebundene Reisen), haben insgesamt 9 Prozent weniger Umsatz in den
Reisebüros erzielt. Fernreisedestinationen entwickeln sich demgegenüber
bis auf wenige Ausnahmen (Afrika, Mittel- und Südamerika) weder besser
noch markant schlechter. Es sind zudem überwiegend Fernreiseziele, die im
Reisebüro die höchsten Zuwachsraten verzeichnen: Vietnam, die Kapverden,
Malaysia, Hong Kong, die Arabischen Emirate, Japan und Tansania
werden derzeit verstärkt nachgefragt.

Familien buchen weniger, Hochpreissegment stabil

Familien zeigen sich bei ihren Urlaubsplanungen besonders zurückhaltend.
Bereits seit dem Herbst buchen sie markant weniger Reisen. Demgegenüber
ist das Reise- beziehungsweise Buchungsverhalten von Alleinreisenden und
Paaren trotz der negativen Wirtschaftaussichten recht stabil. Auch sie buchten
im Januar zwar deutlich weniger Urlaube, betrachtet man allerdings den
Zeitraum ab September bleibt das Niveau auf dem des Vorjahres.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in der Detailbetrachtung der Sommerbuchungen nach Aufenthaltsdauern und Preisklassen. Höherpreisige
Reisen ab 1.500 Euro verkaufen sich ebenso gut wie im vergangenen Jahr.
Der Anteil von Alleinreisenden (36 Prozent) und Paaren (29 Prozent) ist in
diesem Preissegment besonders hoch.

Rückläufig entwickeln sich vor allem die unteren Preisklassen. Wer ohnehin
weniger Geld zur Verfügung hat, verzichtet in diesem Jahr also am ehesten
auf seinen Sommerurlaub. Dass insbesondere die Preiskategorien bis 750
Euro so stark verloren haben, könnte auch für einen Verzicht auf den
Zweiturlaub – etwa über Pfingsten – sprechen. Ein weiteres Indiz dafür sind
die zurückgehenden Buchungen von Reisen mit einer Aufenthaltsdauer zwischen
sieben und zehn Nächten.

Der zweiwöchige Sommerurlaub bleibt auch in diesem Jahr Standard. Kurztrips
mit bis zu drei Übernachtungen, Reisen mit einer Aufenthaltsdauer von
unter einer Woche und längere Ferien mit mehr als 20 Nächten entwickeln
sich ebenfalls positiv. Einen längeren Urlaub gönnen sich vor allem Alleinreisende, gefolgt von Paaren. Familien verreisen in diesem Sommer tendenziell etwas kürzer.

Zum GfK Tourismus-Vertriebspanel: Die Auswertungen basieren auf den Buchungsdaten von rund 1.200 Reisebüros, die den stationären Vertriebsmarkt in Deutschland repräsentativ abbilden.

(Redaktion)


 


 

Studie
Reisebuchungen
Familien
Urlaub
Sparen
GfK

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Studie" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: